Der US-Flugzeugträger USS Abraham Lincoln hat nach einer Rekordzeit von über 250 Tagen auf See den thailändischen Badeort Pattaya erreicht. Rund 5.000 Marinesoldaten und Besatzungsmitglieder gehen nach Kampfeinsätzen im Nahen Osten an Land, was in der Region sowohl auf wirtschaftliche Hoffnungen als auch auf Sicherheitsbedenken trifft.
Nach monatelangen Einsätzen im Nahen Osten und einer Blockade im Konflikt mit Iran hat der US-Flugzeugträger USS Abraham Lincoln thailändische Gewässer erreicht und im Gebiet vor dem bekannten Badeort Pattaya festgemacht. Die Ankunft beendet eine kräftezehrende Fahrt ohne Zwischenstopps in Häfen, die einen modernen Rekord an aufeinanderfolgenden Tagen auf See darstellt. Für die rund 5.000 an Bord befindlichen Seeleute und Marinesoldaten bietet der Aufenthalt die erste Gelegenheit für einen Landgang seit Monaten.
Rekordeinsatz im Nahen Osten und Ablösung durch USS George Washington
Die USS Abraham Lincoln hatte den Heimathafen San Diego im November des Vorjahres verlassen und war ursprünglich für einen regulären Einsatz im Indopazifik vorgesehen. Dort unterstützte das Schiff militärische Operationen, darunter Angriffe im Rahmen der Operation Epic Fury gegen Ziele in Iran, und half bei der Durchsetzung einer Seeblockade.
Die lange Verweildauer auf See führte zu internen Spannungen und Berichten über sinkende Moral, Versorgungsprobleme sowie mentalen Druck an Bord. Der demokratische US-Senator Richard Blumenthal aus Connecticut hatte in einem Schreiben an Verteidigungsminister Pete Hegseth und die Marineführung serious concern
über die Lebensbedingungen auf dem Schiff geäußert. Medienberichte erwähnten zudem mögliche Vorfälle von psychischer Belastung und versuchten Austritten aus dem Dienst auf hoher See.
Verteidigungsminister Pete Hegseth verteidigte die Truppen und bezeichnete die Berichterstattung über Mängel als ungenau. Dennoch reagierte das Pentagon auf die anhaltenden Belastungen: Das US-Zentralkommando CENTCOM bestätigte, dass der im Westpazifik stationierte Flugzeugträger USS George Washington bereits im August in die Region verlegt wurde, um die USS Abraham Lincoln abzulösen und die maritime Überwachung fortzuführen.
Wirtschaftliche Hoffnungen und strenge Auflagen in Pattaya
Für die lokale Wirtschaft in Pattaya bedeutet das Einlaufen des Verbands die Aussicht auf einen spürbaren Finanzstrom. Der Ort, der während des Vietnamkrieges als bekannter Erholungsort für US-Truppen wuchs, blickt auf eine gedämpfte Touristensaison zurück. Die Ankunft von Tausenden Konsumkräften wird von Händlern und Gastronomen daher dringend erwartet.

When we heard the news that a U.S.
Lisa Hamilton, Präsidentin der Pattaya Nightlife Business Association, via Reuters
Pattayas Bürgermeister Poramase Ngampiches erklärte gegenüber Reportern, dass jedes Besatzungsmitglied während seines Landgangs schätzungsweise zwischen 1.000 und 3.000 Baht – umgerechnet etwa $30 bis $91 – pro Tag ausgeben könnte. Da der Landgang gestaffelt erfolgt, verteilt sich dieser Impuls über mehrere Tage.
Sicherheitsvorkehrungen und Debatte um das Rotlichtmilieu
Die Aussicht auf tausende Seeleute an Land ruft gleichzeitig thailändische Behörden und Gesundheitsexperten auf den Plan. Vor dem Einlaufen der Schiffe in den nahegelegenen Hafen von Laem Chabang führten lokale Polizeikräfte verstärkte Razzien in den Strand- und Vergnügungszonen durch, die zu Dutzenden Festnahmen wegen mutmaßlicher Prostitution führten.

Thailändische Gesetze verbieten Prostitution und den unregulierten Umgang mit Rauschmitteln, wenngleich das Rotlichtmilieu in touristischen Zentren stark präsent ist. Um Zwischenfälle zu vermeiden, einigten sich lokale Amtsträger und US-Militärvertreter auf strikte Verhaltensregeln. Bürgermeister Poramase bestätigte, dass Aktivitäten wie Parasailing und der Konsum von Cannabis während des Aufenthalts für die Soldaten untersagt wurden.
Akademische Vertreter äußerten Bedenken hinsichtlich möglicher sozialer und gesundheitlicher Risiken. Pipatpong Fakfare, Dozent an der Bangkok University, verwies auf die Gefahr von Ausbeutung sowie die Verbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten in einem als problematisch geltenden Umfeld. Die Royal Thai Navy betonte ihrerseits, dass es sich bei dem Besuch um eine rein logistische Maßnahme zur Erholung und Versorgung handle und keinerlei gemeinsame Militärmanöver oder Offensiven von thailändischem Boden aus geplant seien.
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