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Welt

Ägyptisches Gericht verurteilt Sarah Khalifa und Elf Weitere zum Tode

Ein Gericht in Ägypten hat die Fernsehmoderatorin Sarah Khalifa und elf weitere Personen zum Tod durch den Strang verurteilt. Nach Angaben der staatlich angebundenen Zeitung Al-Ahram wurden die Angeklagten in einem umfassenden Verfahren wegen der Herstellung und des Handels mit Betäubungsmitteln schuldig gesprochen.

Todesurteil gegen bekannte ägyptische Fernsehmoderatorin

Die 39-jährige Sarah Khalifa ist vor allem als Moderatorin der Sendung „Mission Impossible“ bekannt, die sich mit Sicherheits- und Kriminalitätsfragen befasste. Neben ihrer Tätigkeit im Fernsehen besitzt sie eine Produktionsfirma sowie eine Praxis für plastische Chirurgie und verfügt über 2,5 Millionen Follower auf Instagram. Bei einer Verhandlung im September in einem Kairoer Gericht äußerte sie sich zu den Vorwürfen und rief laut ABC News im Gerichtssaal: I’ve never smoked a cigarette in my life. I swear to God, I’m innocent. Zuvor berichtete die staatlich geführte Zeitung Akhbar Al-Youm, dass Khalifa erklärt habe, sie habe niemals Drogen gesehen, bevor sie im Antidrogenamt damit fotografiert worden sei.

Vorwürfe der Bildung einer kriminellen Vereinigung und Drogenherstellung

Laut den Berichten der Staatsmedien wurden die Verurteilten beschuldigt, eine organisierte kriminelle Vereinigung gebildet zu haben. Diese soll sich darauf spezialisiert haben, Vorprodukte beziehungsweise Rohmaterialien aus dem Ausland zu beschaffen, um synthetische Drogen herzustellen und diese zu vertreiben.

Im Zuge der Ermittlungen und Razzien stellten die Behörden nach Angaben von The Peninsula Qatar mehr als 750 Kilogramm an Betäubungsmitteln und Rohmaterialien sicher. Zudem entdeckten die Sicherheitskräfte zwei als Labore genutzte Wohnungen sowie nicht lizensierte Schusswaffen und Munition. Die Angeklagten wurden daher neben dem Drogenhandel auch wegen des Besitzes illegaler Waffen und Munition verurteilt.

Rechtlicher Ablauf und weiteres Verfahren

Das Todesurteil wurde nach ägyptischem Recht erst bestätigt, nachdem das Gericht das religiöse Gutachten des Großmuftis von Ägypten eingeholt hatte. Dies ist in Kapitalverfahren gesetzlich vorgeschrieben.

Egyptian court sentences well-known TV presenter, 11 others to death in drug case
Photo: thepeninsulaqatar.com

Das Urteil ist jedoch nicht rechtskräftig und unterliegt dem Berufungsverfahren. Der Anwalt von Sarah Khalifa kündigte laut BBC an, dass gegen die Verurteilung Berufung eingelegt wird. Neben dem Todesurteil im Drogenprozess wurden Khalifa und weitere Beteiligte in einem separaten Verfahren zu fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt; in diesem Fall ging es um die Entführung und Misshandlung eines jungen Mannes.

Kontext der Todesstrafe in Ägypten

Ägypten wendet die Todesstrafe unter anderem bei Verbrechen wie Mord, Terrorismus, bestimmten Vergewaltigungsdelikten und Drogenhandel an. Das Vorgehen der ägyptischen Justiz bei Kapitalstrafen steht regelmässig im Fokus internationaler und nationaler Beobachter.

Sarah Khalifa wearing a white long-shirted with her folded left arm, the hand touching her long hair, sits by the side of a
Photo: bbc.co.uk

* Nach Angaben der ägyptischen Kommission für Rechte und Freiheiten wurden in Ägypten im Jahr 2025 insgesamt 541 Todesurteile verhängt, wie unter anderem die Daily Mail berichtete. * Ein Bericht von Amnesty International aus dem Jahr 2025 verzeichnete im selben Zeitraum 492 verhängte Todesurteile, von denen 23 vollstreckt wurden. Die Organisation kritisierte darin, dass darunter auch Urteile für Delikte wie Drogenhandel und Vergewaltigung waren, die nach internationalen Standards nicht die Schwelle von vorsätzlicher Tötung erreichen.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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