Das Naturschutzgebiet Strumpshaw Fen in den Norfolk Broads feiert sein 50-jähriges Bestehen. Seit der Übernahme durch die RSPB Mitte der 1970er Jahre hat sich das 450 Hektar große Feuchtgebiet zu einem bedeutenden Rückzugsort für seltene Arten wie Rohrdommeln, Schwalbenschwanz-Schmetterlinge und Fischotter entwickelt.
Ein halbes Jahrhundert Naturschutz in den Norfolk Broads
Was ursprünglich als unbewirtschaftetes Moorland begann, wurde Mitte der 1970er Jahre von der RSPB übernommen. Heute gilt das Gebiet als ein verstecktes Juwel innerhalb der Broads, das trotz seiner ökologischen Bedeutung für Besucher leicht zugänglich bleibt.
Helen Deavin, Naturschutzgebiets-Managerin, sagte, dass eines der schönen Dinge an Strumpshaw sei, dass die Tierwelt recht zugänglich sei.
Helen Deavin, Naturschutzgebiets-Managerin
Die Bedeutung des Reservats für die Artenvielfalt ist laut der Naturschutzgebiets-Managerin Helen Deavin erheblich. Das Gebiet unterstützt eine Reihe von seltenen und ungewöhnlichen Arten, darunter nistende Rohrdommeln, den Schwalbenschwanz-Schmetterling und ein Paar Kraniche, die in diesem Sommer erfolgreich ein Küken großgezogen haben. Die Förderung des Bestands der Milch-Petersilie, der bevorzugten Futterpflanze für die Raupen des Schwalbenschwanzes, war ein zentraler Bestandteil der langjährigen ökologischen Arbeit vor Ort.
Artenvielfalt und ökologische Herausforderungen
Neben den bereits genannten Arten ist das Strumpshaw Fen Lebensraum für eine Vielzahl weiterer Tiere und Pflanzen. Besucher können regelmäßig Rohrweihen, Bartmeisen, Schwärme von Watvögeln sowie überwinternde Enten und Gänse beobachten. Auch Säugetiere wie Fischotter und Wasserratten sind im Reservat heimisch, ebenso wie Fen-Floßspinnen, Orchideen und das seltene Schmalblättrige Laichkraut. Laut Deavin haben Teams über die Jahre hinweg durch die Entwicklung sicherer Habitate mit der richtigen Nahrung sowie Schutz- und Aufzuchtplätzen dazu beigetragen, dass Populationen seltener Arten nicht nur überleben, sondern gedeihen.
Der Klimawandel stellt das Reservat jedoch vor neue Herausforderungen. Die Hitzewellen im Sommer wurden von Helen Deavin als „hart“ beschrieben, und das Management hofft auf einen kühleren, feuchteren Herbst, während das Reservat auf Hochwasserereignisse und „saline surgesdurch saisonale Gezeiten vorbereitet ist. Strumpshaw feiert das Jubiläum unter anderem mit verschiedenen Veranstaltungen, darunter geführte Spaziergänge über das Gelände.
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Die Rolle des Reservats im nationalen Kontext
Das Strumpshaw Fen ist Teil einer international bedeutenden Zugvogelroute und könnte Teil eines zukünftigen UNESCO-Welterbes werden. Die Bedeutung der RSPB-Reservate, die eine vielfältige Habitatlandschaft über 224 Reservate hinweg verwalten und eine Fläche bedecken, die viermal so groß ist wie die Isle of Wight, unterstrich auch Martin Harper, Direktor für Naturschutz bei der RSPB. Trotz der Einschränkungen durch die globale Coronavirus-Pandemie im Jahr 2020 – die wichtige Naturschutzarbeiten und Überwachungsaktivitäten pausieren ließen – verzeichneten viele der von der RSPB betreuten Arten eine erfolgreiche Brutsaison mit Rekorden bei Arten wie Steinwälzern (stone curlews) und Rosenseeschwalben.


Ein weiteres Beispiel für die Vernetzung der Reservate ist die Ausbreitung der Fen-Floßspinne, der größten Spinne Großbritanniens. Nachdem die Art im Jahr 2012 im RSPB-Reservat Cantley Marshes wiederangesiedelt wurde, zeigte sich im Jahr 2020, dass sie dort weiterhin gedeiht und inzwischen das nahegelegene Strumpshaw Fen kolonisiert hat. Insgesamt wurden auf den RSPB-Reservaten im Jahr 2020 mehr als 18.500 Arten registriert, wobei über 3.000 von ihnen als Arten von Naturschutzbedenken eingestuft wurden.
Für die Zukunft betont die RSPB jedoch, dass Naturreservate allein das Verschwinden der britischen Tier- und Pflanzenwelt nicht aufhalten können. Die Organisation fordert die Regierung auf, sicherzustellen, dass 30 Prozent des Landes geschützt und für die Natur gemanagt werden, und dass weitere Maßnahmen ergriffen werden, um direkte Bedrohungen für gefährdete Arten im Land zu beseitigen.
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