Fast 30 Jahre nach dem Tod von Prinzessin Diana enthüllt ihr Bruder Charles Spencer in seinen Memoiren ein bemerkenswertes Angebot von Queen Elizabeth II. Die Monarchin wollte Diana posthum ihren HRH-Titel zurückgeben. Spencer lehnte die Geste ab, während im britischen Königshaus gleichzeitig ein heftiger Streit um neue Vorwürfe gegen König Charles III. eskaliert.
Das Angebot der Queen und Spencers Absage im Royal Train
Knapp drei Jahrzehnte nach dem tragischen Tod von Prinzessin Diana (1961–1997) gewährt ihr Bruder Charles Spencer (62) in seinen Memoiren mit dem Titel Swan Song: Diana, My Sister
, aus denen die britische „Daily Mail“ vorab zitiert, überraschende Einblicke in die Ereignisse rund um ihre Beisetzung. Wie vorab zitiert wird, schildert der Earl ein bemerkenswertes Angebot von Queen Elizabeth II. (1926–2022).
Die Monarchin schlug demnach vor, Diana posthum das Prädikat Her Royal Highness
(HRH) – auf Deutsch Ihre Königliche Hoheit
– wiederzuerkennen. Diana war nach ihrer Scheidung von dem damaligen Prinzen Charles 1996 tief verletzt gewesen, nachdem sie das HRH-Prädikat nicht mehr führen sollte, und ihr offizieller Titel lautete fortan nur noch Diana, Princess of Wales. Überbracht worden war das Angebot ausgerechnet von Robert Fellowes, dem damaligen Privatsekretär der Queen und Ehemann von Dianas Schwester Jane. Das Gespräch fand am Tag der Beerdigung im Royal Train auf dem Weg zum Familiensitz Althorp statt.

Spencer empfand die Geste der Queen zwar als gut gemeint, lehnte das Angebot aber ab. Für ihn habe es sich wie ein nachträglicher „Trostpreis“ angefühlt. Grundsätzlich war bereits bekannt, dass es nach Dianas Tod Überlegungen zu einer Wiederherstellung ihres HRH-Status gab und der Buckingham-Palast im September 1997 erklärte, man habe die Spencer-Familie dazu konsultiert, welche deutlich gemacht habe, dass Diana selbst keine nachträgliche Änderung gewollt hätte. Die Neuheit von Spencers Buch liegt vor allem in seiner persönlichen Schilderung, dass er selbst diese Entscheidung traf, das Angebot der Queen auszuschlagen, wobei er in seinem Buch zudem eingestand, sich später gefragt zu haben, ob seine Schwester dies möglicherweise anders gesehen hätte.
Schwere Vorwürfe gegen König Charles und scharfe Reaktionen aus dem Palast
Neben den Enthüllungen über das königliche Angebot enthält das Buch von Charles Spencer zahlreiche bislang unbekannte Details über die Ehe seiner Schwester mit dem heutigen King Charles (77). Der Streit um die Erinnerungen an Prinzessin Diana (†36) wird dabei immer heftiger, und die britische Presse wie die „Daily Mail“ sowie „The Sun“ greifen Spencers Enthüllungen groß auf. Besonders ein Telefonat kurz nach Dianas Tod sorgt für massive Spannungen zwischen dem Earl und dem britischen Königshaus.

Spencer schildert ein Telefonat mit Charles wenige Stunden nach Dianas Tod am 31. August 1997. Der damalige Prince of Wales habe seltsam sachlich
und ganz anders als andere fassungslose Anrufer geklungen, und Spencer behauptet, Charles habe überschwänglich erfreut
geklungen, wie ein Lottogewinner
. Rückblickend vermutet Spencer, Charles habe damals möglicherweise vor allem daran gedacht, dass Dianas Tod ihm den Weg zu jener Frau freimachen könnte, die er liebte. Nach Spencers Darstellung soll Charles in einem weiteren oder demselben Zusammenhang zudem gesagt haben: „Wir werden sie schon bald vergessen haben.
Gegenüber der BBC bekräftigte Spencer diesen Vorwurf: „Ich kann Ihnen hier und jetzt sagen: Genau das waren die Worte, die er gesagt hat.“ Er erklärte, in seinem gesamten Leben lediglich zwei Telefonate mit Prinz Charles geführt zu haben und deshalb jedes Wort genau im Kopf zu haben. Pikant ist zudem, dass Spencer auf die Frage nach Beweisen erklärte, er habe unmittelbar nach dem Gespräch mehreren Freunden und Familienmitgliedern davon erzählt, weil die Bemerkung für ihn damals so ungeheuerlich gewesen sei, dass er sie nicht habe vergessen können.”
„Ich kann Ihnen hier und jetzt sagen: Genau das waren die Worte, die er gesagt hat.
Charles Spencer, über das Gespräch mit dem heutigen König Charles III.
Der Buckingham-Palast stellte die Erinnerungen von Dianas Bruder öffentlich infrage und reagierte bereits auf erste Auszüge ungewöhnlich deutlich und scharf. Der Palast deutete an, dass Spencers Trauer damals seine „Vernunft, sein Urteilsvermögen und seine Erinnerung“ beeinträchtigt habe. Spencer zeigt sich kämpferisch und vermutet, die scharfe Reaktion des Palasts zeige, wie peinlich Charles die Angelegenheit sei, mit dem klaren Standpunkt: „Ich höre nicht, dass er bestreitet, es gesagt zu haben. Damit dürfte der Streit zwischen Dianas Bruder und dem Königshaus gerade erst begonnen haben.
”