Forscher haben einen ersten funktionsfähigen Prototyp einer Quantenbatterie entwickelt, der sich mithilfe von Laserlicht in einer Billiardstelsekunde aufladen lässt. Das von CSIRO und australischen Universitäten vorgestellte Gerät arbeitet bei Raumtemperatur, wirft jedoch aufgrund seiner extrem geringen Energiespeicherdauer und -menge grundlegende Fragen zur Skalierbarkeit auf.
Ein herkömmliches Smartphone benötigt auf dem Weg zum Flughafen rund 45 Minuten an der Steckdose – ein alltägliches Problem, das die aktuelle Grundlagenforschung im Bereich der Quantentechnologie vorerst ungelöst lässt. Dennoch sorgt eine im März in der Fachzeitschrift Light: Science & Applications publizierte Studie für Aufmerksamkeit in der Physik.
Wie organische Mikrokavernen die Superabsorption ermöglichen
Im Gegensatz zu klassischen Lithium-Ionen-Akkus, bei denen Ionen durch Elektrolyte zwischen Anode und Kathode wandern, basiert das Prinzip der neuen Entwicklung auf quantenmechanischen Effekten. Die Forschungen stützen sich auf das sogenannte Dicke-Modell der Quantenoptik. Die beteiligten Institutionen – darunter neben CSIRO auch The University of Melbourne und RMIT – konstruierten dafür eine winzige Vorrichtung aus organischen Halbleiterschichten.
Diese Schichten sind zwischen zwei silbernen Spiegeln platziert, die etwa 100 Nanometer voneinander entfernt liegen und eine optische Mikrokaverne bilden. Wenn ein Laser in dieses System feuert, koppeln sich eingefangenes Licht und die Moleküle so stark, dass ein sogenannter Quantenzustand der Superabsorption entsteht.
H Hutchinson betonte zudem, dass der entscheidende Vorteil darin liege, dass das System Licht in einem einzigen, massiven Absorptionsereignis aufnehme. Anders als bei herkömmlichen Batterien verringern sich die Ladezeiten bei diesem System physikalisch bedingt, je mehr Moleküle beteiligt sind.
Der Betrieb bei Raumtemperatur und die physikalischen Hürden
Ein zentraler Fortschritt des 2026 vorgestellten Prototypen ist seine Funktionsfähigkeit bei Raumtemperatur. Bislang scheiterten viele Entwürfe in der Quantenphysik an der Notwendigkeit, supraleitende Materialien unter minus 150 Grad Celsius abzukühlen. Durch den Einsatz von organischen Farbstoffmolekülen und den integrierten Ladungstransport- sowie Elektronenblockierschichten konnte das Team den vollständigen Lade-, Speicher- und Entladezyklus erstmals unter normalen thermischen Bedingungen demonstrieren.
Dennoch mahnen die beteiligten Wissenschaftler zur Realismus. Die physikalische Natur der Quanteneffekte macht die Systeme extrem anfällig für Umwelteinflüsse, was zu einer schnellen Dekohärenz führt. Im Testbetrieb an den Labors der University of Melbourne hielt der winzige Prototyp seine Ladung lediglich für einige Dutzend Nanosekunden aufrecht – ein Bruchteil einer Mikrosekunde.
Ausblick: Warum Elektroautos vorerst leer ausgehen
Die Vorstellung, herkömmliche Elektrofahrzeuge oder Unterhaltungselektronik in Sekundenschnelle per Laser zu betanken, bleibt vorerst Zukunftsmusik. Experten wie der Physiker Dario Ferraro schätzen, dass der eigentliche Anwendungsbereich solcher Technologien vorerst in der Quantenhardware selbst liegt. Auch Mauro Paternostro merkte an, dass die kontrollierte Energieentnahme aus Mikrokavernen-Systemen eine ungelöste ingenieurtechnische Herausforderung darstellt.

Als nächsten Schritt plant das Forschungsnetzwerk eine Hybridarchitektur: Eine Quanten-Ladeschicht soll für die ultraschnelle Energieaufnahme sorgen, während klassische Speicherschichten die Energie länger festhalten sollen. Langfristig könnten solche Systeme zwar in der Raumfahrt oder bei der drahtlosen Energieübertragung für Drohnen und Flugzeuge Anwendung finden, bis dahin bleibt der Prototyp jedoch ein faszinierendes Grundlagenexperiment an der Grenze der modernen Optik.
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