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Welt

Papst Leo XIV. warnt in Frankreich vor KI-Gefahren

Papst Leo XIV. hat zum Auftakt seines viertägigen Frankreich-Besuchs vor den Gefahren künstlicher Intelligenz gewarnt und ein drohendes Szenario eines Paradieses der Maschinen kritisiert. Bei Gesprächen mit Staatspräsident Emmanuel Macron und bei Reden in Paris thematisierte das katholische Oberhaupt am Freitag zudem internationale Krisen und die Zukunft des Multilateralismus.

Kritik am Paradies der Maschinen im Élysée-Palast

Zum Auftakt seiner ersten offiziellen Staatsreise nach Frankreich seit 18 Jahren wurde der Papst am Freitag im Élysée-Palast von Präsident Emmanuel Macron und seiner Frau Brigitte Macron empfangen. Vor Regierungsvertretern und Diplomaten richtete das Kirchenoberhaupt den Blick auf die technologische Entwicklung und deren Folgen für die menschliche Würde. Dabei warnte er eindringlich vor einer Entmenschlichung durch moderne Technologien.

Wenn wir nicht mitten in einem von Maschinen beherrschten und unseren Alltag prägenden Paradies unsere Menschlichkeit verlieren wollen, gibt es ein dringendes Bedürfnis nach Bildung zur ethischen Unterscheidungskraft und der Fähigkeit, das moralische Gute anzuerkennen.

Der Pontifex betonte laut Berichten über den Besuch, dass die Effizienz zunehmend als Maßstab für den Wert von Menschen herangezogen werde. Wer nicht mehr produktiv erscheine, laufe Gefahr, aussortiert zu werden.

Krise der Vereinten Nationen und scharfe Worte bei der UNESCO

Nach dem Empfang im Regierungsitz führte der Weg des Papstes weiter zum Hauptquartier der UN-Kulturorganisation UNESCO in Paris. Dort äußerte sich der aus den Vereinigten Staaten stammende Papst kritisch über den Zustand der internationalen Diplomatie. Angesichts globaler Konflikte in Europa und im Nahen Osten bemängelte er die mangelnde Wirksamkeit multilateraler Organisationen.

Internationaler Dialog verliere seinen Sinn, wenn er nur noch als Scharade betrieben werde, statt dem gemeinsamen Wohl zu dienen, so der Pontifex. Ohne konkrete Namen zu nennen, rügte er zudem Machthaber, die das Völkerrecht nach Belieben ein- oder ausblenden.

Anstatt das Gesetz zu achten, berufen sich die Machthaber darauf, wenn es ihren Interessen dient, und missachten es, wenn es sie einschränkt, wodurch selbst die Gerechtigkeit wie eine Ware behandelt wird, die man kaufen und verkaufen kann.

Politischer Rahmen und historische Kulisse in Paris

Für den französischen Staatschef Emmanuel Macron markiert der Besuch eine wichtige Etappe am Ende seiner regulären Amtszeit. Da er nach zwei Amtsperioden bei den Wahlen im Mai laut Verfassung nicht erneut kandidieren darf und Umfragewerte angesichts von Haushaltsfragen und sozialen Debatten unter Druck geraten sind, bietet das Zusammentreffen mit dem Papst eine öffentlichkeitswirksame Bühne. Beobachter der Pariser EPHE-Universität hoben hervor, dass die Annäherung an das Kirchenoberhaupt für den scheidenden Präsidenten auch von symbolischem Gewicht ist.

Papst Leo XIV. warnt in Frankreich vor KI-Gefahren
Foto: Theguardian

Im Mittelpunkt der Visite stehen neben gesellschaftspolitischen Grundsatzfragen auch ethische Konflikte im streng laizistischen Frankreich.

Gebet in Notre-Dame und der weitere Reiseverlauf

Trotz der religionspolitischen Spannungen begleiteten zahlreiche Gläubige den Beginn der Reise. Tucheln schlossen sich den Menschenmassen an, als die Autokolonne des Papstes durch die französische Hauptstadt rollte. Am späten Freitagnachmittag feierte das Kirchenoberhaupt eine Vesper in der Kathedrale Notre-Dame de Paris. Es handelte sich um den ersten päpstlichen Besuch in dem Gotteshaus seit dem verheerenden Brand im Jahr 2019 und dessen aufwendiger Wiedereröffnung Ende 2024.

French President Emmanuel Macron and his wife Brigitte Macron welcome Pope Leo meets during a courtesy visit at the Elysee
Foto: Reuters

Das dichte Programm des viertägigen Aufenthalts sieht für die kommenden Tage unter anderem eine Begegnung im Zentrum Maison Bakhita, eine Eucharistiefeier auf dem Place de la Concorde sowie eine Reise in den südfranzösischen Wallfahrtsort Lourdes vor.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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