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Gesundheit

ZMYND8-Gen als Regulator: St. Jude Forscher stoppen T-Zell-Erschöpfung

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Wissenschaftler des St. Jude Children’s Research Hospital haben am 23. September 2026 in der Fachzeitschrift Nature nachgewiesen, dass das Gen ZMYND8 als zentraler Regulator der T-Zell-Erschöpfung fungiert. Durch die gezielte Entfernung dieses Gens lässt sich die Funktion von CD8+-T-Zellen gegen Tumoren und chronische Infektionen deutlich verbessern und die Wirksamkeit von Immuntherapien steigern.

Die Immuntherapie nutzt körpereigene Abwehrmehrgänge, um Krebserkrankungen zu bekämpfen. Bei vielen pädiatrischen und soliden Tumoren blieb der Durchbruch jedoch oft aus, weil die beteiligten Immunzellen nach längerem Kontakt mit Krankheits- oder Tumorsignalen ihre Funktion einbüßen. Forscher sprechen in diesem Zusammenhang von einer erschöpften Zellverfassung, bei der T-Zellen nicht mehr effektiv auf Stimulationssignale wie Interleukin-2 (IL-2) reagieren können.

Die molekulare Bremse hinter der Erschöpfung von CD8+-T-Zellen

Um die Ursachen für diesen Funktionsverlust zu ergründen, untersuchten Wissenschaftler des St. Jude Children’s Research Hospital mithilfe von Einzelzell-CRISPR-Screenings, welche Gene die Erschöpfung von CD8+-T-Zellen steuern. Dabei stießen sie auf das Protein ZMYND8. Normalerweise agiert dieses Molekül als genetische Bremse. Bei chronischen Virusinfektionen und bestimmten Tumorerkrankungen wird es jedoch so umprogrammiert, dass es die Aktivierungssignale der Abwehrzellen blockiert.

Wir haben festgestellt, dass ZMYND8 ein Hauptregulator der Erschöpfung von CD8+-T-Zellen ist. Seine Deletion verstärkte die Bildung von Effektorzellen, was zu den beobachteten verbesserten Anti-Tumor- und Anti-Viral-Effekten führte.

Genau an diesem Punkt greift ein neu entdeckter Mechanismus. Die Forschenden fanden heraus, dass ZMYND8 an p300 bindet und dessen Aktivität unterdrückt. Da p300 die Transkriptionsaktivierung des Interleukin-2-Rezeptor-Gens steuert, trennt ZMYND8 die Verbindung zwischen chronischer Antigenstimulation und der notwendigen Signalverarbeitung ab. Das Resultat ist der Übergang in den erschöpften Zustand.

Erfolge in Mäusemodellen bei soliden Tumoren und Infektionen

Im Rahmen der Laboruntersuchungen verwendeten Forscher der St. Jude Children’s Research Hospital Animal Resource Center-Einrichtung genetisch modifizierte Mäusemodelle, um die Auswirkungen einer Gen-Deaktivierung zu testen. Wenn das Gen Zmynd8 gezielt aus den CD8+-T-Zellen entfernt wurde, verbesserte sich die Bekämpfung von chronischen Virusinfektionen wie der lymphozytären Choriomeningitis sowie von Melanomen spürbar im Vergleich zu Kontrollgruppen.

ZMYND8-Gen als Regulator: St. Jude Forscher stoppen T-Zell-Erschöpfung
Foto: newswise.com

Jetzt haben wir möglicherweise einen Weg gefunden, die Erschöpfung von CD8+-T-Zellen zu überwinden und ihre Funktion zu verbessern. Als wir Zmynd8 löschten, sahen wir eine verbesserte CD8+-T-Zell-Funktion gegen Tumoren und chronische Infektionen, was darauf hindeutet, dass wir ein neues therapeutisches Ziel zur Verbesserung dieser Therapien erforschen können.

Kombination mit bestehenden Immuntherapie-Ansätzen

Besonders vielversprechend sind die Beobachtungen zur Verbindung mit etablierten Behandlungsformen. Als die Wissenschaftler die Zmynd8-Deletion mit einer Immun-Checkpoint-Blockade oder der Gabe von Interleukin-2 kombinierten, zeigte sich eine deutliche Zunahme funktionsfähiger T-Zellen bei gleichzeitigem Rückgang erschöpfter Zellen. Die Überlebensrate der so behandelten Versuchstiere stieg in diesen Versuchsreihen signifikant an.

ZMYND8-Gen als Regulator: St. Jude Forscher stoppen T-Zell-Erschöpfung
Foto: miragenews.com

Worüber wir uns besonders freuen, ist, wie die Kombination mit der Immuntherapie die Behandlungswirksamkeit verstärkte. Eines Tages könnte ein kombinierter Behandlungsansatz das Überleben von Patienten mit soliden Tumoren verbessern.

Die an den Untersuchungen beteiligten Teams aus Memphis verdeutlichen, dass mit diesem Ansatz neue Wege offenstehen, um die Grenzen aktueller Immuntherapien bei schwer behandelbaren Krebsarten zu durchbrechen.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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