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Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern: SPD führt laut Umfrage vor der AfD

Kurz vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September 2026 deutet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und der AfD an. Während jüngste Umfragen von Insa und der Forschungsgruppe Wahlen beide Parteien an der Spitze sehen, stehen CDU und kleinere Parteien vor massiven Hürden bei der Regierungsbildung. Ein offenes Rennen entscheidet über die Macht in Mecklenburg-Vorpommern. Am Sonntag wählt Mecklenburg-Vorpommern einen neuen Landtag. Das Land wird seit 1998 von der SPD regiert – mit wechselnden Koalitionspartnern, zuletzt der Linken. Schwesig möchte verhindern, dass die AfD stärkste Kraft wird. Der Landesverband wird dort, anders als in Sachsen-Anhalt, vom Landesverfassungsschutz nicht als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft.”

Umfragen vor der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern: SPD holt auf

Am kommenden Sonntag, dem 20. September 2026, wählt Mecklenburg-Vorpommern einen neuen Landtag. Das Landesparlament wird am Sonntag (20. September) zeitgleich mit dem Berliner Abgeordnetenhaus gewählt. Kurz vor der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern wird es noch einmal spannend: Plötzlich deutet sich ein Sieg der SPD an. Zwar lag die Partei von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig in den Umfragen lange hinter der in Teilen rechtsextremen AfD. Doch nun zeigt eine aktuelle Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen die Sozialdemokraten auf Platz eins (37 Prozent). Die AfD liegt mit nur einem Prozentpunkt weniger knapp dahinter. Die politische Dynamik hat sich kurz vor dem Urteil der Wählerschaft drastisch verändert. Eine vom Institut Insa im Auftrag der Bild-Zeitung veröffentlichte Erhebung sieht die Sozialdemokraten bei 35 Prozent, während die AfD von Spitzenkandidat Leif-Erik Holm bei 37 Prozent knapp an der Spitze liegt. Die AfD erreicht zwei Prozentpunkte mehr und liegt mit 37 Prozent weiter an der Spitze.

So nahe lagen die beiden Parteien schon lange nicht mehr beieinander. In den ersten Monaten des Jahres hatte der Abstand in den Umfragen zur MV-Wahl 2026 zwischen 7 und 14 Prozentpunkten betragen. Noch extremer sah es vor einem Jahr aus: Im September 2025 hatte Infratest dimap die AfD sogar noch mit 19 Punkten vorn gesehen. Doch der Trend scheint unverkennbar: Auch im aktuellen ZDF-Politbarometer vom 11. September liegt die SPD (34 Prozent) nur noch knapp hinter der AfD (37 Prozent). Noch deutlicher fällt das Bild bei einer aktuellen Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF aus. Dort liegt die Partei von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit 37 Prozent auf dem ersten Platz, direkt gefolgt von der AfD mit 36 Prozent. Damit vereinen die beiden führenden Kräfte zusammen mehr als zwei Drittel der Wählerinnen und Wähler in Mecklenburg-Vorpommern. Bei der anstehenden Wahl könnte die AfD ihr Ergebnis mehr als verdoppeln und erstmals stärkste Kraft werden.

Die Situation von CDU und kleineren Parteien an der Sperrklausel

Während an der Spitze ein enger Wettkampf tobt, kämpfen traditionsreiche Parteien um ihr politisches Überleben im Schweriner Landtag. Abgeschlagen auf Platz drei landet in der Umfrage die Linke (9 Prozent), beziehungsweise erreicht mit 10 Prozent den dritten Platz. Die CDU droht laut den Erhebungen auf historische Tiefstwerte von sieben beziehungsweise sechs Prozent abzurutschen. CDU und Grüne müssen, sollte sich das Ergebnis bewahrheiten, mit 6 bzw. 5 Prozent um den Einzug ins Parlament bangen. Sollten die Christdemokraten an der Sperrklausel scheitern, wäre das ein Novum: Seit 1949 bzw. 1990 waren sie in allen deutschen Landesparlamenten vertreten. Für Kanzler Friedrich Merz und seine Christdemokraten bleibt die Lage heikel.

MECKLENBURG-VORPOMMERN: SPD ÜBERHOLT AFD! UMFRAGE HAMMER VOR DER WAHL! | #shorts

Auch die Grünen bangen mit fünf Prozent um den Einzug. Die FDP wird in den aktuellen Erhebungen nicht gesondert aufgeführt und würde, sollte sich die Umfrage bestätigen, aus dem Schweriner Landtag ausscheiden. Auch das BSW würde mit 3 Prozent den Einzug verpassen. Sonstige Parteien stehen bei 3 Prozent. Alle anderen Parteien spielen bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern nur eine untergeordnete Rolle.

ParteiInsa-Umfrage (Bild, 8.–15. Sept.)Forschungsgruppe Wahlen (ZDF, 14.–17. Sept.)
AfD37 Prozent36 Prozent
SPD35 Prozent37 Prozent
Linke10 Prozent9 Prozent
CDU7 Prozent6 Prozent
Grüne5 Prozent5 Prozent
BSW3 Prozent4 Prozent
Sonstige3 Prozent3 Prozent

Schwierige Regierungsbildung und rechnerische Mehrheiten im Landtag

Die Regierungsbildung in Mecklenburg-Vorpommern könnte nach der Wahl schwierig werden. Wir zeigen, wer sich inhaltlich nahesteht und was rechnerisch möglich ist. Weil fast alle Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD ausschließen und die CDU auch nicht mit der Linken koalieren will, dürfte die Regierungsbildung schwierig werden. Die Auswertung der Wahl-O-Mat-Antworten zeigt zwar die größten Schnittmengen zwischen Linken und Grünen sowie zwischen SPD und CDU, doch realistische Mehrheiten hätten eher Dreierbündnisse wie SPD, Linke und Grüne oder SPD, CDU und Grüne, die jeweils mehrere Konflikte mitbringen. Zusätzlich verweisen Kandidierendenchecks auf Unterschiede innerhalb der Parteien.

Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern: SPD führt laut Umfrage vor der AfD
Photo: zeit.de

Rechnerisch hätte eine Koalition aus SPD, Linkspartei und Grünen eine Mehrheit. Derzeit regiert in Schwerin eine Koalition aus SPD und Linkspartei. Die Wahl vom September 2021 gewann die SPD mit 39,6 Prozent vor der AfD mit 16,7 Prozent, der CDU mit 13,3 Prozent und der Linken mit 9,9 Prozent. Auch Grüne und FDP zogen mit 6,3 Prozent und 5,8 Prozent in den Landtag ein. Das BSW trat noch nicht an. Erstmals dürfen in diesem Jahr auch 16- und 17-Jährige wählen, und damit wird die Wahl zum nächsten wichtigen Stimmungstest für Deutschland.

Stimmungsbild in Berlin & Mecklenburg-Vorpommern: ZDF-Politbarometer vor den Wahlen | ZDFheute live
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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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