Bei einer außerordentlichen Bürgermeisterwahl in Deutschkreutz hat sich Jürgen Hofer (SPÖ) am Sonntag, den 13. September 2026, überraschend bereits im ersten Wahlgang durchgesetzt. Er holte 52,57 Prozent der Stimmen und beerbt damit den im April zurückgetretenen Ortschef Andreas Kacsits (ÖVP).
Die im burgenländischen Deutschkreutz angesetzte außerordentliche Wahl brachte am Sonntag ein schnelles und deutliches Ergebnis. Insgesamt schritten 2.426 der 2.988 wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger zur Urne, was einer hohen Wahlbeteiligung von 81,19 Prozent entspricht. Entgegen der allgemeinen Erwartung, dass bei drei angetretenen Bewerbern eine Stichwahl nötig werden würde, sicherte sich Jürgen Hofer (SPÖ) auf Anhieb die absolute Mehrheit des Stimmvolkes.
Jürgen Hofer siegt im ersten Wahlgang
Jürgen Hofer, der bisher als Vizebürgermeister amtierte und nach dem Rücktritt des bisherigen Bürgermeisters Andreas Kacsits (ÖVP) im April die Amtsgeschäfte kommissarisch geführt hatte, kam auf 1.236 gültige Stimmen. Das entspricht exakt 52,57 Prozent. Bereits 2022 war Hofer als SPÖ-Spitzenkandidat angetreten und hatte den Bürgermeistersessel in der Stichwahl damals nur knapp um 26 Stimmen gegen Kacsits verpasst.
Hinter dem neuen Ortschef landete Manfred Kölly von der Liste Burgenland (LBL) mit 643 Stimmen oder 27,35 Prozent. Den dritten Platz belegte Eva Heidenreich von der ÖVP mit 472 Stimmen, was einem Anteil von 20,08 Prozent entspricht. Neben den lokalen Spitzenpolitikern war am Wahlabend auch prominente politische Unterstützung vor Ort: SPÖ-Landesparteivorsitzender Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Landesrat Heinrich Dorner gratulierten Hofer persönlich zu dem klaren Ergebnis.
Hofer zeigte sich über den Ausgang überwältigt und erklärte, er habe nicht mit einem Sieg im ersten Durchgang gerechnet. Das Resultat sei dank eines starken Teams und einer voll dahinterstehenden Familie möglich geworden. Gegenüber der Lokalpresse betonte er: Ich bedanke mich bei allen, die mir heute das Vertrauen geschenkt haben und ich werde ab morgen weiter mit voller Kraft für unsere Gemeinde arbeiten!
Reaktionen der Mitbewerber und juristische Vorbehalte
Die unterlegenen Kandidaten reagierten unterschiedlich auf das rasche Ende der Bürgermeisterfrage. Manfred Kölly (LBL) gab an, er habe fest mit einer Stichwahl gerechnet und der Liste Burgenland ein Ergebnis zwischen 30 und 35 Prozent zugetraut. Gleichzeitig kritisierte er das Abschneiden der ÖVP als deutliche Schwächung. Kölly räumte jedoch ein: Der Wähler hat entschieden.
Dennoch kündigte er an, das Vorgehen juristisch überprüfen zu lassen. Konkret wolle er untersuchen, ob es rund um den Vorwahltag in der Gemeinde und am Wahltag selbst in der Schule Unregelmäßigkeiten durch installierte Kameras gegeben habe, um über eine mögliche Wahlanfechtung zu entscheiden.

Eva Heidenreich von der ÖVP zeigte sich ebenfalls enttäuscht, betonte aber, dass der Wählerwille zu respektieren sei. Die ÖVP wolle das Ergebnis analysieren und die kommenden Schritte besprechen.
Monatelange Querelen im Gemeinderat als Auslöser
Die außerordentliche Neuwahl war notwendig geworden, weil es in der Gemeinde nach einer Reihe von politischen Krisen zu einem Bruch im Gemeinderat gekommen war. Im Oktober 2025 waren Vorwürfe wegen Schwarzarbeit im örtlichen Kindergarten laut geworden, woraufhin die Amtsleiterin entlassen wurde. Es folgten monatelange Querelen, die im April zum Rücktritt des damaligen ÖVP-Bürgermeisters Kacsits führten. Da zu diesem Zeitpunkt noch mehr als ein Jahr bis zum regulären Termin der nächsten Gemeinderatswahlen verblieb, musste die Bevölkerung nun vorzeitig an die Urnen treten.

Mit dem Amtsantritt von Jürgen Hofer endet diese Phase der Vakanz, während die politischen Beobachter bereits auf die regulären Gemeinderatswahlen blicken, die in genau einem Jahr turnusmäßig anstehen.
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