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Michael Kretschmer fordert Politikwechsel nach CDU-Debakel im Nordosten

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer fordert nach dem schlechten Abschneiden der CDU bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern drastische inhaltliche Veränderungen. Im Deutschlandfunk warnte er am 22. September 2026, dass ausbleibende Konsequenzen aus dem Wahlergebnis den Trend weiter verstärken und Volksparteien an die Fünf-Prozent-Hürde drängen könnten.

Kretschmers Forderung nach Kurswechsel nach CDU-Debakel im Nordosten

Nach dem historisch schlechten Abschneiden der CDU bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern verlangt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer einen grundlegenden Politikwechsel. Wenn dieses Wahlergebnis und eigentlich Wahlen, die jetzt in den letzten zwei, drei Jahren stattgefunden haben, folgenlos bleiben, dann verstärkt sich dieser Trend, sagte Kretschmer im Deutschlandfunk.

Kretschmer betonte, dass es nach dem starken Abschneiden der AfD im Norden weng bleiben könne, wie es aktuell sei. Die Partei müsse vor allem über inhaltliche Punkte sprechen, um traditionelle Volksparteien zu schützen, die zuletzt stark an Boden verloren hätten und teilweise an der Fünf-Prozent-Hürde schrammten.

Kritik an der Bundesregierung und an EU-Regulierungen

Als Hauptursache für die politische Unzufriedenheit nannte der Sachse das Ausbleiben wirtschaftlichen Wachstums. Die Bundesregierung habe es bisher nicht geschafft, die notwendigen Voraussetzungen für eine florierende Wirtschaft zu schaffen.

Als zentrales Gegenmittel fordert Kretschmer eine strikte Deregulierung. Deutschland müsse als größter EU-Mitgliedstaat bürokratischen Vorgaben aus Brüssel Einhalt gebieten. Zudem kritisierte er die bisherige Klimapolitik, da falsche Weichenstellungen im Klimaschutz die Energie- und Baukosten unnötig in die Höhe trieben. Nur durch spürbare Änderungen in diesem Bereich ließen sich günstigere Preise erzielen.

Unverzichtbarkeit der Rente nach 45 Beitragsjahren

In der Rentenpolitik erneuerte Kretschmer eine gemeinsame Forderung der ostdeutschen Ministerpräsidenten. Angesichts der Pläne von Bundeskanzler Friedrich Merz zur Fortführung seines Reformkurses stellte der CDU-Politiker unmissverständlich klar, dass an bestehenden Besitzständen festgehalten werden muss.

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, hält während der Sitzung des Sächsischen Landtags in Dresden eine
Photo: Deutschlandfunk

„Es wird bei der Rente mit 45 Beitragsjahren bleiben.“

Michael Kretschmer, CDU-Politiker und Sachsens Ministerpräsident, via Süddeutsche Zeitung

Er begründete diese Haltung mit der Notwendigkeit, jenen Menschen gerecht zu werden, die ab einem Alter von 16 Jahren körperlich hart gearbeitet haben. Für diese Gruppe müsse verlässlich eine gerechte Lösung gefunden werden.

Reaktionen innerhalb der Unionsfraktion

Während Kretschmer inhaltliche Reformen anmahnt, laufen in Berlin und Düsseldorf die Beratungen über den Umgang mit der Wahlniederlage. Bundeskanzler Friedrich Merz will sich mit der Bundestagsfraktion der Union beraten, um konkrete Konsequenzen aus dem schwachen Abschneiden zu ziehen.

Michael Kretschmer fordert Politikwechsel nach CDU-Debakel im Nordosten
Photo: Sueddeutsche

Gleichzeitig sprachen sich führende Unionspolitiker gegen Personaldebatten aus. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst erklärte bei einer Veranstaltung der Rheinischen Post in Düsseldorf, dass er solche Debatten nicht für zielführend halte, und betonte stattdessen die absolute Notwendigkeit einer stabilen Bundesregierung.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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