An der BP-Tankstelle an der Heiligenstädter Straße in Wien gilt seit dem vergangenen Freitag eine strikte Parkzeitbegrenzung von 15 Minuten rund um die Uhr. Kameras überwachen das Areal, nachdem der Autotunertreffpunkt und die stark frequentierte McDrive-Filiale zu massiven Platzproblemen und Müllbelastung geführt hatten.
An den Wochenenden zieht es junge Menschen mit schnellen Autos zu verschiedenen Hotspots in Wien. Einer davon ist seit Jahren die BP-Tankstelle an der Heiligenstädter Straße. Doch nun greift der Betreiber zu harten Mitteln, um die Situation zu entschärfen, wie das Portal Kurier berichtet.
Neue Parkbeschränkungen und Kameras an der BP-Tankstelle in Heiligenstadt
Seit dem vergangenen Freitag dürfen Fahrzeuge auf dem Gelände der Tankstelle nur noch maximal 15 Minuten parken. Diese Regelung gilt laut den angebrachten Hinweisschildern rund um die Uhr und an jedem Wochentag. Die Kontrolle erfolgt über mehrere Kameras einer beauftragten Parkraumüberwachungsfirma. Auf eine Anfrage des Kurier äußerte sich der Betreiber der Tankstelle nicht zu der Maßnahme.
Der Einfluss des McDrive-Pop-ups auf das Verkehrsgeschehen
Hintergrund der verschärften Parkraumüberwachung sind laut Informationen des Kurier nicht primär die langjährigen Autotreffen, sondern vielmehr die Eröffnung einer neuen McDrive-Filiale im Juli. Diese befindet sich nur wenige Meter entfernt an der Kreuzung, während die größere Filiale an der Heiligenstädter Straße umgebaut wird. Voraussichtlich bis Ende Dezember soll der kleinere Standort in Betrieb bleiben.

Da die Pop-up-Filiale keine Sitzplätze bietet, weichen viele Kundinnen und Kunden samt Burgern und Pommes auf die benachbarte BP-Tankstelle aus, um dort im Auto zu speisen. Auch auf dem McDrive-Areal selbst herrscht ein striktes Parkverbot für den Verzehr. Die Folge des Ausweichverkehrs: Neben den bisherigen Autotunern nutzen nun auch McDonald’s-Besucher die Tankstellenflächen, wobei laut Berichten teilweise viel Müll zurückgelassen wird.
Im Sinne aller Nachbarn sei, wenn alle Gewerbetreibenden gemeinsam an einem Strang ziehen, um im Grätzl mehr Ruhe in der Nacht herbeizuführen.
McDonald’s-Franchisenehmer Patrick Köck erklärte auf Anfrage, dass er jede Initiative begrüße, die für mehr nächtliche Ruhe im Grätzl sorgt. Zu den Vorwürfen bezüglich des Mülls wollte er sich hingegen nicht äußern, da dies seiner Ansicht nach nichts mit dem Thema zu tun habe.
Reaktionen der Politik und Diskussion über Lärmblitzer
Als mögliche Lösung für die Lärmbelästigung bringt der Bezirksvorsteher den Einsatz von Lärmblitzern ins Gespräch. Solche Geräte wurden im vergangenen Jahr bereits in Salzburg getestet, um den Verkehrslärm durch getunte Fahrzeuge einzudämmen. Entsprechende Anfragen bei der zuständigen Magistratsabteilung Verkehrsorganisation (MA 46) blieben in Wien bislang jedoch erfolglos, da diese Technologie dort noch nicht im Einsatz ist.
Die Geräusche stammen den Schilderungen von Anwohnern zufolge vor allem von manipulierten Abgasanlagen der getunten Autos, deren Knallgeräusche an Schüsse erinnern. Neben den Anrainern und Unternehmern ist auch die Wiener Polizei im Dauereinsatz. Ein Polizeisprecher verwies auf Schwerpunktaktionen, temporäre Halteverbote sowie geplante bauliche Maßnahmen, die in enger Zusammenarbeit mit städtischen Behörden, der Landesfahrzeugprüfstelle und den Bezirksvertretungen bereits einen leichten Verdrängungseffekt erzielt hätten.
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