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Jahrestag von 9/11: Weltweites Gedenken an Opfer und Spätfolgen

Ein Vierteljahrhundert nach den islamistischen Terroranschlägen vom 11. September 2001 haben die USA und Verbündete weltweit der fast 3.000 Todesopfer gedacht. Bei den Gedenkfeiern in New York, Washington und London gab es neben traditionsgemäßen Schweigeminuten erstmals auch ein offizielles Gedenken an die Spätfolgen für erkrankte Einsatzkräfte.

Die zentralen Gedenkveranstaltungen zum 25. Jahrestag der Anschläge konzentrierten sich am Freitag auf die historischen Schauplätze in New York, am Pentagon sowie in Shanksville, Pennsylvania. Bei den Terrorattacken starben im Jahr 2001 genau 2.977 Menschen. Während an den Gedenkorten weltweit mit Glockenschlägen und Kranzniederlegungen der Toten gedacht wurde, rückten neben den direkten Opfern auch die langfristigen gesundheitlichen Folgen für die damaligen Helfer in den Fokus.

Gedenken am Ground Zero und neue Schweigeminute in New York

Am Ground Zero in Lower Manhattan begann die offizielle Zeremonie wie in den Vorjahren um 8.46 Uhr Ortszeit mit einem Glockenschlag. Zu dieser Uhrzeit war vor 25 Jahren das erste entführte Flugzeug, American-Airlines-Flug 11, in den Nordturm des World Trade Centers geflogen. Angehörige lasen die Namen der Getöteten vor, während sechs traditionelle Schweigeminuten die weiteren Einschläge und den Einsturz der Türme markierten.

Erstmals wurde in diesem Jahr eine siebente Schweigeminute eingeführt. Sie galt den Menschen, die im Laufe des letzten Vierteljahrhunderts an den direkten gesundheitlichen Folgen der Anschläge gestorben sind. Nach Regierungsangaben hat die Zahl der Todesfälle durch Spätfolgen jene der Opfer vom Tag der Anschläge selbst inzwischen deutlich überschritten. Zehntausende Einsatzkräfte und Anwohner waren damals einem hochgiftigen Gemisch aus pulverisiertem Beton, Glas, Gipskarton und brennenden Kunststoffen ausgesetzt.

Getrennte Gedenkorte und politische Spannungen in den USA

Die politische Führung der USA war über verschiedene Standorte verteilt. US-Präsident Donald Trump nahm an einer Gedenkveranstaltung im Pentagon teil. In seiner Rede erklärte er den 11. September erneut zum Patriot Day und begründete den aktuellen Kurs seines Landes mit den Worten: An den Feierlichkeiten am Ground Zero in New York nahmen stattdessen Vizepräsident JD Vance sowie die ehemaligen Präsidenten Joe Biden, Barack Obama, George W. Bush und Bill Clinton teil.

Überschattet wurde das Gedenken in New York von politischen Differenzen um den amtierenden Bürgermeister Zohran Mamdani. Angehörige von Opfern sowie der frühere Bürgermeister Rudy Giuliani hatten in einer Petition gefordert, dass Mamdani der Zeremonie fernbleiben solle, da er sich nach Ansicht der Initiatoren nicht deutlich genug von extremistischen Äußerungen distanziert habe.

Identifizierung der Opfer nach 25 Jahren

Trotz eines viertel Jahrhundert langen forensischen Aufwands bleibt ein beträchtlicher Teil der Opfer bis heute namentlich unbestätigt. Die New Yorker Gerichtsmedizin teilte zum Jahrestag mit, dass weiterhin rund 40 Prozent der insgesamt 2.753 beim Einsturz der WTC-Türme getöteten Menschen nicht identifiziert sind. Der leitende Gerichtsmediziner Jason Graham betonte, die Stadt halte an dem Versprechen fest, auch die verbleibenden Opfer zu identifizieren und ihren Angehörigen zurückzugeben.

Jahrestag von 9/11: Weltweites Gedenken an Opfer und Spätfolgen
Photo: nachrichten.at

Internationale Mahnungen und Gedenken in London

Auch außerhalb der Vereinigten Staaten wurde der Opfer gedacht. In London versammelten sich Angehörige britischer Opfer sowie Vertreter des öffentlichen Lebens im Queen Elizabeth Olympic Park, wo ein Mahnmal aus Stahlträgern des zerstörten World Trade Centers errichtet wurde. Insgesamt kamen bei den Anschlägen vor 25 Jahren 67 britische Staatsbürger ums Leben.

Der britische Premierminister Andy Burnham wandte sich per Videobotschaft an die Hinterbliebenen und betonte die Verbundenheit zwischen den Ländern. Der US-Ambassador Warren Stephens legte gemeinsam mit seiner Frau Harriet einen Kranz im Londoner September 11th Memorial Garden nieder und erinnerte an die britische Solidarität nach den Anschlägen.

We must recognise, sadly and tragically, that the evil forces which perpetrated the atrocities of 9/11, are still in our midst.

Der britische Oberrabbiner betonte in seiner Ansprache, dass der internationale Terrorismus seitdem bei weiteren Anschlägen in Städten wie London, Paris und Manchester sowie beim Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 seine Spuren hinterlassen habe. Die Bewahrung offener Gesellschaften erfordere daher anhaltenden gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Bereitschaft zu schwierigen Dialogen.

25 Jahre 9/11: USA gedenken den Terror-Anschlägen vom 11. September 2001 | WELT LIVE DABEI
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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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