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Walmart zahlt 50 Millionen US-Dollar zur Beilegung von Opioid-Rechtsstreit

Walmart zahlt 50 Millionen US-Dollar, um einen fünfjährigen Rechtsstreit mit dem US-Justizministerium und der Drogenbehörde DEA wegen unzulässiger Opioid-Verschreibungen beizulegen. Die Einigung folgt auf weitreichende bundesstaatliche Vorwürfe und ergänzt frühere Vergleiche in Milliardenhöhe, während das Unternehmen gleichzeitig eine separate, millionenschwere Strafe im Gig-Delivery-Sektor akzeptiert.

Der US-Einzelhandelsriese Walmart hat sich mit dem US-Justizministerium (Department of Justice) und der Drug Enforcement Administration auf eine Zahlung von 50 Millionen US-Dollar geeinigt. Damit wird ein langjähriger Rechtsstreit beigelegt, in dem dem Konzern vorgeworfen wurde, in seinen rund 4.600 Apotheken unzulässige Rezepte ausgestellt und damit zur nationalen Opioid-Krise beigetragen zu haben. Walmart hat seine Website zufolge fast 4.600 Apotheken landesweit, wo Rezepte für generische Medikamente, Insulin, GLP-1-Medikamente und andere Arzneimittel eingelöst werden.

Vorwürfe des Justizministeriums zu Kontrollversäumnissen ab 2013

Das Bundesverfahren nahm seinen Ausgangpunkt in einer Klage des Justizministeriums aus dem Dezember 2020, nachdem vorausgegangene mehrjährige Ermittlungen ergaben, dass das Unternehmen über Jahre hinweg gegen den Bundesbetäubungsmittelgesetz (Controlled Substances Act) verstoßen haben soll. Bundesstaatsanwälte führten an, dass die Apotheken des Einzelhändlers Warnsignale wie gefährliche Kombinationen aus Opioiden und Nicht-Opioiden sowie übermäßige oder verfrühte Nachfüllungen ignoriert hätten.

Die behördlichen Untersuchungen konzentrierten sich auf einen Zeitraum, der bis ins Jahr 2013 zurückreicht und in die Opioid-Epidemie fällt – eine Periode von 1999 bis 2023, in der über 800.000 Menschen durch Opioid-Überdosierungen starben. Laut Angaben des Justizministeriums hätten bei einer gerichtlichen Feststellung der Haftung Strafen in Höhe von 67.627 US-Dollar für jedes unzulässig gefüllte Rezept und 15.691 US-Dollar für jeden nicht gemeldeten verdächtigen Auftrag gedroht.

„We are pleased to resolve this matter and will continue supporting the exceptional work our pharmacists do every day to provide outstanding patient care,

ein Walmart-Sprecher in einer E-Mail an CBS News

„We will continue to hold accountable companies and individuals whose unlawful prescribing, marketing, dispensing or distributing practices contributed to the opioid crisis and put American communities at risk,

ein Sprecher des Justizministeriums

„Today’s settlement proves this department will never shy away for vigorously enforcing pharmacies’ obligations to comply with laws and protections ensuring that potential profits never justify adding to our nation’s opioid epidemic,

Stanley Woodard, Associate Attorney General

Memorandum und künftige Auflagen der DEA

Neben der reinen Geldzahlung hat Walmart eine Vereinbarung mit der US-Drogenbehörde DEA (memorandum of agreement) getroffen, um die künftigen Verpflichtungen bei der Abgabe kontrollierter Substanzen zu regeln. Dieses Memorandum verpflichtet das Unternehmen zu folgenden Maßnahmen:

Walmart zahlt 50 Millionen US-Dollar zur Beilegung von Opioid-Rechtsstreit
Photo: ftc.gov
  • Einrichtung einer Hotline für Mitarbeiter und Patienten zur Meldung illegaler Abgabepraktiken von kontrollierten Substanzen
  • Proaktive Überwachung von Abgabemustern in den Apotheken, um potenziell illegale Abgaben zu identifizieren und zu adressieren
  • Etablierung eines Prozesses zur Überprüfung von Ärzten, bei denen der Verdacht auf unzulässiges Ausstellen von Rezepten besteht

August), dass es erfreut sei, die Angelegenheit beizulegen. Der Betrag von 50 Millionen US-Dollar entspricht rund 0,17 Prozent des Nettoeinkommens des Konzerns im entsprechenden Fiskaljahr. Der Schritt folgt auf einen Vergleich aus dem Jahr 2022 aller von Bundesstaaten und Kommunen eingereichten Opioid-Klagen, bei dem Walmart sich bereiterklärt hatte, 3,1 Milliarden US-Dollar zu zahlen – während das Unternehmen die Vorwürfe anfocht und kein Schuldeingeständnis ablegte. Aktien von Walmart Inc. (NASDAQ: WMT) schlossen die Woche bei 103,09 US-Dollar, ein Plus von 45 Cent. Im Jahresverlauf ist der Aktienkurs um einen Betrag gesunken, wobei die Aktie in den letzten 52 Wochen zwischen 135,16 und 95,80 US-Dollar gehandelt wurde.

Parallele Einigung mit der FTC über Lieferdienst-Entlohnungen

Abseits des Pharmasektors sah sich das Unternehmen mit weiteren staatlichen Vorwürfen konfrontiert. Walmart, Inc. hat sich auf ein Urteil über einen Betrag geeinigt, um Vorwürfe der Federal Trade Commission (FTC) und von 11 US-Bundesstaaten (Arizona, Kalifornien, Colorado, Illinois, Michigan, North Carolina, Oklahoma, Pennsylvania, South Carolina, Utah und Wisconsin) beizulegen. Die FTC warf dem Konzern vor, Lieferfahrer durch irreführende Angaben zu Basisvergütungen, Anreizen und Trinkgeldern um zehntausende beziehungsweise zig Millionen US-Dollar an Einnahmen gebracht zu haben.

Walmart zahlt 50 Millionen US-Dollar zur Beilegung von Opioid-Rechtsstreit
Photo: cbsnews.com

Die FTC-Beschwerde führte an, dass Walmart in seinem Spark Driver-Programm – bei dem Gig-Worker über die Spark Driver-App Waren an Kunden ausliefern und auf Basis von Walmart-Angaben entscheiden, ob sie Aufträge annehmen – Fahrern überhöhte Basisvergütungen und Trinkgeldbeträge zeigte. Zudem täuschte das Unternehmen Verbraucher mit dem Versprechen, dass die Kundentrinkgelder direkt an die Fahrer gehen würden.

„Labor markets cannot function efficiently without truthful and non-misleading information about earnings and other material terms,

Walmart zahlt 50 Millionen US-Dollar zur Beilegung von Opioid-Rechtsstreit
Photo: talkbusiness.net

Christopher Mufarrige, Director of the FTC’s Bureau of Consumer Protection

„Today’s settlement reflects the Trump-Vance FTC’s focus on ensuring a healthy labor market for American workers, which is critical to the nation’s success.

Christopher Mufarrige, Director of the FTC’s Bureau of Consumer Protection

Ferguson im Februar 2025 ins Leben gerufenen Joint Labor Task Force der FTC. Die Kommission schuf diese behördenübergreifende Task Force, um betrügerische, unfaire und wettbewerbswidrige Arbeitsmarktpraktiken zu bekämpfen, die amerikanische Arbeiter schädigen. Die Task Force bündelt das Fachwissen aus dem Bureau of Consumer Protection, dem Bureau of Competition, dem Bureau of Economics und dem Office of Policy Planning der Agentur. Die Beschwerde listet diverse irreführende Praktiken auf, darunter das Verschweigen, dass Trinkgelder nicht vorautorisiert waren und bei fehlschlagenden Zahlungen nicht ausgezahlt wurden, das Aufteilen von Trinkgeldern bei geteilten Lieferungen, das Kürzen von Basisvergütungen und Trinkgeldern bei der Modifizierung von „gebündeltenAngeboten (batched offers) ohne ausreichende Benachrichtigung der Fahrer sowie die Nichterfüllung versprochener Anreiz- und Empfehlungsprämien unter Berufung auf nicht offengelegte Bedingungen.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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