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Technik und Wissenschaft

Wissenschaftler Entdecken Gehirnveränderungen Jahre Vor Alzheimer-Plaques

Wissenschaftler haben auf MRT-Aufnahmen strukturelle Gehirnveränderungen entdeckt, die mindestens sieben Jahre vor dem ersten Nachweis von Amyloid-Plaques durch PET-Scans auftreten. Diese in der Fachzeitschrift Nature Neuroscience veröffentlichten Ergebnisse verändern den Blick auf den Beginn der Alzheimer-Krankheit grundlegend.

Bislang galt das Auftreten von Amyloid-Plaques in Amyloid-PET-Scans als das früheste messbare Anzeichen der Alzheimer-Krankheit.

In einer Untersuchung, die Daten von Teilnehmenden über fast zwei Jahrzehnte auswertete, zeigten sich subtile Veränderungen im Gehirn, lange bevor klassische Alzheimer-Marker auf bildgebenden Verfahren sichtbar wurden.

Rückwärtsanalyse enthüllt siebenjährigen Vorsprung im MRT

Um diesen zeitlichen Vorsprung zu ermitteln, bestimmten die Forschenden zunächst den genauen Zeitpunkt, an dem Plaques erstmals auf PET-Scans bei Studienteilnehmern nachweisbar waren.

Anschließend analysierten sie die MRT-Aufnahmen, die in den zehn Jahren vor diesem Plaque-Nachweis erstellt worden waren. Dabei stellte sich heraus, dass Personen, die im späteren Verlauf der Studie Plaques entwickelten, bereits Jahre zuvor messbare Abweichungen in ihrer Gehirnstruktur aufwiesen.

Diese Veränderungen konzentrierten sich vor allem auf die kortikale Dicke in spezifischen Hirnregionen, die für gewöhnlich in den frühesten Phasen der Alzheimer-Krankheit geschädigt werden.

Die Auswertung ergab, dass diese strukturellen Umbauprozesse mindestens sieben Jahre vor der eigentlichen Plaque-Bildung einsetzen. Die Veröffentlichung in Nature Neuroscience bezeichnet diese messbaren Verschiebungen als das früheste bekannte bildgebende Signal im Zusammenhang mit der Erkrankung.

Lücken in der Diagnostik und neue biologische Szenarien

Die Entdeckung wirft grundlegende Fragen zur Definition des Krankheitsbeginns auf. Wenn pathologische Prozesse im Gehirn bereits aktiv sind, bevor Ablagerungen auf Scans erscheinen, laufen gängige Diagnoseverfahren Gefahr, einen beträchtlichen Teil des tatsächlichen Krankheitsverlaufs zu übersehen.

Dies betrifft auch klinische Studien, die bislang oft auf den Nachweis von Amyloid-Plaques als Eingangskriterium für Patientengruppen angewiesen sind.

Aus Sicht der Forschenden lassen sich die Beobachtungen durch zwei biologische Szenarien erklären. Entweder sind mit Alzheimer verknüpfte molekulare Prozesse bereits aktiv und beeinträchtigen das Hirngewebe, bevor Plaques überhaupt nachweisbar werden, oder gänzlich andere Mechanismen lösen die strukturellen Abweichungen aus.

Auswirkungen auf kommende Medikamente und Prävention

Soll sich die zweite These bestätigen, könnte dies die Suche nach künftigen therapeutischen Angriffspunkten über die bisherige Fixierung auf Amyloid-Plaques hinaus erweitern.

Diese Gehirnveränderungen können Alzheimer Jahre im Voraus ankündigen
Photo: lomazoma.com

Dr. Lucy Hooper, Allgemeinärztin und Mitbegründerin von Coyne Medical, betonte gegenüber Newsweek, dass diese Erkenntnisse die zeitlichen Spielräume für präventive Maßnahmen neu definieren könnten.

Das erweiterte Zeitfenster biete potenziell mehr Möglichkeiten, den Verlauf der Erkrankung rechtzeitig zu beeinflussen oder zu verzögern.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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