Die britische Neobank Revolut hat bei der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA offiziell eine Schweizer Banklizenz beantragt. Das Unternehmen plant in den kommenden fünf Jahren Investitionen von über 150 Millionen Franken und will nach mehr als 1,3 Millionen Kunden in der Schweiz künftig auch Schweizer IBANs, Lohnkonten und Einlagensicherung anbieten.
Revolut unternimmt einen massiven Vorstoss im Schweizer Finanzsektor. Das Unternehmen hat bei der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA einen Antrag auf eine eigenständige Banklizenz eingereicht. Das Bewilligungsverfahren läuft derzeit, wie das Fintech mitteilte. Ein erfolgreicher Abschluss des Verfahrens würde den Weg für eine regulierte Schweizer Bank einebnen.
Bislang bedient der Anbieter seine Kundschaft über eine EU-Einheit. Schweizer Konten werden über die Revolut Bank UAB mit Sitz in Litauen geführt, während für den hiesigen Zahlungsverkehr bisher die Infrastruktur von PostFinance genutzt wird. Mit einer eigenen Lizenz entfielen diese Umwege. Die Bank, weltweit zu Hause mit mehr als 80 Millionen Nutzerinnen und Nutzern, will ihren Marktanteil in der Schweiz deutlich vergrößern.
Investitionen von 150 Millionen Franken in den Schweizer Standort
Die Expansionspläne sind finanzstark untermauert. In den nächsten fünf Jahren will das Unternehmen mehr als 150 Millionen Franken in den Ausbau der Schweizer Präsenz stecken. Die Mittel fließen primär in die Entwicklung lokaler Bankprodukte sowie in zusätzliches Personal. In Zürich beschäftigt Revolut derzeit rund 30 Mitarbeitende; bis Ende 2027 soll diese Zahl auf etwa 100 steigen, insbesondere in den Bereichen Finanzen, Risikomanagement und Compliance.
Parallel dazu baut das Fintech den Verwaltungsrat und die Führungsebene aus. Die Dimensionen des Vorhabens zeigen sich auch an den Kundenzahlen. Nach eigenen Angaben verzeichnet die App in der Schweiz bereits 1,3 Millionen Kunden, wobei allein im Geschäftsjahr 2025 ein Zuwachs von rund 240.000 Personen registriert wurde. Damit übertrifft die Neobank hiesige Konkurrenten wie Yuh mit rund 400.000 und Neon mit etwa 250.000 Kunden deutlich.
Vollwertige Lohnkonten und Schweizer Einlagensicherung im Visier
Bislang nutzen viele Schweizer Anwenderinnen und Anwender die App vor allem als günstige Reisezahlungslösung. Mit der Banklizenz soll sich das grundlegend ändern. Schweiz-Chef Julian Biegmann betonte, dass Kundinnen und Kunden künftig ihre gesamten Finanzen über die Plattform verwalten können sollen.

- Einführung von Schweizer IBANs für den lokalen Zahlungsverkehr
- Ausstellung vollwertiger Lohnkonten
- Anbindung an die elektronische Rechnungszahlung via eBill
- Einbindung der Schweizer Einlagensicherung zum Schutz berechtigter Guthaben bis zu 100.000 Franken
- Prüfung von Angeboten für die private Altersvorsorge (Säule 3a) sowie des Bezahl- und Überwiesungsdienstes TWINT
Für bestehende Kundschaft soll sich im Falle einer Lizenzvergabe der Übergang unkompliziert gestalten. Revolut plant einen einfachen Migrationsprozess hin zur neuen Schweizer Bankeinheit.
Konkurrenzdruck für den etablierten Schweizer Bankenplatz
Der Schritt markiert eine deutliche Ansage an die traditionellen Finanzinstitute. David Tirado aus der Konzernleitung verweist auf hohe Marktdurchdringungen in anderen europäischen Märkten: In Irland erreiche man beispielsweise mehr als 50 Prozent der Erwachsenen. Ähnliche Zuwächse strebt das Unternehmen nach Erhalt einer FINMA-Lizenz auch in der Schweiz an, wo die Marktdurchdringung bereits bei über 15 Prozent liegt. Wann die FINMA über den Antrag entscheiden wird, ist derzeit noch offen.

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