Die US-Notenbank Federal Reserve hält am Mittwoch unter dem Vorsitz von Kevin Warsh ihre Zinsentscheidung ab. Die Märkte rechnen angesichts einer Teuerungsrate von 3,4 Prozent und steigender Ölpreise fast sicher mit einer Zinserhöhung von 25 Basispunkten, während im Vorfeld auch US-Präsident Donald Trump auf Zinssenkungen drängte.
Während Aktienfutures uneinheitlich tendierten, warteten Händler weltweit gespannt auf die um 23:30 Uhr MESZ (11:30 pm IST) erwartete Bekanntgabe des Offenmarktausschusses (FOMC). Im Anschluss soll Fed-Chef Kevin Warsh vor die Presse treten, um die neue Zinsbahn und die aktualisierten Wirtschaftsprognosen der Notenbank zu erläutern, wie unter anderem berichtet wurde.
Markterwartungen und Zinsprognosen unter Kevin Warsh
Die Frage, ob die Fed nach einer langen Phase stabiler Zinsen den Schritt zu einer Erhöhung wagt, beschäftigte Analysten und Investoren gleichermaßen. Seit Januar 2026 hatte die Notenbank den Leitzins unverändert in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Nun zeigt eine Reuters-Umfrage unter 101 Ökonomen einen drastischen Wandel: 86 Experten rechneten mit einem Zinsschritt um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4 Prozent. In der Vorwoche hatte noch eine Zweidrittelmehrheit auf eine Beibehaltung der Zinsen gesetzt, wie Analysten analysierten. Auch Zinsfutures preisten eine Wahrscheinlichkeit von fast 90 Prozent für die Anhebung ein, während der CME FedWatch-Tool sogar 92,5 Prozent anzeigte, wie aus Marktdaten hervorgeht.
KPMG-Chefökonomin Diane Swonk betonte gegenüber der Presse, eine solche Zinserhöhung sei möglicherweise nur ein erster Schritt und nicht der letzte, sollte die Teuerung hartnäckig bleiben. Rund 53 Prozent der befragten Ökonomen erwarteten mindestens einen weiteren Zinsschritt bis Ende März 2027.
Inflationstreiber und steigende Ölpreise im Visier der Fed
Hauptgrund für den geldpolitischen Richtungswechsel ist die hartnäckige Inflation. Laut dem Bureau of Labor Statistics stieg der US-Verbraucherpreisindex (CPI) im August um 0,4 Prozent, nachdem er im Juli um 0,1 Prozent zugelegt hatte. Auf Jahressicht verharrte die Teuerung bei 3,4 Prozent. Gleichzeitig kletterten die Rohölpreise infolge neuer Spannungen in Westasien und im Nahen Osten über die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel. Die Lage an wichtigen Schifffahrtswegen wie dem Roten Meer verschärfte die Sorgen über Lieferketten und globale Energiepreise zusätzlich, wie Marktberichte darlegen.

Der internationale Benchmark Brent-Rohöl stieg auf 108,43 US-Dollar je Barrel, während US-WTI-Öl bei 104,20 US-Dollar gehandelt wurde. Die von der Fed bevorzugte Inflationsrate für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) verbleibt weiterhin klar über dem Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank.
Reaktionen an den Anleihenmärkten und politischer Druck von Donald Trump
Die Aussicht auf eine straffere Geldpolitik schlug sich deutlich an den Bondmärkten nieder. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte kurzzeitig über die Marke von 5 Prozent und markierte damit den höchsten Stand seit 2007, was wiederum die Kredit- und Hypothekenkosten im gesamten Land anheizt, wie aus Finanzberichten hervorgeht. Am Tag der Entscheidung kühlten die Renditen geringfügig ab und bewegten sich knapp unter der Fünf-Prozent-Schwelle.
Erschwert wird die Gemengelage durch den politischen Druck des US-Präsidenten. Donald Trump hatte mehrfach öffentlich niedrigere Zinsen gefordert und mit Handelsrestriktionen gedroht, sollte die Notenbank nicht nachgeben. Für den im Mai angetretenen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh bedeutet dies eine Zerreißprobe, bei der auch die institutionelle Unabhängigkeit der Zentralbank genau beobachtet wird, wie die Wirtschaftsberichterstattung betont.
Kursverläufe an den Börsen und Ausschnitt globaler Märkte
An den Aktienmärkten zeigte sich vor der Zinsentscheidung ein uneinheitliches Bild. Nach Verlusten an den US-Börsen am Vortag – ausgelöst durch einen Ausverkauf im Technologiesektor und bei Chipwerten – zeigten sich die Futures am Mittwochvormittag in New York moderat fester. S&P 500-Futures legten um 0,2 Prozent zu, während Dow Jones-Futures um 0,2 Prozent und Nasdaq-100-Futures um 0,4 Prozent stiegen, wie Meldungen bestätigen.
Unter Druck gerieten derweil Kryptowährungen, nachdem der US-Senat ein wichtiges Verfahren zur Regulierung digitaler Vermögenswerte nicht vorangebracht hatte. Bitcoin gab um rund 2 Prozent auf etwa 75.000 US-Dollar nach. In Europa zeigten sich die Leitindizes wie der Stoxx 600 mit einem Plus von 0,4 Prozent freundlich, während die Märkte in Asien uneinheitlich schlossen.
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