Die Alternative für Deutschland hat bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 nach ersten Prognosen einen historischen Sieg errungen. Mit rund 44,5 Prozent der Stimmen steht die Partei vor dem möglichen Einzug in die Regierungsverantwortung auf Ländbene, während die CDU des Bundeskanzlers massiv verliert.
Ein historischer Wahlausgang in Sachsen-Anhalt
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat die Alternative für Deutschland (AfD) nach am Sonntagabend veröffentlichten Prognosen der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF einen Erdrutschsieg erzielt. Die Partei kam auf schätzungsweise 44,1 bis 44,5 Prozent der Stimmen und verdoppelte damit ihr Ergebnis im Vergleich zur Wahl im Jahr 2021, als sie 20.8 Prozent errang, wie unter anderem die Berichterstattung dokumentiert.
Sollte sich dieser Trend bestätigen, stünde Deutschland vor einer politischen Premiere: Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg könnte eine Partei aus dem rechtspopulistischen bis rechtsextremen Spektrum die Führung einer Landesregierung übernehmen. Die AfD ging mit dem Ziel an den Start, eine absolute Mehrheit im Magdeburger Landtag zu erringen, um trotz der anhaltenden Abgrenzung der anderen Parteien alleine regieren zu können, wie AP News berichtet. Ob es für die absolute Mehrheit reicht, blieb nach Auskunft der Rundfunkanstalten zunächst unklar.
Ulrich Siegmund und der scharfe Kurs der AfD
Angeführt wurde der Wahlkampf der Partei von dem 35-jährigen Landesvorsitzenden Ulrich Siegmund. Gegenüber der ARD erklärte der Spitzenkandidat laut AP News: „Wir haben Geschichte geschrieben.“ Die Wähler hätten ein Signal gesendet, dass „so kann es nicht weitergehen“, und es sei „auch ein Signal Richtung Berlin. Über den bundesdeutschen Regierungschef sagte er: „Ein sehr guter Wahlkämpfer für uns in diesem Wahlkampf war Friedrich Merz. Jeder Tag, den dieser Mann im Kanzleramt ist, ist ein Tag zu viel.
””
Die Bundes-CDU und das Lager der etablierten Parteien
Die CDU von Bundeskanzler Friedrich Merz musste eine schwere Niederlage einstecken. Nach den Prognosen von ARD und ZDF stürzte die Union auf 18,3 bis 18,5 Prozent ab, was einer Halbierung des Ergebnisses im Vergleich zur vorherigen Wahl entspricht. Die von Al Jazeera in Magdeburg zitierte Berichterstattung verwies darauf, dass die AfD zwar den Löwenanteil der Stimmen errungen habe, jedoch vor der Frage stehe, ob dies für die Kontrolle des Bundeslandes ausreicht.

Auf Bundesebene ist die Partei laut Berichten ohnehin bereits stärkste Kraft in Umfragen. Die nationale Co-Vorsitzende Alice Weidel lobte das Ergebnis als „sensationell“ und erklärte, die Partei habe ein „sehr klares Mandaterhalten, auch wenn zunächst offen blieb, ob die Bildung einer Regierung gelingen kann. Die AfD war mit einer anti-islamischen, anti-migrations- und moskaubefreundeten beziehungsweise russlandfreundlichen Agenda angetreten.
”
Reaktionen und weitere Parteiergebnisse im Landtag
Hinter der CDU landete die linke beziehungsweise farb-linke Partei Die Linke den Angaben zufolge mit 9,3 Prozent auf dem dritten Platz, während die Sozialdemokraten (SPD) 8,4 Prozent und die Grünen 8,7 Prozent erreichten. Die kleinere Partei BSW schaffte überraschend den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde und zieht damit in das Parlament ein.
Ob die AfD am Ende tatsächlich eine Regierung bilden kann, hängt auch davon ab, ob andere politische Kräfte ihre Brandmauer aufweichen. Bislang haben sämtliche etablierten Parteien Koalitionen oder jegliche Form der Zusammenarbeit mit der AfD strikt abgelehnt, wodurch die Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt nach der Wahl vor einer unklaren Gemengelage steht.
Auch interessant