Am 22. September 2026 gab die fünfköpfige Jury die Shortlist des Booker-Preises bekannt. Aus 163 eingereichten Werken schafften es sechs Romane in die Endrunde. Die mit 50.000 Pfund dotierte Auszeichnung wird am 9. November in London verliehen und bei einer Zeremonie verkündet, die auf BBC Radio 4’s Front Row übertragen wird.
Prominente Rückkehrer und historische Bestmarken auf der Shortlist
Das Auswahlverfahren für den renommierten Literaturpreis brachte in diesem Jahr eine bemerkenswerte Mischung aus etablierten Größen und neuen Stimmen hervor. Unter den sechs Nominierten befinden sich gleich zwei ehemalige Preisträger: Marlon James und Douglas Stuart. James gewann im Jahr 2015 für A Brief History of Seven Killings und ist nun mit seinem Roman The Disappearers im Rennen, der in diesem Jahr auch für den National Book Award nominiert ist. Stuart gewann 2020 und wurde für John of John nominiert. Sollte einer der beiden gewinnen, würden sie als fünfter zweifacher Gewinner in den Kreis aufsteigen, dem bereits J.M. Coetzee, Peter Carey, Hilary Mantel und Margaret Atwood angehören.
Für eine weitere historische Dimension sorgt der britische Autor M. John Harrison. Mit seinen 81 Jahren könnte er für seinen spekulativen Roman The End of Everything als ältester Gewinner in der 57-jährigen Geschichte des Preises ausgezeichnet werden. Bislang hält diesen Rekord Margaret Atwood, die 2019 im Alter von 79 Jahren gemeinsam mit Bernardine Evaristo für The Testaments gewann. Komplettiert wird die Runde der bekannten Namen durch die amerikanische Autorin Elizabeth Strout, die für ihr Buch The Things We Never Say nominiert wurde.
Genresprengende Vielfalt und das Urteil der Jury
Die von der Klassizistin und Rundfunksprecherin Mary Beard geleitete Jury, der neben Beard auch der preisgekrönte Dichter Raymond Antrobus, Musiker Jarvis Cocker, Kritikerin Rebecca Lieu (auch als Rebecca Liu geführt) und Patricia Lockwood angehören, wählte die sechs Titel aus einer im Juli veröffentlichten Longlist von 13 Büchern aus. Die Juroren betonten die enorme stilistische Bandbreite der nominierten Werke, die von historischen Romanen über Campus-Romane bis hin zu dystopischer Fiktion reichen. Die Shortlist-Auswahl wurde bei einem Event im Southbank Centre im zentralen London vorgestellt, wobei alle fünf Juroren anwesend waren. Die Juroren erklärten zudem, die sechs Romane seien eine Shortlist, „die nach unserer Überzeugung von künstlicher Intelligenz nicht repliziert werden kann“.”


Mary Beard sagte in einer Erklärung zu den Werken: „Diese Romane reichen vom Hilkaren bis zum Beunruhigenden, vom furchtbar Fremden bis zum alarmierend Häuslichen, vom kraftvoll Schockierenden bis zum faszinierend Untertriebenen. Dies ist Schreiben von seiner besten Seite.“ Richter nannten die Werke zudem bewegend, rasant, lustig, gewalttätig, faszinierend, schrecklich und hoffnungsvoll. Die Richter merkten zudem an, dass The End of Everything „als Thriller, als Mystery, als Satire, als Dystopie, als Road-Novel, als ein Werk des Realismus gelesen werden kann“.””
Neben den etablierten Autoren schafften es auch neue Stimmen in die Endauswahl. Der Dichter Luke Kennard wurde für seinen dritten Roman Black Bag nominiert, der von einem echten sozialpsychologischen Universitätsexperiment inspiriert ist, das in den 1960er Jahren in Oregon stattfand. Als einzige Debütautorin ist die frühere Trampolinturnerin und preisgekrönte Dichterin Rebecca Perry mit ihrem ersten Werk May We Feed the King vertreten, das von der Kultur-Redakteurin des Independent, Jessie Thompson, als „ungewöhnlich, evokativ und unglaublich bewegendgefeiert wurde; das Buch handelt von einem Kurator, der von dem Leben eines mittelalterlichen Königs besessen ist.
Preise, Zeremonie und die Entscheidung am 9. November
Die Verleihung des Booker-Preises findet am 9. November 2026 in London statt. Bereits vor der Bekanntgabe des Gesamtsiegers erhalten alle sechs nominierten Autoren eine spezielle gebundene Ausgabe ihres Buches sowie ein Preisgeld von 2.500 Pfund (etwa 3.300 US-Dollar).
Der endgültige Sieger, der am Abend des 9. November bekanntgegeben wird, erhält neben einer Trophäe das Hauptpreisgeld in Höhe von 50.000 Pfund (circa 66.600 US-Dollar). Die Bekanntgabe bildet den Schlusspunkt eines monatelangen Auswahlprozesses, bei dem die Juroren nach dem Sichten von 163 eingereichten Romanen schließlich bei den sechs verbleibenden Werken ankamen.
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