August 2026, Ziele in der strategisch bedeutsamen Straße von Hormus angegriffen. Der Sechsmonatskonflikt droht damit wieder zu eskalieren, nachdem Teheran mit ballistischen Raketen auf US-Militärbasen in Jordanien reagierte.
US-Luftschläge auf Raketenabschussanlagen der Revolutionsgarden auf Larak
Das zuständige US-Militärkommando Central Command (CENTCOM) erklärte auf der Plattform X, man habe präzise Maßnahmen gegen Minenlege-Einheiten der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) eingeleitet. Laut Berichten von Nachrichtenportalen und Sendern nahmen US-Streitkräfte zwei Raketenabschussrampen auf der iranischen Insel Larak ins Visier. Die kleine Insel liegt direkt vor der Küste von Bandar Abbas in der Straße von Hormus, der Lebensader, durch die vor Kriegsbeginn rund zwanzig Prozent des weltweiten Öls transportiert wurden.
Washington begründete das Vorgehen als präventive Maßnahme gegen eine akute Bedrohung der Handelsschifffahrt. Nach Angaben des US-Militärs hatten Mitglieder der Revolutionsgarden versucht, Seeminen mithilfe von Raketen in die internationale Schifffahrtsroute einzubringen. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, sämtliche im Gewässer verlegten Minen seien entfernt oder gesprengt worden, und eine strikte Null-Toleranz-Politik gegenüber neuen Verminungsversuchen angekündigt.
U.S.
Central Command, Militärkommando der Vereinigten Staaten
Das CENTCOM wies die Darstellung Teherans, wonach es sich um einen unprovozierten Akt der Aggression handelte, entschieden zurück. Man habe lediglich eine vom Iran selbst geschaffene Gefahr beseitigt, um den freien Warenverkehr aufrechtzuerhalten.
Iranische Vergeltungsangriffe auf Stützpunkte in Jordanien und Drohnen vor den Emiraten
Die Reaktion Teherans folgte prompt. Die iranischen Revolutionsgarden bekannten sich zu einem koordinierten Angriff mit Drohnen und ballistischen Raketen auf zwei US-Stützpunkte im verbündeten Jordanien. Die staatliche Nachrichtenagentur Fars sowie Berichte aus Jordanien bestätigten den Vorfall, wobei die jordanische Armee mitteilte, dass insgesamt acht Raketen im Luftraum des Königreichs abgefangen und zerstört worden seien, bevor sie nennenswerten Schaden anrichten konnten.
Zusätzlich meldete das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate, dass die Luftwaffe mindestens eine Drohne über einem Luftwaffenstützpunkt abgewehrt habe. Auch über der Straße von Hormus wurde nach übereinstimmenden Berichten eine US-Drohne abgeschossen.
Das iranische Außenministerium verurteilte die Luftschläge auf Larak als völkerrechtswidrig, während das Ministerium die Schläge auf Jordanien als legitime Verteidigung deklarierte. Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian betonte vor einer Auslandsreise nach Kirgisistan, dass Teheran keinen Krieg suche, aber auf Aggressionen entschlossen antworten werde.
Ölmärkte reagieren mit Preisanstiegen auf die erneute Eskalation
Die militärischen Auseinandersetzungen treffen auf eine Region, in der die diplomatischen Bemühungen seit Monaten stagnieren. Zwar hatte ein im April vereinbarter Waffenstillstand die intensivsten Kämpfe vorübergehend gedämpft, doch eine dauerhafte Friedenslösung blieb aus. Washington setzte seither verstärkt auf wirtschaftliche Kriegführung und eine Seeblockade iranischer Häfen, was im Iran zu spürbaren Engpässen bei Treibstoffen führte.

An den internationalen Rohölmärkten schlugen die jüngzten Gefechte sofort durch. Beide wichtigsten Sorten, Brent und WTI, verzeichneten Kursgewinne von jeweils rund zwei Prozent, da Händler eine erneute Bedrohung der weltweiten Energieversorgung fürchten.
Finanzsanktionen und innenpolitischer Druck in Washington
Parallel zu den Militäraktionen kündigte das US-Finanzministerium eine Verschärfung der Gangart gegen den iranischen Finanzsektor an. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte in Washington, dass noch in derselben Woche weitere iranische Banken mit Sanktionen belegt werden sollen. Zudem plant die US-Regierung beim anstehenden G20-Treffen der Finanzminister in North Carolina, internationale Partner dazu zu drängen, ihre wirtschaftlichen Beziehungen zu Teheran ebenfalls vollständig einzustellen.
In den Vereinigten Staaten steht der Kurs der Regierung unterdessen im Fokus scharfer innenpolitischer Kritik. Angesichts der bevorstehenden Kongresswahlen im November bemängeln Kritiker aus der demokratischen Partei die ausbleibenden strategischen Ergebnisse des sechsmonatigen Konflikts. Senator Jack Reed, der ranghöchste Demokrat im Streitkräfteausschuss des Senats, kritisierte, dass nach einem halben Jahr kein einziges zentrales Ziel erreicht worden sei und die Position des Landes im Nahen Osten deutlich geschwächt wurde.