September 2026 aus der Öffentlichkeit zurück. Die ehemalige deutsche Außenministerin blickt auf eine harte Amtszeit zurück, die von diplomatischem Druck, russischer Agitation und harten Machtspielen geprägt war.
Annalena Baerbock hat ihren vollständigen Rückzug aus der politischen Öffentlichkeit angekündigt. Über die bevorstehende Auszeit zeigt sich die 45-Jährige nach eigenen Angaben ganz froh
.
Harte Fronten und diplomatische Machtspiele bei den Vereinten Nationen
Die Amtszeit an der Weltbühne in New York war von starkem Gegenwind begleitet. Während ihrer Präsidentschaft geriet Baerbock wiederholt mit den USA und Russland aneinander. So versuchten beide Veto-Mächte nach Angaben aus UN-Kreisen immer wieder, mit Änderungsanträgen und der Drohung, Resolutionen nicht mitzutragen, etablierte Formulierungen zu Frauenrechten und Klimaschutz abzuschwächen oder zu streichen. Vor allem Washington und Moskau hatten der Deutschen kürzlich öffentlich vorgeworfen, sich bei der Auswahl des nächsten UN-Generalsekretärs unzulässig in die Kompetenzen des UN-Sicherheitsrats eingemischt zu haben. Baerbock selbst hatte wiederholt ein transparentes, inklusives, strukturiertes, rechtzeitiges und glaubwürdiges
Auswahlverfahren gefordert. Doch keine der fünf ständigen Veto-Mächte hat ein echtes Interesse daran, dieses Privileg aufzugeben, wie der UN-Experte Daniel Forti von der Crisis Group analysierte.
„Man darf keine Angst vor Gegenwind haben, sonst sind in solch stürmischen Zeiten diese Ämter nichts für einen.“
Annalena Baerbock, ehemalige Präsidentin der UN-Generalversammlung, via N TV
Die Belastung im Amt ging weit über reguläre diplomatische Reibungspunkte hinaus. Hinter den Kulissen setzten US-Vertreter die deutsche Diplomatin dem Vernehmen nach massiv unter Druck, wenn ihnen unerwünschte Themen auf der Agenda missfielen. Angesichts dieser Konflikte bilanzierte Baerbock drastisch: Die Vereinten Nationen und das internationale Recht werden regelrecht angegriffen. Und damit war das ein sehr turbulentes Jahr
. Ergänzend warnte sie, dass große Systeme wie die UN nicht mit einem lauten Knall untergehen, sondern leise in sich zusammenfallen.
Rückblick auf die Kanzlerkandidatur und den Konflikt mit Russland
Turbulente Phasen ziehen sich wie ein roter Faden durch die politische Laufbahn der Politikerin. Neben den aktuellen Auseinandersetzungen in New York erinnerte Baerbock an die enorme Belastung während ihrer Zeit als Kanzlerkandidatin, die sich zeitweise wie durch die Hölle zu gehen
angefühlt habe. Damals sah sie sich heftigen Anfeindungen ausgesetzt, sorgte aber auch selbst durch Unstimmigkeiten im Lebenslauf und Textähnlichkeiten in einem Buch für negative Schlagzeilen.

Besonders die Aggressionen aus Russland begleiteten ihre gesamte Amtszeit als deutsche Außenministerin und UN-Präsidentin. Moskau hatte ihre Wahl an die Spitze der Generalversammlung vehement verhindern wollen. Bereits im Jahr 2024 musste die damalige Außenministerin den Besuch eines ukrainischen Wasserwerks abbrechen, weil eine russische Aufklärungsdrohne sie verfolgt hatte. Zudem schrieb die Bundesregierung später einen im selben Jahr gestreuten Falschbericht über eine angebliche Affäre auf einer Afrikareise direkt russischen Stellen zu. Trotz dieser Kampagnen zeigte sich Baerbock unbeeindruckt und bezeichnete das Ministeramt rückblickend als die beste Vorbereitung für das UN-Amt
, bei dem sie gelernt habe, maskuline Machtspiele zu durchschauen.
Scharmützel mit Donald Trump und das Ende der Weltbühne
Zusätzliche Schärfe erhielt die UN-Arbeit durch US-Präsident Donald Trump. Während der Generalversammlung im vergangenen September beklagte Trump öffentlich den Ausfall seines Teleprompters und spottete über angebliche Schwierigkeiten der Bedienung, während er die Vereinten Nationen generell als dysfunktional kritisierte.
Mit dem Abschluss ihrer Amtsperiode und dem Abschied von der diplomatischen Bühne schließt Baerbock nun ein Kapitel, das von internationalen Machtkämpfen und massiven Anfeindungen bestimmt war. Die künftige Auszeit verbringt sie laut eigenen Angaben fernab der Öffentlichkeit als Privatperson.
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