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Welt

Pater Franz Helm fordert ökologischen Neuanfang in der Klimakrise

Die christlichen Kirchen sollten die Klimakrise stärker als Auftrag zur Veränderung von Lebensstil und Wirtschaft begreifen. Das forderte der Steyler Missionar und Umweltaktivist Pater Franz Helm am Sonntag in der Ö1-Sendung „Zwischenruf“ mit Blick auf die aktuelle Schöpfungszeit.

Angesichts zunehmender und teils schwer kontrollierbarer Waldbrände hat der Steyler Missionar und Umweltaktivist Pater Franz Helm am Sonntag in der Ö1-Sendung „Zwischenruf“ von apokalyptischen Warnsignalen gesprochen, die ernst genommen werden müssten. Anlass für seinen Appell ist die derzeitige Schöpfungszeit, die in den christlichen Kirchen von Anfang September bis Anfang Oktober begangen wird, wie Kathpress berichtet.

Bedeutung der Apokalypse und Kritik an regionaler Bekämpfung

Helm verwies auf die biblische Bedeutung des Begriffs „Apokalypse“. Dieser bezeichne eine literarische Gattung, in der die bestehende Weltordnung erschüttert werde und auf deren Ende eine Neuschöpfung folge. Für Menschen, die durch Waldbrände innerhalb weniger Stunden ihre Existenz verlören, sei die Situation bereits Apocalypse now.

Pater Franz Helm fordert ökologischen Neuanfang in der Klimakrise

Die christliche Deutung der Apokalypse erschöpfe sich jedoch nicht in Untergangsszenarien, betonte der Priester laut Kathpress. Biblisch gesprochen ist es auch Neuschöpfung, Hoffnung, sagte Helm. Aus seiner Sicht reicht es nicht aus, die Auswirkungen der Klimakrise lediglich regional zu bekämpfen.

Ohne einen echten Neuanfang, ohne wirkliche Umstellung des Lebensstils und Wirtschaftssystems weg von den fossilen Energieträgern wird die Weltgemeinschaft die Klimakrise und ihre Folgen nicht in den Griff bekommen.

Pater Franz Helm, Steyler Missionar und Umweltaktivist

Zugleich kritisierte er eine Tendenz zur Abschottung und zu dem Versuch, die Folgen der Krise jeweils individuell zu bewältigen.

Glaubensperspektive und kirchliches Engagement gegen Vorbehalte

Seinen Appell verband der Steyler Missionar mit einer persönlichen Glaubensperspektive. Als Christ wolle er entdecken, wie Gott heute kommt, um alles neu zu schaffen. An dieser Neuschöpfung wolle er mitwirken, auch wenn sie Veränderungen und einen Abschied vom Gewohnten bedeute. Dafür hoffe er auf weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter, insbesondere unter Menschen, die ihre Motivation aus der Bibel und dem christlichen Glauben schöpften.

Pater Franz Helm fordert ökologischen Neuanfang in der Klimakrise

Als Beispiele für konkretes christliches Engagement nannte Helm Pfarrgemeinden, die Photovoltaikanlagen installierten oder beim Einkauf auf Klimaverträglichkeit achteten. Auch die Bibel und kirchliche Lehrschreiben wie die Enzyklika „Laudato si'“ von Papst Franziskus gäben Anstöße zu Umkehr und einem veränderten Umgang mit der Schöpfung. Bereits das Alte Testament nehme ökologische Fragen und nachhaltiges Handeln in den Blick.

Kritisch äußerte sich Helm zu Vorbehalten innerhalb des Christentums gegenüber ökosozialem Engagement, welches teilweise vorschnell als links eingeordnet werde. Demgegenüber verwies er darauf, dass etwa unter Trockenheit und deren Folgen auch Landwirte litten, die politisch häufig anderen Lagern zugerechnet würden.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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