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Genf plant eigene Krankenkasse Caisse Santé Genève zur Prämiensenkung

Genf plant eine kantonale, öffentliche Krankenkasse namens «Caisse Santé Genève», die ab 2028 Prämien anbieten soll, die 20 Prozent unter dem Durchschnitt liegen. Angesichts stark steigender Kosten und einer wachsenden Zahl von Bürgern, die auf medizinische Versorgung verzichten, hat der Staatsrat zwei Ausschreibungen für den Betrieb gestartet.

Steigende Krankenkassenprämien belasten viele Haushalte in der Schweiz schwer. Im Kanton Genf will der Staatsrat unter der Führung von Pierre Maudet nun Gegensteuer geben und treibt die Gründung einer eigenen, öffentlichen Krankenkasse voran. Das Projekt trägt den Namen «Caisse Santé Genève» und soll im günstigsten Fall ab 2028 Prämien anbieten, die 20 Prozent unter den bisherigen Kosten liegen.

Zwei Ausschreibungen für den Betrieb gestartet

Um die neue kantonale Kasse aufzubauen, hat die Regierung in Genf nach Angaben des Staatsrats zwei offizielle Ausschreibungen gestartet. Gesucht werden demnach ein Betreiber aus dem Gesundheitswesen sowie eine verantwortliche Person mit den notwendigen versicherungstechnischen Kompetenzen. Angebote werden bis Ende des Jahres erwartet, woraufhin die Regierung über das weitere Vorgehen entscheiden will. Ein Start des Projekts ist frühestens für das Jahr 2028 vorgesehen.

Die Initiative geht auf einen Vorstoss zurück, den die Partei von Pierre Maudet im Jahr 2023 im Grossen Rat eingereicht hatte. Eine anschliessend eingesetzte Expertengruppe unter dem Vorsitz des ehemaligen grünen Staatsratsmitglieds David Hiler untersuchte das Vorhaben und kam im Januar 2025 zu dem Ergebnis, dass Einsparungen von 15 Prozent machbar sind, sofern ein integriertes Versorgungsnetz reibungslos arbeitet.

Prävention und Koordination als Hebel gegen Kosten

Um die Ausgaben nachhaltig zu dämpfen, setzt die Genfer Regierung auf eine stärkere Verzahnung der Akteure im Gesundheitssektor sowie auf konsequente Vorbeugung. Nach Angaben von Pierre Maudet hat sich das alte Prinzip, dass Vorbeugen besser als Heilen ist, zum Ziel gesetzt. Eine verbesserte Koordination zwischen den Fachleuten soll dazu dienen, den explosionsartigen Anstieg der Krankenkassenprämien einzudämmen, wie Maudet betonte. Er verwies darauf, dass sich die Prämien im Kanton Genf seit dem Jahr 1999 mehr als verdoppelt haben.

Die Bedeutung des Projekts für den Kanton unterstreichen auch offizielle Zahlen zur sozialen Absicherung. Laut einer Mitteilung der Regierung profitieren mehr als 200’000 Personen beziehungsweise 38 Prozent der Genfer Bevölkerung von staatlichen Unterstützungen, was den Kanton Gesamtkosten in Höhe von 713 Millionen Franken verursacht.

Wachsende Zahl verzichtet auf Arztbesuche

Hintergrund der kantonalen Anstrengungen ist auch die Sorge über eine zunehmende Unterversorgung aus finanziellen Gründen. Nach Angaben des Staatsrats geben mittlerweile 26 Prozent der Genferinnen und Genfer an, aus Geldmangel auf medizinische Versorgung zu verzichten.

Während in Genf an der Ausarbeitung der eigenen Kasse gearbeitet wird, blicken die Einwohner des Kantons wie alle Schweizerinnen und Schweizer auf die bevorstehenden Bekanntgabe der gesamtschweizerischen Prämienanpassungen für das kommende Jahr durch Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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