Ein von 21 Air für Amazon betriebenes Frachtflugzeug schoss am Sonntag, den 7. September 2026, am Miami International Airport über die Landebahn hinaus. Bei dem Absturz kamen fünf Reinigungskräfte ums Leben, während Ermittler der NTSB vor Ort die ungeklärte Unfallursache untersuchen.
Ein Frachtflugzeug vom Typ Boeing 767-300 ist am Sonntag, dem 7. September 2026, am Miami International Airport über die Piste hinausgeschossen. Die Maschine, die von der Firma 21 Air LLC für Amazon betrieben wurde und als Prime Air plane aus San Juan in Puerto Rico angekommen war, kam nach dem Überrollen der Piste in einem angrenzenden Feld zum Stillstand und geriet in Brand.
Der Vorfall führte zu einer etwa dreistündigen Ground-Stop und zwang die Offiziellen dazu, alle vier Landebahnen des südfloridischen Flughafens zu schließen. Seitdem wurden zwei der vier Start- und Landebahnen von MIA wiedereröffnet, und der Ground-Stop wurde aufgehoben, wobei die Auswirkungen für Reisende nach Angaben von Flughafenoffiziellen voraussichtlich noch für den nächsten Tag oder zwei anhalten werden. Flughafenoffizielle forderten Passagiere daher auf, sich direkt bei ihrer Airline über den Flugstatus zu informieren, bevor sie zum Flughafen fahren. American Airlines gab an, Änderungsgebühren für Passagiere mit Flügen nach, von oder über MIA zu erlassen und stellte weitere Details auf ihrer Website zur Verfügung.
Unfallhergang und verheerende Folgen am Flughafen Miami
Um 13.53 Uhr schoss die Boeing 767-300 über die Landebahn 30 hinaus. Das Flugzeug erfasste zunächst Navigationsanlagen und Flughafentechnik, rammte dann einen Ford-Kleinbus mit sieben Insassen in der Nähe des Blocks 2100 der Northwest 42nd Avenue, durchbrach einen Zaun und prallte anschliessend in einen Toyota Corolla. Rund 400 Meter hinter dem befestigten Bahn-Ende kam die Maschine im Gras zum Stillstand.
Im Kleinbus befanden sich laut den Behörden sieben Angestellte einer Reinigungsfirma; fünf Reinigungskräfte kamen bei dem Unglück ums Leben. Insgesamt wurden mindestens fünf Personen verletzt. Drei der Verletzten wurden in kritischem Zustand in ein lokales Traumazentrum gebracht, während zwei weitere Patienten beurteilt und in lokale Krankenhäuser transportiert wurden. Miami-Dade Fire Rescue rückte mit mehr als 60 Einheiten aus, und auch das Miami-Dade Sheriff’s Office reagierte auf den Notruf. Als die Einsatzkräfte eintrafen, stand das Flugzeug in Flammen und stieß starken Rauch aus. MDFR-Chef Ray Jadallah bezeichnete die Lage als eine sehr komplexe Situation.

Feuerwehrmänner bekämpften das Feuer mit Schaum und spezialisierten Flughafen-Löscheinheiten, während parallel Such- und Rettungsakte durchgeführt wurden, einschließlich der Suche nach Pilot und Co-Pilot im Cockpit. Mehrere Personen waren in ihren Fahrzeugen eingeklemmt und mussten von spezialisiertem technischem Rettungspersonal des MDFR befreit werden. Zudem wurde ein aktiver, außerhalb des Flugzeugs austretender Treibstoffleck gemeldet, der von den Einsatzkräften eingedämmt wurde. Kommissarin Natalie Milian Orbis rief Autofahrer und Anwohner auf, den Bereich zwischen 67th Avenue und 25th Street zu meiden, obwohl von den Behörden betont wurde, dass keine anhaltende Gefahr für die öffentliche Sicherheit bestünde.
Ermittlungen der NTSB und Fragen zur Flughafensicherheit
Mitglieder der US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB trafen am Montag am Miami International Airport ein, um die Ermittlungen aufzunehmen. Ein Team von 32 Personen ist vor Ort, um Spuren zu sichern; diese Arbeiten werden voraussichtlich rund eine Woche dauern. Der Flugschreiber sowie der Stimmenrekorder konnten geborgen werden und sollen Aufschluss über die Geschwindigkeit des Flugzeugs geben. NTSB-Chefin Jennifer Homendy informierte in Miami über den Absturz und sprach von einer «völligen Verwüstung».

«Der Kleinbus ist auseinandergerissen. Überall liegen Trümmer»
Jennifer Homendy, NTSB-Chefin
Die genaue Absturzursache ist weiterhin unbekannt, und die NTSB kündigte an, am Dienstag weiter zu informieren. Ein Schwerpunkt der Untersuchung liegt laut Medienberichten auf EMAS – einem Bremssystem aus leicht verformbarem Beton am Ende der Landebahn, das überrollende Flugzeuge stoppen soll. Da ein solches System am Flughafen in Miami nicht vorhanden ist, prüfen die Ermittler, ob ein fehlendes Bremssystem das Unglück hätte verhindern können.
Reaktionen von 21 Air und Auswirkungen auf den Flugverkehr
Das betreibende Unternehmen 21 Air, das von North Carolina aus agiert, äußerte sich bestürzt. 21 Air CEO Keith Winters erklärte in einer Erklärung vom Sonntag, dass er über den Unfall mit einem ihrer Flugzeuge «devastated» sei.
«Our deepest condolences are with the families and loved ones of those who lost their lives. Our immediate priorities are supporting those affected, assisting the authorities, and ensuring that accurate information is communicated as it becomes available. We are cooperating fully with the National Transportation Safety Board, the Federal Aviation Administration, and local authorities. The circumstances of the accident are under investigation.»
Keith Winters, 21 Air CEO
21 Air fügte am Montag hinzu, dass eine gebührenfreie Hotline zur Familienunterstützung («Family Assistance Line») eingerichtet wurde, um direkt Informationen an Familien von Besatzungsmitgliedern und beteiligten Personen zu übermitteln. Die Namen der Opfer wurden von offizieller Seite bisher nicht veröffentlicht, und Behörden erklärten, es sei noch zu früh festzustellen, ob die Getöteten an Bord des Flugzeugs oder am Boden waren.
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