Der CIA-Direktor John Ratcliffe hat in dieser Woche bei einem unangekündigten Besuch in Moskau Gespräche mit russischen Geheimdienstchefs geführt und dabei Medienberichten zufolge ein trilaterales Treffen zwischen den USA, Russland und der Ukraine vorgeschlagen. Der Kreml bestätigte die Kontakte, während Washington parallel die diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Krieges auslotet.
John Ratcliffes geheimer Moskau-Besuch und das Treffen mit den Geheimdienstchefs
Der CIA-Direktor John Ratcliffe ist für ein kurzes, unangekündigtes Treffen nach Moskau gereist. Das bestätigten US-Regierungsbeamte gegenüber Radio Free Europe/Radio Liberty, nachdem CBS News als erstes Medium über die Visite berichtet hatte. Laut Angaben des Kremls kam Ratcliffe am Dienstag, den 25. August 2026, mit russischen Sicherheits- und Geheimdienstvertretern zusammen. Kremlsprecher Dmitri Peskov bestätigte die Gespräche gegenüber Reportern, betonte jedoch, dass ein direktes Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nicht stattgefunden habe. Putin sei jedoch über die Inhalte unterrichtet worden.
Die ungewöhnliche Reise wurde durch Flugdaten einer US-Militärtransportmaschine vom Typ Boeing C-17A Globemaster III öffentlich, die von Joint Base Andrews in Maryland über Riga nach Moskau geflogen war und am Flughafen Wnukowo landete. Bevor die US-Delegation das Land verließ, war die Ukraine nach Angaben eines hochrangigen ukrainischen Beamten darum gebeten worden, Angriffe auf Ziele in Russland vorübergehend auszusetzen.
Vorschlag für ein Gipfeltreffen zwischen Trump, Putin und Selenskyj
Während der Gespräche in der russischen Hauptstadt brachte der US-Geheimdienstchef laut übereinstimmenden Medienberichten eine neue diplomatische Initiative ins Gespräch. Unter Berufung auf Axios berichtete es The Times of India, dass Ratcliffe ein Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelenskyy vorschlug. Ziel dieses Vorschlags ist es, neue Wege zur Beendigung des festgefahrenen Krieges zu finden.
Ratcliffe traf in Moskau mit Sergei Naryschkin, dem Leiter des SVR-Aussengeheimdienstes, und FSB-Chef Alexander Bortnikov zusammen. Nach Informationen der New York Times legte der CIA-Chef Bortnikov eine nüchterne Einschätzung des Kriegsverlaufs vor und drängte auf eine Einigung, bevor sich die Position Russlands weiter verschlechtert. Ukrainische Vertreter wurden am Freitag von Washington über diese Gespräche unterrichtet.
Warnungen an den Kreml zu Ukraine, Nato und Iran
Glen Howard, Vorsitzender der Saratoga Foundation, erklärte gegenüber Radio Free Europe/Radio Liberty, dass Reisen von Geheimdienstchefs in dieser Dimension stets eine schwere Bedeutung tragen, erklärte Glen Howard, dass CIA-Direktoren nur dann nach Moskau reisen, wenn sie ein Anliegen vorzubringen haben, und fügte hinzu, dass solche Delegationen nicht ohne triftigen Grund den Weg nach Russland antreten.

Neben dem Konflikt in der Ukraine dürften auch die Beziehungen Moskaus zu Iran im Zentrum der Gespräche gestanden haben. US-Aministrationsvertreter hatten zuvor schärfere Schritte gegen die wirtschaftliche Unterstützung Teherans angekündigt. Bradley Bowman, Sicherheitsexperte bei the Foundation for Defense of Democracies, betonte in Berichten, dass Russland die militärische Widerstandskraft Irans unter anderem durch satellitengestützte Aufklärung und Drohnentechnologie stütze. Ein zentrales Anliegen der US-Seite dürfte daher gewesen sein, Moskau vor den Kosten dieser Unterstützung zu warnen.
Reaktionen aus Washington und Aussichten für den Verhandlungsprozess
Ob die geheimen Gespräche in Moskau den Weg für neue Verhandlungen ebnen können, bleibt indes offen. Gleichzeitig bleiben Beobachter skeptisch, ob Moskau bereit ist, auf die amerikanischen und ukrainischen Vorschläge einzugehen.

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