Yemen’s government forces are preparing for a renewed Houthi offensive targeting the strategic central city of Marib, following recent militia advances along the western coast. Military officials confirmed readiness to defend the province, which houses over two million displaced people, major energy fields, and critical infrastructure.
Militärische Lage und Houthi-Truppenaufbau um Marib
Jemens staatliche Streitkräfte stehen nach Angaben der Militärführung bereit, um einen drohenden Großangriff der Huthi-Miliz auf die zentraljemenitische Provinz Marib abzuwehren. Brigadegeneral Yahya Al-Hatemi, Direktor für Militärmedien der jemenitischen Armee, erklärte, die Regierungstruppen seien durch mehr als ein Jahrzehnt bewaffneter Auseinandersetzungen taktisch erfahrener und schlagkräftiger geworden, wie Berichte aus dem Jemen bestätigen.
In den vergangenen Tagen meldeten Medien vor Ort, dass die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz massive Verbände und schweres Kriegsgerät in die von ihr kontrollierten Sektoren der Provinz Marib verlegt hat. Diese Truppenkonzentration folgt auf weitreichende Geländegewinne der Aufständischen an der jemenitischen Westküste. Dort hatten die Huthi zuvor die Hafenstadt Al-Mucha (Mokha) sowie Küstenstreifen und Inseln im Bereich der Bab-el-Mandeb-Straßenumgebung unter ihre Kontrolle gebracht.
„The armed forces have generally become more organized, powerful and effective,“
Brig. Yahya Al-Hatemi, director of the Yemeni army’s military media
Al-Hatemi betonte, dass die Armee sich der neuen strategischen Ausrichtung des Gegners bewusst ist. Neben der zahlenmäßigen Stärke der Verteidiger verwies die Führung auf die geänderte Frontdynamik und die feindselige Haltung der lokalen Bevölkerung gegenüber der Miliz in der Region.
Strategische Bedeutung von Marib für die staatliche Souveränität
Seit der Eskalation des jemenitischen Bürgerkriegs im Jahr 2015 gilt Marib als eines der wichtigsten Machtzentren der international anerkannten Regierung. Die Provinz beherbergt mehr als zwei Millionen Binnenvertriebene, wesentliche Stützpunkte der Armee, lebenswichtige Öl- und Gasvorkommen sowie ein zentrales Elektrizitätswerk. Bereits im Frühjahr 2021 hatten die Huthi eine groß angelegte Offensive gestartet, die bis ins Jahr 2022 hinein andauerte, jedoch durch heftigen Widerstand und ein anschließendes Waffenstillstandsabkommen unter Vermittlung der Vereinten Nationen im April 2022 weitgehend abgefangen wurde.
Sultan Al-Aradah, Mitglied des Presidential Leadership Council und Gouverneur von Marib, unterstrich in einer Stellungnahme gegenüber dem Sender Saba TV, dass die Verteidiger nicht nur einen feindlichen Vorstoß abwehren, sondern langfristig die Initiative ergreifen wollen.
„There is no doubt that Marib is part of the broader battlefields across the country,“
Sultan Al-Aradah, Presidential Leadership Council member and Marib Gov.
Sultan Al-Aradah erklärte weiter, dass die Front in Marib von Beginn an auf den Sieg und die Unterstützung aller Fronten in Jemen ausgerichtet sei, wobei das Ziel der Streitkräfte in Marib und anderen Regionen die Wiederherstellung der Hauptstadt Sanaa sei.
Gouverneur Al-Aradah richtete zudem einen dringenden Appell an Familien in den von den Huthis kontrollierten Gebieten und warnte davor, Minderjährige in die Kampfhandlungen zu schicken. Er warf der Führung der Rebellen vor, den Krieg durch militärische Eskalationen gezielt neu entfacht zu haben, und bedankte sich gleichzeitig für die Unterstützung Saudi-Arabiens an der Seite der legitimen jemenitischen Staatsführung.
Entwicklung der Huthi-Miliz zum regionalen Akteur
Die militärische Kampagne findet vor dem Hintergrund einer tiefgreifenden Transformation der Huthi-Bewegung statt. Ursprünglich in den späten 1990er-Jahren als zayditischer, schiitischer Erneuerungsimpuls im Norden Jemens entstanden, führte die Gruppe sechs Kriege gegen den Staat, ehe sie den Zusammenbruch der zentralen Regierung im Zuge des Arabischen Frühlings 2011 nutzte, um sich territorial auszudehnen und Verbindungen zum Iran sowie zur libanesischen Hisbollah zu vertiefen.
Mit der Einnahme der Hauptstadt Sanaa im Jahr 2014 wurde der von den Golfstaaten unterstützte politische Übergangsprozess gestoppt. Die darauffolgende saudi-geführte Intervention führte zu einem langjährigen Bürgerkrieg, der trotz der Waffenruhe von 2022 durch erneute Kampfhandlungen abgelöst wurde. Parallel dazu trieben die Milizen nach Berichten von Medienbeobachtern ihre technologische Aufrüstung voran.

- Militärbeobachter und UN-Berichte dokumentieren den Einsatz heimisch gefertigter sowie importierter Drohnen- und Raketentechnologien durch die Huthi-Kämpfer.
- Die strategische Kontrolle über die Küste der Bab-el-Mandeb-Straße erschwert den internationalen Schiffsverkehr und bedroht wichtige Energieexportrouten.
- Die militärische Infrastruktur der jemenitischen Armee wurde nach Angaben der Militärführung um reaktivierte Einheiten der Luftwaffe ergänzt, die zuletzt Luftangriffe gegen Stellungen der Aufständischen flogen.
Während die Huthi ihre Angriffe im Roten Meer und auf Ziele in den Nachbarländern fortsetzen, bleibt abzuwarten, wie sich die militärische Auseinandersetzung an den alten Frontlinien in Marib, Al-Jawf und Taiz in den kommenden Wochen weiterentwickelt.
Verwandte Artikel