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Technik und Wissenschaft

Inge Troch tot aus Trümmern nach Hauseinsturz in Wien geborgen

Nach einem verheerenden Hauseinsturz in der Wiener Färbergasse ist die vermisste Mathematikerin Inge Troch tot aus den Trümmern geborgen worden. Die 85-jährige emeritierte TU-Professorin starb bei dem Unglück, das drei Stockwerke eines Mehrparteienhauses zerstörte. Die Ursache für das plötzliche Desaster ist derzeit noch völlig unklar.

Rettungskräfte fanden den leblosen Körper der bekannten Wissenschafterin in der Nacht auf Mittwoch unter Mauerteilen begraben. Wie die evangelische Superintendentur Wien bestätigte und berichtete, handelt es sich bei dem Todesopfer eindeutig um die langjährige Professorin.

Tragischer Verlauf des Hauseinsturzes in der Färbergasse

Der Einsturz des Mehrparteienhauses ereignete sich am Sonntag gegen 22:30 Uhr. Ohne Vorwarnung brachen in dem Gebäude die Decken gleich über drei Geschoße hinweg ein. Eine 57-jährige Bewohnerin stürzte vom dritten Stock in die Tiefe und wurde unter herabstürzenden Teilen eingeklemmt. Feuerwehrleute holten sie erst nach einer stundenlangen, extrem gefährlichen Rettungsaktion schwer verletzt aus dem Schutt.

Zwei weitere Menschen, ein 60-jähriger Mann und eine 88-jährige Bewohnerin, erlitten leichte Verletzungen. Auch Anwohner aus den umliegenden Gebäuden mussten vorübergehend in Sicherheit gebracht werden. Weil zunächst die Hoffnung bestand, dass sich Inge Troch an ihrem Nebenwohnsitz in Niederösterreich aufhalten könnte, suchten die Behörden dort vergeblich nach ihr. Erst eine präzise Ortung ihres Mobiltelefons lenkte den Verdacht zurück auf das Trümmerfeld in Wien.

Die Bergung gestaltete sich für die Wiener Berufsfeuerwehr lebensgefährlich. Weil instabile Gebäudeteile drohten, auf die Einsatzkräfte zu stürzen, mussten die Retter den Schutt Stück für Stück sichern. Schließlich schlugen eingesetzte Polizeidiensthunde an, woraufhin sich die Feuerwehrleute durch die Trümmer gruben.

Wissenschaftliches Erbe und kirchliches Engagement von Inge Troch

Mit Inge Troch verliert die österreichische Wissenschaftswelt eine Pionierin. Die 1941 in Wien geborene Mathematikerin studierte an der Technischen Universität Wien und prägte die Forschung über Jahrzehnte. Von 1974 bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 2006 lehrte sie als Professorin für Regelungsmathematik sowie Modellbildung und Simulation an der TU Wien.

In den 1970er-Jahren gehörte sie zu einer kleinen Gruppe von Frauen, die an der damaligen Technischen Hochschule wissenschaftliche Spitzenpositionen einnahmen. Eine Publikation der TU Wien führt sie als eine von lediglich zwei Frauen, die Mitte der 1970er-Jahre nach langjähriger Tätigkeit als Assistentinnen den Sprung zur außerordentlichen Professorin schafften.

Bischofsvikar Dariusz Schutzki bezeichnete Troch als großartige Frau, die stets agil und kommunikativ gewesen sei.

Neben ihrer akademischen Laufbahn engagierte sich Troch intensiv in der Evangelischen Kirche. Von 2006 bis 2018 wirkte sie als Wiener Superintendentialkuratorin und war davor lange in der Pfarrgemeinde Wien-Innere Stadt aktiv. Die Superintendentur würdigte besonders ihre feinsinnige Art im menschlichen Umgang sowie ihren stets konstruktiven Zuspruch.

Laufende Ermittlungen der Baupolizei und des Landeskriminalamts

Warum die Decken des Gebäudes in der Inneren Stadt einstürzten, ist derweil Gegenstand intensiver polizeilicher Untersuchungen. Fest steht, dass im betroffenen Haus Bauarbeiten im Gange waren. Die Baupolizei hatte einen Dachgeschoßzubau genehmigt, dessen offizieller Baubeginn für den 31. August gemeldet worden war.

Inge Troch tot aus Trümmern nach Hauseinsturz in Wien geborgen
Foto: heute.at

Sowohl ein Bauführer als auch ein Prüfingenieur waren den Behörden zufolge ordnungsgemäß gemeldet.

„In der Vergangenheit gab es weder mietrechtliche Beschwerden noch Mitteilungen über etwaige Baugebrechen oder bauliche Missstände an die Baupolizei“

Baupolizei

Das Landeskriminalamt Wien ermittelt nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Gemeingefährdung. Eine angeordnete Obduktion soll die genaue Todesursache von Inge Troch klären. Die Polizei betonte jedoch, dass nach ersten Erkenntnissen keine Hinweise auf ein Fremdverschulden im Sinne einer vorsätzlichen Tat vorliegen.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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