Jürgen Klopp hat sein Debüt als deutscher Bundestrainer mit einem 1:1-Unentschieden gegen die Niederlande in Amsterdam beendet. Cody Gakpo traf am 24. September 2026 in der Nachspielzeit zum späten Ausgleich für die Gastgeber, nachdem Felix Nmecha die DFB-Auswahl zuvor in Führung gebracht hatte.
Das erste Länderspiel unter dem neuen DFB-Cheffrainer verlief in der Johan Cruijff Arena von Beginn an turbulent. Das Stadion von Ajax bietet Platz für mehr als 55.000 Zuschauer und ist ausverkauft, wobei rund 2.600 deutsche Fans die Nationalmannschaft in Amsterdam unterstützen. Bereits vor dem Anpfiff gab es schlechte Nachrichten für die deutsche Mannschaft mit Spielgestalter Jamal Musiala, der vor dem Start ruled out wurde. Dennoch erwischten die Gäste einen druckvollen Start in das traditionsreiche Nachbarschaftsduell. Für die ersten beiden Nations-League-Spiele gegen die Niederlande und Griechenland hatte Klopp 24 Spieler nominiert, während für die vier Spiele insgesamt 44 Spieler nominiert wurden, wobei Bambasé Conté das Spiel von der Tribüne aus verfolgen musste, da der Kader nur 23 Spieler umfassen darf. Im Aufgebot standen neben den Torhütern Marc-André ter Stegen, Alexander Nübel und Finn Dahmen auch die Abwehrkräfte Jonathan Tah, Nico Schlotterbeck, Josha Vagnoman, Yann Aurel Bisseck, Nathaniel Brown, Max Rosenfelder, Hennes Behrens und Philipp Treu, die Mittelfeldakteure Joshua Kimmich, Jamal Musiala, Chris Führich, Serge Gnabry, Nadiem Amiri, Anton Stach, Felix Nmecha, Kevin Schade, Yannik Engelhardt und Lennart Karl sowie die Angreifer Kai Havertz und Younes Ebnoutalib. Erstmals zum Kreis der A-Nationalmannschaft gehörten unter anderem Hennes Behrens, Max Rosenfelder, Philipp Treu, Yannik Engelhardt und Younes Ebnoutalib.
Virgil van Dijks aberkannter Treffer und die heftige Kritik
Die Partie bot früh hochkarätige Aufreger. In der 15. Minute schien Oranje-Kapitän Virgil van Dijk die Niederlande nach einer Ecke per Kopf in Führung zu bringen, als Brian Brobbey sich Marc-André ter Stegen bei einer Ecke in den Weg gestellt hatte und der DFB-Torhüter daneben griff, doch der spanische Schiedsrichter Alejandro Hernandez entschied nach Ansicht der Videobilder auf Foulspiel. Experten und Spieler reagierten darauf mit scharfer Kritik.
Das ist eine absolute Schande
, wetterte Rafael van der Vaart als NOS-Experte angesichts der Szene in der 15. Minute.

Rafael van der Vaart nannte es unglaublich, dass Brobbey ja kaum etwas mache und man sich berühren dürfe, während der Torwart nicht machen könne, was er wolle, und nannte die Aberkennung sehr leichtfertig. Auch Ex-Profi Ronald de Boer stimmte in die Empörung ein und sagte: Das war kein grobes Foul; das ist völlig unfair.
Bundestrainer Klopp bewertete die Szene im Rückblick völlig anders und verteidigte den Schiedsrichter, indem er bei RTL erklärte, dass Brobbey fast viereckig, Marc kommt nicht dran vorbei
sei und es sich um eine tolle Ecke handle, aber ein Foul vorliege.
Felix Nmechas Führungstreffer und die Diskussion um sportliche Fairness
Kurz darauf schlugen die Gäste zu. Felix Nmecha verwertete den Angriff, nachdem Joshua Kimmich den Ball nach rechts zu Philipp Treu gespielt und damit – trotz Reklamationen der Holländer – den Angriff eingeleitet hatte, der schließlich in Nmechas Treffer mündete. Der Treffer sorgte jedoch unmittelbar für hitzige Diskussionen auf dem Platz und in den Katakomben.
Auslöser war eine Situation, in der Hollands Stürmer Brian Brobbey sich ohne gegnerische Einwirkung verletzt hatte und auf dem Rasen saß, die deutschen Spieler den Ball zuvor jedoch nicht ins Aus gespielt hatten. Oranje-Kapitän Virgil van Dijk nannte den Treffer eine «Schande». Beim Torjubel kam es zu Rangeleien auf dem Rasen, und van der Vaart bezeichnete das Verhalten der deutschen Mannschaft als «unsportlich».

Den Vorwurf seines ehemaligen Kapitäns beim FC Liverpool wies Bundestrainer Jürgen Klopp nach dem wilden Nations-League-Auftakt deutlich zurück, ebenso wie DFB-Kapitän Joshua Kimmich, die unisono sagten: «Die Regel sei nun mal, dass der Schiedsrichter die Partie unterbreche, nicht die Spieler.»
«Es war sicherlich keine Schande», sagte Klopp später in der Pressekonferenz. «Das Tor ist vollkommen legitim. Ich habe kein schlechtes Gewissen. Und ich hätte eines, wenn es nicht legitim wäre. Ich hätte es trotzdem genommen, aber hätte ein schlechtes Gewissen. Das habe ich nicht.» Klopp ergänzte: «Wäre es seiner Mannschaft so passiert, hätte ich meinen Spielern gesagt, ihr müsst weiterspielen.» Joshua Kimmich beschrieb seine Sicht auf die Aufreger-Szene wie folgt: «Ich habe einen Pass zum Philipp gespielt, er hat geflankt – und wir haben ein Tor gemacht.» Kimmich fügte hinzu: «Der Schiedsrichter unterbricht das Spiel, vor allem wenn ein Spieler eine Kopfverletzung hat. Es ist die Aufgabe des Schiedsrichters zu erkennen, ob der Spieler seriös verletzt ist.»
Cody Gakpos späte Antwort und Klopps Fazit zum Einstand
Im zweiten Durchgang hielt das intensive Spiel an, bei dem der ehemalige Liverpool-Manager Klopp, der im Juli nach dem schockierenden frühen World-Cup-Aus nach einer Niederlage gegen Paraguay die Betreuung von Deutschland übernommen hatte, auf eine Führung zusteuerte. Das Spiel gab auch dem neuen Netherlands-Coach Xavi Hernandez, der im August ernannt worden war, nachdem Ronald Koeman nach der Ausscheidung in der K.-o.-Runde der letzten 32 bei der Weltmeisterschaft zurückgetreten war, etwas zu lächeln. Xavi ist der erste Ausländer an der Spitze der niederländischen Nationalmannschaft seit der Weltmeisterschaft 1978.

Cody Gakpo vollendete schließlich einen schnellen Konter in der Schlussphase und volleyte in der Nachspielzeit zum 1:1-Ausgleich ein, um den Niederlanden im Nations-League-Group-A2-Opener am Donnerstag ein Unentschieden zu sichern und dem neuen Coach Juergen Klopp einen siegreichen Start zu verwehren.
«Wir haben das Ergebnis zu akzeptieren», sagte Klopp. «Auch wenn ich unbedingt gewinnen wollte, nehme ich das Unentschieden.»
«Ich war sehr, sehr, sehr erfreut über viele der individuellen Leistungen. Insgesamt war ich sehr glücklich mit der Leidenschaft, die wir gezeigt haben. Wir können besser spielen und mehr Fußball spielen, das ist sicher», sagte er.
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