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Technik und Wissenschaft

Sebastian Kurz neu unter den 100 reichsten Österreichern im trend-Ranking

Das Wirtschaftsmagazin trend hat sein jährliches Ranking der 100 reichsten Österreicher veröffentlicht. Der KI-Boom sorgt für massive Verschiebungen an der Spitze: Ex-Kanzler Sebastian Kurz steigt mit einem Cybersecurity-Investment neu ein, während Mark Mateschitz seinen Vorsprung ausbaut und das Gesamtvermögen der Elite bei rund 210 Milliarden Euro stagniert.

Sebastian Kurz als Tech-Neuzugang im trend-Ranking

Aus der österreichischen Politik hat sich Sebastian Kurz nach mehreren öffentlichen Eklats vorerst zurückgezogen, doch der globale Hype um künstliche Intelligenz beschert dem ehemaligen Bundeskanzler einen beispiellosen Sprung in die Riege der vermögendsten Menschen des Landes. Wie das Wirtschaftsmagazin trend in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, steigt der 39-Jährige auf Rang 86 des Rankings ein (laut der Erhebung von Heute).

Der Grund für diesen rasanten Aufstieg liegt in einer geschäftlichen Beteiligung. Ende 2022 gründete der Ex-Politiker gemeinsam mit dem israelischen Geschäftsmann Shalev Hulio die auf kritische Infrastruktur spezialisierte KI-Cybersicherheitsfirma Dream. Das Unternehmen verzeichnet eine rasante Entwicklung. Jüngst wurde die Firma mit 2,6 Milliarden Euro bewertet, womit der 15-Prozent-Anteil von Sebastian Kurz einen rechnerischen Wert von etwa 400 Millionen Euro bis zu einer halben Milliarde Euro erreicht (wie OE24 details). Bei einer Veräußerung stünde diese Summe als Cash zur Verfügung.

Mark Mateschitz baut Führung aus und lässt Porsche-Familie hinter sich

An der Spitze des vermögendsten Personenkreises bleibt Mark Mateschitz der unangefochtene Spitzenreiter. Der Red-Bull-Erbe steigerte seinen Besitz durch den ungebremsten Höhenflug des Getränkeherstellers nach Analysen des Magazins kräftig, während die Konkurrenz teils empfindliche Dämpfer hinnehmen musste.

Das Vermögen der Familien Porsche und Piëch, die traditionell die Rangliste anführten, sank aufgrund von Kursverlusten ihrer wichtigsten Beteiligungen an der Porsche SE und Volkswagen auf 36,5 bis 38,8 Milliarden Euro (berichtet der Kurier). Mark Mateschitz rückt mit einem geschätzten Vermögen von rund 35,8 bis 37,5 Milliarden Euro immer dichter an den ersten Platz heran und besitzt inzwischen fast so viel wie die gesamte Auto-Dynastie zusammen (bestätigt 5min.at).

Georg Stumpf und das stagnierende Gesamtvermögen der 100 Reichsten

Auf dem Podium der drittreichsten Österreicher etabliert sich der Wiener Unternehmer Georg Stumpf. Dessen deutscher Industrieanlagenbauer Exyte verzeichnet weltweit große Erfolge beim Bau von Chip- und Batteriefabriken und peilt bis 2027 einen Umsatz von zehn Milliarden Euro an (erklärt 5min.at im Detail). Stumpf, zu dessen Investitionen auch der Erwerb des Lamarr-Projekts auf der Mariahilfer Straße in Wien gehört (berichtet OE24), kommt auf einen Vermögenswert von bis zu 8,6 Milliarden Euro.

In Summe zeigt das vom trend ermittelte Gesamtvermögen der 100 reichsten Österreicher und ihrer Familien eine Seitwärtsbewegung. Nach vorherigen Rekordjahren verbleibt die Gesamtsumme bei stabilen rund 210 Milliarden Euro. Hauptverantwortlich dafür sind rückläufige Firmenwerte in einigen Branchen sowie der Wegfall von rund fünf Milliarden Euro durch den Exit des ehemaligen Signa-Gründers René Benko (analysiert 5min.at). Dennoch bleibt die Konzentration enorm: Die reichsten Familien und Personen des Landes vereinen rund elf Prozent des gesamten heimischen Nettovermögens auf sich.

Im Unterschied zu einigen globalen Studien, die für 2022 einen leichten Rückgang des Besitzes der Superreichen konstatieren, ist das in Österreich nicht der Fall. Das Vermögen der 100 reichsten Personen beziehungsweise Familien stieg laut trend um fünf Prozent auf rund 210 Milliarden Euro. Das liegt daran, dass der Anteil des Finanzvermögens hierzulande geringer ist und die Unternehmenswerte – der mit Abstand größte Faktor – zum Teil deutlich gestiegen sind. Bei Beteiligungen an börsennotierten Unternehmen kommt dazu, dass der trend die Werte zum Stichtag Mitte Mai 2023 heranzog, wobei sich die Kapitalmärkte seither gegenüber 2022 spürbar erholt haben.

Vermögensungleichheit im europäischen Vergleich

Die Verteilung des Reichtums in der Alpenrepublik stößt derweil auf anhaltende Kritik von Arbeitnehmervertretungen. Aktuellen Daten der Europäischen Zentralbank zufolge gehört Österreich bei der Vermögensungleichheit zu den absoluten Spitzenreitern in der Eurozone (warnt der ÖGB). Demnach besitzen die reichsten fünf Prozent der privaten Haushalte 53,5 Prozent des gesamten Nettovermögens. Nur in Kroatien ist der Anteil mit 54,5 Prozent noch höher. Zum Vergleich: Im Durchschnitt der Eurozone besitzen die reichsten fünf Prozent 44,5 Prozent des Nettovermögens.

Sebastian Kurz neu unter den 100 reichsten Österreichern im trend-Ranking
Photo: OE24

„Fast nirgendwo ist Vermögen so ungleich verteilt, aber gleichzeitig wird Vermögen fast nirgendwo so wenig besteuert“, kritisiert ÖGB-Ökonomin und Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth. Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung seit der Teuerungskrise im Jahr 2021. Das Vermögen der reichsten fünf Prozent ist seither um 29,3 Prozent gewachsen. Im Durchschnitt verfügen diese Haushalte mittlerweile über ein Nettovermögen von rund 5,12 Millionen Euro. Der Vermögenszuwachs der ärmeren Hälfte der Bevölkerung fällt dagegen deutlich geringer aus. Die unteren 50 Prozent besitzen Ende 2025 im Durchschnitt rund 35.700 Euro. Ihr Vermögen ist seit 2021 um 24,9 Prozent oder rund 7.100 Euro gestiegen. Der Vermögenszuwachs der reichsten fünf Prozent ist in absoluten Zahlen 163-mal so hoch wie jener der ärmeren Hälfte.”

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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