Microsoft streicht im Rahmen einer umfassenden Umstrukturierung seiner Xbox-Sparte 268 weitere Stellen. Xbox-Manager Matt Booty kündigte an, dass die Verantwortung für die Spieleserie Halo an Activision übergeht, während Bethesda mehr Einfluss erhält und mehrere Entwicklerteams neu organisiert werden.
Microsoft treibt den Konzernumbau in seiner Gaming-Sparte weiter voran. Die Einsparungen treffen demnach verschiedene Bereiche des Unternehmens schwer.
Stellenabbau und Umstrukturierung bei Xbox Studios
Die Einschnitte treffen die Halo Studios, weitere First-Party-Entwickler sowie verschiedene Management- und Zentralfunktionen. Matt Booty erklärte in seiner Mitteilung, dass Microsoft mit diesen Schritten etwa drei Viertel des Weges durch die zuvor angekündigte Umstrukturierung absolviert habe.
Juni 2027 insgesamt 1.600 Arbeitsplätze eliminiert werden sollen – zusätzlich zu 1.600 Kündigungen, die bereits Anfang Juli 2026 ausgesprochen wurden. Ziel des Konzerns ist es nach Angaben der Unternehmensführung, die Organisation zu straffen, Marken zu stärken, weniger Geschäftsbereiche zu betreiben, eng zusammenarbeitende Gruppen anzugleichen und die Publishing-Expertise zu fokussieren.
Halo-Neuausrichtung und neue Studioschwerpunkte
Die wohl weitreichendste Änderung betrifft die traditionsreiche Spieleserie Halo, deren Zukunft nach Angaben der Berichterstattung auf der Kippe steht. Die Verantwortung für das nächste Spiel der Reihe wandert zu Activision. Ein eigens dafür aufgebautes Team soll die Entwicklung leiten und dabei völlig getrennt von Call of Duty arbeiten. Bei den Halo Studios verbleibt lediglich eine kleine Mannschaft, die den Support für die aktuellen Spiele sicherstellen soll.
- Playground Games und Turn 10 bilden künftig ein gemeinsames Studio, das sich auf die Marken Forza und Fable konzentrieren wird.
- Bethesda erweitert seinen Befugnisbereich und übernimmt die Aufsicht über Obsidian, das derzeit an einem neuen Fallout-Projekt arbeitet.
- Der Mobile-Games-Hersteller King übernimmt die Verantwortung für die Microsoft Casual Games.
Ausgliederungen und drohende Schließungen bei Ninja Theory
Bei mehreren bisherigen First-Party-Studios verändert sich die Anbindung an den Konzern grundlegend. Compulsion, bekannt durch South of Midnight, Double Fine (Psychonauts 2) und Undead Labs wurden aus dem Konzern herausgelöst und agieren nun eigenständig. Das von Undead Labs entwickelte Spiel State of Decay 3 soll jedoch wie geplant zum Release im Xbox Game Pass erscheinen.
Deutlich ernster ist die Lage hingegen beim Hellblade-Entwickler Ninja Theory. Nach dem Scheitern zweier Verhandlungsrunden haben Gespräche über eine mögliche Schließung des Studios begonnen. Bei Arkane, den Machern von Prey und Marvel’s Blade, laufen die Konsultationen noch bis Ende des Jahres. Matt Booty betonte in seiner E-Mail, es gelte nun, die Betroffenen zu unterstützen und einander mit Fürsorge und Respekt zu begegnen.
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