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Unternehmen

Advent International und Stripe lassen Übernahme von PayPal fallen

Ein Konsortium aus der Beteiligungsgesellschaft Advent International und dem Zahlungsdienstleister Stripe hat seine Übernahmepläne für PayPal überraschend fallen gelassen. Zuvor hatte der Vorstand des US-Fintech-Pioniers ein Angebot von rund 53 Milliarden US-Dollar als unzureichend abgelehnt. Damit muss das Unternehmen seinen strategischen Umbau im harten Wettbewerb allein bewältigen.

Die Übernahmespekulationen um den US-Zahlungsriesen PayPal haben ein abruptes Ende gefunden. Wie Investor’s Business Daily unter Berufung auf den Nachrichtendienst Bloomberg berichtete, hat ein Konsortium aus dem Private-Equity-Haus Advent International und dem Zahlungsabwickler Stripe seine Verkaufs- und Kaufbemühungen eingestellt. PayPal, Stripe und Advent lehnten es ab, sich zu dem Bloomberg-Bericht zu äußern. Die Nachricht sorgte für deutliche Kursbewegungen an der Börse und beendet vorerst wochenlange Spekulationen über eine mögliche Privatisierung des einstigen Corona-Börsenlieblings.

Das 53-Milliarden-Dollar-Angebot und die Ablehnung durch den Vorstand

PayPal Stock Dives; Advent-Stripe Group Said To Drop Pursuit

Ausgangspunkt für das intensive Marktinteresse war ein im Juli unterbreitetes Angebot des Konsortiums gewesen. Laut übereinstimmenden Berichten boten Stripe und Advent International 60,50 US-Dollar je Aktie, was das Gesamtunternehmen mit etwa 53 Milliarden US-Dollar bewertete. Das Management und der Vorstand von PayPal bewerteten diese Offerte jedoch als inadäquat. PayPal hatte zuvor nicht formell auf den Vorschlag reagiert. Das Unternehmen war im April von Stripe und Advent gemeinsam angesprochen worden, wobei Block aus dem Konsortium ausschied, bevor Stripe und Advent ihr Angebot einreichten.

Advent International und Stripe lassen Übernahme von PayPal fallen
Photo: wallstreet-online.de
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Analysten und Marktbeobachter hatten den Vorstoß von Anfang an kritisch bewertet. So bezeichnete das Analysehaus William Blair das finanzielle Angebot als „lowball offer“ und äußerte Skepsis hinsichtlich der strategischen Sinnhaftigkeit. Der gebotene Betrag stand in starkem Kontrast zur historischen Bewertung des Konzerns: Während der Pandemie im Jahr 2021 wurde PayPal an der Börse mit rund 360 Milliarden US-Dollar beziehungsweise nach anderen Angaben mehr als 280 Milliarden US-Dollar gehandelt. Vor dem Übernahmeanspruch im Juli waren die Aktien von PayPal in die Nähe von Mehrjahrestiefs gefallen, wobei die Marktkapitalisierung bei rund 40 Milliarden US-Dollar lag, was einen dramatischen Rückgang gegenüber dem Höchststand von 2021 darstellt, als die Aktien über 300 US-Dollar lagen.

Harte Konkurrenz und interne Restrukturierung unter Enrique Lores

Advent, Stripe consortium is said to drop pursuit of

Das Scheitern der Gespräche wirft den Blick wieder auf die operativen Herausforderungen, mit denen das Unternehmen seit Jahren ringt. Der einstige Pionier im digitalen Zahlungsverkehr leidet unter dem intensiven Druck großer Konkurrenten wie Apple Pay und Google Pay, während das Management versuchte, den sinkenden Aktienkurs inmitten eines verlangsamten Wachstums wiederzubeleben. Die Zahlungsgesellschaft wurde in den späten 1990er Jahren gegründet.

Advent International und Stripe lassen Übernahme von PayPal fallen
Photo: Investing.com

Nachdem Enrique Lores im März die Nachfolge von Alex Chriss angetreten hatte, startete er eine umfassende Turnaround-Übung, um den Zahlungsanbieter zu vereinfachen und seinen Fokus auf Wachstum zu schärfen. Im April teilte das Unternehmen seine Geschäfte in drei Einheiten auf, die Checkout, den Verbraucherfinanzdienstleister Venmo sowie Zahlungen und Krypto abdecken, und nahm eine Reihe von Managementänderungen vor.

Reaktionen an den Börsen und offene Fragen für die Zukunft

Anleger schöpfen Hoffnung: Die PayPal-Aktie gewinnt an Fahrt: Jetzt

Die Reaktionen auf das Ende der Übernahmegespräche ließen nicht lange auf sich warten. Die Aktie von PYPL stieg nach Bekanntwerden von Entwicklungen um das Konsortium im Freitagshandel um etwa 2 Prozent beziehungsweise 1,8 Prozent, nachdem The Wall Street Journal darüber berichtet hatte. Zuvor verzeichnete das Papier im Vorfeld im Handel an der Börse mit einer Handelsspanne zwischen 50,01 und 52,71 Euro eine Wochenperformance von plus 3,6 Prozent, begleitet von einem mehr als verdreifachten Handelsvolumen gegenüber dem Wochenschnitt, wie wallstreetONLINE berichtete.

Stripe and Advent Just Dropped 3 Billion on PayPal

Für die Aktionäre bedeutet das Aus der Gespräche, dass das Unternehmen seine Zukunft im Alleingang bestreiten muss. Das Konsortium hat seine Bemühungen offiziell beendet, nachdem die Offerte zurückgewiesen wurde, womit PayPal als eigenständiges Unternehmen weiter operiert und sich einem harten Wettbewerb sowie einer langfristig gesunkenen Marktbewertung stellen muss.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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