Eine an der Washington University School of Medicine in St. Louis durchgeführte klinische Studie zeigt, dass eine sehr kohlenhydratarme, fettreiche ketogene Diät deutliche Vorteile für die Lebergesundheit und Blutzuckerkontrolle bietet. Laut der im Fachjournal Cell Metabolism veröffentlichten Untersuchung führte die Ernährungsweise zu einer durchschnittlichen Reduzierung des Leberfettgehalts um 67 Prozent. Zum Vergleich lag der Rückgang in den anderen Untersuchungsgruppen bei durchschnittlich 45 Prozent.
Ketogene Diät senkt Leberfett um 67 Prozent
An der Studie nahmen Erwachsene mit Adipositas teil, die zudem an Prädiabetes und einer Fettleber erkrankt waren. Die Forschenden verglichen drei verschiedene Ernährungspläne: eine ketogene Diät, eine Mittelmeerdiät sowie eine fettarme, pflanzenbetonte Kostform.
Strenge Kontrolle und vergleichbarer Gewichtsverlust
Um aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen, stellte das Forschungsteam allen Teilnehmenden sämtliche Lebensmittel zur Verfügung. Zudem fanden wöchentliche Treffen mit einer Ernährungsberatung statt, um die Einhaltung des Plans zu unterstützen. Die Kalorienzufuhr wurde individuell so angepasst, dass die Teilnehmenden in allen drei Gruppen etwa zehn Prozent ihres Körpergewichts verloren. Dies nahm rund vier bis fünf Monate in Anspruch.
Die Makronährstoffverteilung unterschied sich dabei deutlich:
- Ketogene Diät: 4 % der Kalorien aus Kohlenhydraten, 73 % aus Fett
- Mittelmeerdiät: 50 % der Kalorien aus Kohlenhydraten, 35 % aus Fett
- Pflanzenbetonte Diät: 70 % der Kalorien aus Kohlenhydraten, 15 % aus Fett
Sämtliche Diäten führten durch den Gewichtsverlust zu einer verbesserten Stoffwechselgesundheit und einer Steigerung der Insulinsensitivität in den Muskelzellen um etwa 50 Prozent, wie unter anderem auf WashU Medicine erläutert wird.
Zusätzliche Vorteile für Leber und Blutzucker
Zwar erwies sich Gewichtsverlust unabhängig von der Zusammensetzung der Nahrung als wirksam, bei spezifischen Leber- und Stoffwechselwerten zeigte die ketogene Diät laut Sciencedaily jedoch die stärksten Veränderungen. So verbesserte sich die Insulinsensitivität der Leberzellen unter der Keto-Ernährung doppelt bis dreimal so stark wie bei den verglichenen Ernährungsformen.

Zusätzlich sank der Blutzuckerspiegel über 24 Stunden gemessen um 20 Prozent gegenüber dem Ausgangswert, während es bei den anderen Diäten 8 Prozent waren. Auch die Insulinkonzentration im Blut ging stark zurück. Samuel Klein, Professor für Medizin und Ernährungswissenschaft an der Washington University und leitender Autor der Studie, betonte, dass eine Gewichtsabnahme durch eine sehr kohlenhydratarme Ernährung zusätzliche therapeutische Effekte auf den Glukose- und Lipidstoffwechsel bietet, wie auch News-Medical.net berichtet.

Nach dem Interventionszeitraum erfüllten etwa 50 Prozent der Teilnehmenden in der Keto-Gruppe die Kriterien für Prädiabetes nicht mehr. In der Mittelmeergruppe traf dies auf 29 Prozent und in der pflanzenbetonten Gruppe auf 7 Prozent zu. Max C. Petersen, Erstautor der Studie, hob hervor, dass GLP-1-Medikamente zwar ein effektives Werkzeug zur Gewichtsabnahme darstellen, die Wahl der Diät jedoch weiterhin wichtig bleibt, da sie spezifische gesundheitliche Ergebnisse über den reinen Gewichtsverlust hinaus beeinflusst. Finanziert wurde die Forschung von den National Institutes of Health sowie der Foundation for Barnes-Jewish Hospital.
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