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Technik und Wissenschaft

Miovision V2X-Technologie bringt Ampel-Daten ins Autodisplay

Eine neue Technologie aus Kitchener verbindet Ampelsignale direkt mit dem Fahrzeugdashboard. Das System zeigt Fahrern einen Countdown bis zur Grünphase, die empfohlene Geschwindigkeit und Warnungen vor Rotphasen an, um den Verkehrsfluss zu optimieren und den Stresspegel am Steuer zu senken.

Wer sich an einer Kreuzung schon einmal gefragt hat, ob sich das Beschleunigen für eine noch gelbe Ampel überhaupt lohnt, bekommt in Kitchener nun digitale Unterstützung. Das dort ansässige Unternehmen Miovision, ein internationaler Anbieter von intelligenten Verkehrssystemen, hat vor einigen Monaten seine sogenannte V2X-Technologie (Vehicle-to-Everything) in der Stadt eingeführt, wie das Unternehmen berichtet.

Wie Miovisions V2X-Technologie das Armaturenbrett vernetzt

Das System stellt eine Verbindung zwischen den Daten von Ampelanlagen und Fahrzeugen her. Auf dem Autodisplay erscheint ein Ampelsymbol, das laut Miovision wertvolle Echtzeitinformationen liefert. Dazu gehören ein Countdown bis zum nächsten Grünlicht, die exakte Geschwindigkeit, die ein Fahrer halten muss, um die Grünphase zu erreichen, sowie ein Hinweis darauf, wann das Signal auf Rot umschaltet.

Übersetzt bedeutet dies, dass das Wissen über den Ampelstatus den Stresspegel deutlich senkt, da Hektik überflüssig wird. Das System greift dabei regulierend ein: Sobald ein Fahrer die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschreitet, verschwindet die Anzeige vom Display.

Rolle der Region Waterloo und Integration in VW-Fahrzeuge

Miovisions Technologie ist laut der Region Waterloo bereits seit 2020 an Verkehrssignalen in der gesamten Region im Einsatz. Dabei erfassen Kameras und andere Detektoren Daten über Radfahrer, Fußgänger und Fahrzeuge, um den Betrieb der Lichtzeichenanlagen zu optimieren. Über ein Mobilfunknetz fließen diese Informationen nun direkt in Autos zurück.

In Kitchener ist die Technik nach Angaben des Unternehmens an rund 90 Prozent der Kreuzungen verfügbar. Weltweit deckt das V2X-System bereits mehr als 70.000 Kreuzungen in acht Ländern ab. Autofahrer können die Funktion nutzen, wenn sie Fahrzeuge der VW Group wie Audi, Bentley oder Porsche fahren, oder alternativ eine entsprechende App herunterladen.

Sicherheitsvorteile für schwere Nutzfahrzeuge und der Blick nach vorn

Neben dem Komfort hebt Miovision auch ökologische und sicherheitsrelevante Aspekte hervor. Insbesondere für schwere Nutzfahrzeuge, die einen deutlich längeren Bremsweg aufweisen, könne das rechtzeitige Wissen über eine Ampelphase im Ernstfall lebensrettend sein. Gleichzeitig sparen Fahrzeuge Kraftstoff, weil sie durch frühzeitige Informationen über das Bremsen ihren Verbrauch reduzieren können.

Das Unternehmen hat sich ursprünglich auf die reine Verkehrszählung und die Vorrangschaltung für Einsatz- und Rettungsfahrzeuge spezialisiert, bei der Signale für Rettungsdienste oder den öffentlichen Nahverkehr angepasst werden. Mit der aktuellen V2X-Lösung schlägt Miovision nun den umgekehrten Weg ein: Statt Daten nur in das Signal einzuspeisen, fließen sie vom Signal zum Fahrer, um das Fahrverhalten aktiv zu beeinflussen. Bauer bezeichnet diese Entwicklung als einen wichtigen Zwischenschritt hin zum vollautonomen Fahren, auch wenn die Technologie derzeit primär als Fahrassistent dient.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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