Eine international besetzte Untersuchungskommission hat erklärt, dass „vernünftige Gründe“ für die Annahme vorliegen, die Vereinigten Staaten hätten bei Luftangriffen im Iran Kriegsverbrechen begangen. Wie unter anderem aus einem Bericht hervorgeht, der für das oberste Menschenrechtsorgan der Vereinten Nationen in Genf bestimmt ist, konzentrieren sich die Vorwürfe auf zwei Angriffe vom Beginn des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran, bei denen mindestens 178 Zivilisten – darunter Frauen und Kinder – getötet wurden. Geleitet wird die unabhängige Fact-Finding-Mission auf den Iran von der Juristin Sara Hossain aus Bangladesch, wie CBS News berichtet.”
UNO-Experten erheben Vorwürfe wegen möglicher Kriegsverbrechen
Die Angriffe auf die Shajareh-Tayyebeh-Schule in Minab und ein Sportzentrum in Lamerd
Im Zentrum der Vorwürfe steht ein Angriff auf die Shajareh-Tayyebeh-Präsenzschule in der südlich gelegenen Stadt Minab am 28. Februar, dem ersten Tag des Konflikts. Bei dem von Tomahawk-Lenkflugkörpern geführten Beschluss kamen nach Angaben der UN-Mission über 150 Menschen ums Leben, darunter etwa 120 Kinder. Nach Auffassung der Experten versäumten es die Streitkräfte, hinreichend zu überprüfen, ob es sich um ein militärisches Objekt handelte. Auf der Anlage befindliche Merkmale wie kindgerechte Wandmalereien, Schilder und Spielplätze seien deutlich erkennbar gewesen. Laut Al Jazeera bestätigten auch Satellitenbilder vor dem Einschlag Menschenansammlungen von Kindern im Schulhof.

Ein weiterer Vorwurf betrifft einen Luftangriff am selben Tag in der Stadt Lamerd. Dort wurde ein nach UN-Angaben deutlich erkennbarer Sportkomplex nebst Wohngebiet getroffen, wobei Präzisionswaffen Wolframgeschosse verstreuten und 22 Zivilisten töteten. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) hatte im März erklärt, an diesem Tag keine Angriffe in Lamerd durchgeführt zu haben. Die Trump-Administration hat die Verantwortung für die Bombardierung der Schule in Minab bisher nicht direkt übernommen und auch keine Ergebnisse einer angekündigten Untersuchung des Pentagons veröffentlicht. Eine mit der vorläufigen Geheimdienstanalyse vertraute Person äußerte gegenüber Medien jedoch, der Einsatz beruhe möglicherweise auf veralteter Aufklärung, die das Gebiet fälschlicherweise als militärische Installation auswies.
Vorwürfe gegen iranische Behörden und Aufruf zur Beendigung der Feindseligkeiten
Neben den Vorwürfen gegen die USA warf die UN-Mission auch den iranischen Behörden schwere Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Diese stünden im Zusammenhang mit dem harten Vorgehen der staatlichen Sicherheitskräfte gegen landesweite Proteste ab dem späten Dezember 2025 und Anfang 2026. Die Mission sprach von einer Reihe von Missständen, darunter rechtswidrige Tötungen in großem Ausmaß, Folter, willkürliche Inhaftierungen, erzwungene Verschwindenlassen sowie eine umfassende Internetsperre und Einschränkungen der Meinungsfreiheit. Die tatsächliche Opferzahl liege nach Einschätzung der Experten weit über den offiziellen Regierungsangaben von 3.038 Getöteten und 25.000 Verletzten, wenngleich eine exakte Verifizierung schwierig blieb. Teheran begründete das Vorgehen mit Unruhen, die von im Exil lebenden Gegnern sowie den USA und Israel unterstützt worden seien.

Die Untersuchungskommission appellierte an beide Konfliktparteien, die Feindseligkeiten sofort zu beenden, den Opfern Wiedergutmachung zu leisten und auf diplomatischem Wege dauerhaften Frieden anzustreben.
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