Die Schweizer Berufsbildung hat sich auf internationalem Parkett erneut eindrucksvoll behauptet. Bei den Berufsweltmeisterschaften, die im französischen Lyon zu Ende gingen, räumte das Schweizer Team sieben Goldmedaillen, sieben Silbermedaillen und eine Bronzemedaille ab. Mit dieser Leistung egalisierte die Delegation ihr historisches Bestergebnis, das zuvor im Jahr 2019 im russischen Kasan erzielt worden war, wie die Fondation SwissSkills mitteilte.
Die Schweizer Delegation hat an den WorldSkills 2024 in Lyon sieben Goldmedaillen gewonnen, insgesamt 15 Podestplätze geholt und sich damit als bester europäischer Staat sowie als Dritter in der Weltrangliste platziert. Bundesrat Guy Parmelin gratulierte den Talenten zu diesem herausragenden Erfolg in 41 verschiedenen Berufen.
Erfolg in Lyon: Medaillenregen bei den WorldSkills 2024
Fondation SwissSkills
Insgesamt traten die Schweizer Nachwuchskräfte in 41 unterschiedlichen Berufen an. Die 15 Medaillengewinner stammen aus insgesamt neun Kantonen, wobei vor allem der Kanton Bern sowie Luzern und St-Gall stark vertreten waren. Als einziger Romand holte Philippe Dourassov aus Rolle (VD) als Champion du monde in der Kategorie Cybersicherheit die Goldmedaille.
«incroyablement fier de nos 45 compétitrices et compétiteurs. Ils ont démontré de manière impressionnante ce qu’ils avaient dans le ventre et mis la formation suisse sur le devant de la scène»
Martin Erlacher, technischer Delegierter
Guy Parmelin
Der für die Ausbildung und Wirtschaft zuständige Bundesrat Guy Parmelin, der als Vorsteher des Departements amtete, würdigte die Leistungen der jungen Berufsleute. Auf dem Netzwerk X bezeichnete er das Abschneiden der Schweizer Teilnehmenden als «excellent résultat».
Vom harten Training zur Weltspitze in Shanghai und Lyon
Hinter den internationalen Erfolgen stehen monatelange Vorbereitungen, intensiver Zeitdruck und mentale Härte. So bereitete sich die Berner Kosmetikerin Jara Galli (22) akribisch auf den Wettbewerb vor, indem sie Behandlungen wie Massagen, Masken und Maniküre auf Tempo trimmte. Während sie für das saubere Auftragen einer Gesichtsmaske zu Beginn noch zwölf Minuten benötigte, drückte sie die Zeit im Training auf sieben Minuten. Dabei übte sie im Studio etwa mit Guasha-Steinen, die den Lymphfluss anregen sollen.
Melina Reusser
Auch in anderen Disziplinen wie der Gastronomie oder dem Handwerk ging es um Millisekunden und absolute Präzision. Die Thuner Restaurantfachfrau Melina Reusser (20), die an der Bar als «Best Barkeeper Talent» ausgezeichnet wurde, trat im Wettbewerb im Restaurantservice an und trainierte das Lachs tranchieren, Fische filetieren, Wein dekantieren und den Gästeservice. Bei unvorhergesehenen Planänderungen setzte sie auf eine einfache Atemtechnik: dreimal tief in den Bauch schnaufen, dann ist der Fokus wieder da. Die Luzerner Konditorin-Confiseure Regula Baschung (21) musste Torten, Pâtisserie, Pralinen, modellierte Arbeiten und ein Schaustück herstellen, während sie mit dem Druck kämpfte, dass eine falsche Zutat das gesamte Produkt zerstören könnte.

Der Maurer-Experte Ruedi Signer (51), der bei der Berufsweltmeisterschaft 1997 mit zwei kleinen Werkzeugkisten antrat, begleitete den aktuellen SwissSkills-Champion Robin Hollenstein (20) an die WorldSkills. Zu den weiteren Aufgaben gehörte jene der Zürcher Hotel-Kommunikationsfachfrau Fina (22), die im Wettkampf komplizierte Gästewünsche wie den Wechsel von 1000 Franken in australische Dollar unter Berücksichtigung von An- und Verkaufskursen sowie einer Kommission von fünf Prozent lösen musste.
Beste europäische Nation und Platz drei weltweit
Mit dem Gewinn des dritten Platzes in der globalen Gesamtwertung lässt die Schweiz zahlreiche Konkurrenten hinter sich und führt das europäische Feld als bester europäischer Staat an. Die detaillierte Medaillenbilanz unterstreicht die internationale Konkurrenzfähigkeit der helvetischen Ausbildung.
| Medaille | Anzahl |
|---|---|
| Gold | 7 |
| Silber | 7 |
| Bronze | 1 |
| Total Podestplätze | 15 |
Die von der Fondation SwissSkills veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass die jungen Berufsleute mit dieser Leistung bewiesen haben, wozu die Schweizer Berufsbildung im internationalen Vergleich fähig ist. Die Teilnehmenden kamen aus Berufen wie Maurer, Kosmetik, Restaurantservice, Konditorei und Hotelfach.
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