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Welt

Wall Street legt zu: Dow-Jones-Index steigt 0,9 Prozent

Getriebespezialisten und Chipwerte treiben die US-Börsen im September 2026 nach oben, während sinkende Ölpreise und Friedenshoffnungen im Nahen Osten für Entlastung sorgen. Parallel dazu wachsen jedoch die Inflationssorgen und treiben die Renditen zehnjähriger US-Anleihen auf den höchsten Stand seit 19 Jahren.

Die Wall Street hat zum Wochenschluss kräftig zugelegt und an den vorangegangenen Erholungskurs angeknüpft, nachdem die Futures auf die US-Aktienindizes am Donnerstagabend zunächst leicht im Minus notierten und sich der Markt damit abkühlte. Gestützt von Kursgewinnen bei Halbleiter- und Technologieaktien schloss der Dow-Jones-Index der Standardwerte 0,9 Prozent fester bei 51.828 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 0,5 Prozent auf 7.743 Zähler, während der Index der Technologiebörse Nasdaq ebenfalls um 0,5 Prozent auf 27.068 Stellen stieg. Bis Donnerstagabend um 19:14 Uhr ET (23:14 Uhr GMT) waren die S&P 500 Futures um 0,09 % auf 7.699,75 Punkte gefallen, die Nasdaq 100 Futures sanken um 0,17 % auf 29.694,50 Punkte, und die Dow Jones Futures gaben um 0,09 % auf 52.173,0 Punkte nach, nachdem sie sich zuvor nach drei aufeinanderfolgenden Verlusttagen vor der Zinsanhebung erholt hatten. Analysten zufolge stützt die enorme Liquidität im Sektor den Markt.

Jamie Cox, geschäftsführender Gesellschafter bei der Harris Financial Group, erklärte zu den Marktentwicklungen: „Die Geldsummen, die durch KI-Investitionen in die Wirtschaft fließen, sind einfach enorm, und wir haben die daraus resultierenden Produktivitätseffekte noch gar nicht gesehen.

Cox betonte zudem, dass der Markt diese Entwicklung teilweise bereits in der Bewertung berücksichtigt, und ergänzte: „…und das ist einer der Gründe, warum es wirklich kaum zu einem nennenswerten Ausverkauf kommen kann. Dem Datendienstleister LSEG zufolge wird der S&P 500 derzeit mit dem 19-fachen der erwarteten Gewinne bewertet, was so niedrig ist wie seit 2023 nicht mehr.

Sinkende Ölpreise belebend

Milliardenvertrag bei Akamai und neue KI-Fantasien treiben Chipwerte

Anleger griffen gezielt bei Halbleiterwerten wie Marvell, Qualcomm und Dell zu, um von den Geschäften rund um Künstliche Intelligenz zu profitieren und Bedenken hinsichtlich einer Verlangsamung bei der Entwicklung künstlicher Intelligenz auszublenden. Einen starken Impuls lieferte dabei der IT-Dienstleister Akamai, dessen Aktien um mehr als fünf Prozent zulegten. Grund dafür ist ein milliardenschwerer Vertrag mit dem KI-Spezialisten Anthropic. Das vor einem Börsengang stehende Unternehmen baut seine Rechnerkapazitäten massiv aus, um immer leistungsfähigere KI-Modelle zu trainieren. Die Vereinbarung beinhaltet eine Option, die Anthropic einen Anteil von bis zu fünf Prozent an Akamai sichern könnte.

Auch Microsoft profitierte von der Entwicklung und verzeichnete Kursgewinne von vier Prozent, angetrieben von der Ankündigung neuer Funktionen für den KI-Assistenten Copilot. Meta Platforms gab hingegen nach, nachdem die Papiere des Social-Media-Konzerns im Wochenverlauf im Zuge der Vorstellung des KI-Agenten Muse um rund 13 Prozent gestiegen waren.

Friedenshoffnungen im Nahen Osten und sinkende Ölpreise

US-Futures geben nach Wall-Street-Rally wegen Ölpreis- und Renditerückgang leicht

Für Erleichterung an den Handelsplätzen sorgten sinkende Ölpreise im Zuge neuer Friedenshoffnungen im Nahost-Konflikt, wodurch Rohöl seine wöchentlichen Gewinne wieder abgab. Nach Reuters-Informationen suchen Unterhändler der USA und des Iran in New York derzeit nach einem schrittweisen Ausstieg aus dem Iran-Krieg, was zu einer Öffnung der für den Öltransport wichtigen Straße von Hormus führen könnte. Die Ölpreise gaben im Zuge dieser Aussichten um rund 2,5 Prozent nach, während die Nordseesorte Brent über 100 Dollar je Barrel notierte. Die Aktien der Ölkonzerne Chevron und Exxon Mobil verzeichneten daraufhin Verluste von 0,6 beziehungsweise 1,1 Prozent.

Zuvor war der Markt bereits durch Berichte über eine Verbesserung der Lieferströme gestützt worden, obwohl die Kämpfe zwischen Saudi-Arabien und den Huthi-Rebellen andauerten. So lieferte Saudi-Arabien mehr Öl über den Oman an asiatische Abnehmer, um Lieferunterbrechungen auszugleichen, die durch die Aggression der Huthi im Roten Meer verursacht wurden. Zudem wurde erwartet, dass Saudi-Arabien seine wichtige Ost-West-Pipeline wieder in Betrieb nimmt, die aufgrund von Huthi-Angriffen stillgelegt worden war. Riad setzte jedoch seine Auseinandersetzungen mit den vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen fort, während die Straße von Hormus geschlossen blieb, was die Ölpreise nach unten absicherte.

Inflationsrisiken heizen Zinswetten an

Trotz der positiven Börsenstimmung bleibt die Lage am Anleihenmarkt angespannt. Steigende Inflationsrisiken schüren die Erwartung weiterer Zinsschritte durch die Federal Reserve. Händler rechnen inzwischen mit einer Wahrscheinlichkeit von 64 Prozent, dass die US-Notenbank die Zinsen im Oktober um mindestens 25 Basispunkte anhebt. Die Verzinsung zehnjähriger US-Anleihen markierte mit 5,196 Prozent ein 19-Jahres-Hoch und stand vor ihrem größten Wochenanstieg seit Mai.

Zuvor hatte die Fed die Zinsen zum ersten Mal seit drei Jahren angehoben, wobei Notenbankchef Kevin Warsh warnte, dass die Inflation weiterhin zu hoch sei – ein Szenario, das wahrscheinlich weitere Zinserhöhungen nach sich ziehen wird. Zwar waren die Anleiherenditen nach diesem Schritt unter 5 % gefallen, da die Zinserhöhung und der Ausblick der Fed dazu beitrugen, einen Teil der Unsicherheit über den Zinspfad und die US-Wirtschaft zu beseitigen, doch die Inflationssorgen und der restriktive Ton der Notenbank prägen das Marktumfeld.

Wall-Street-Indizes geben nach, während Ölpreise steigen
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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