Japan hat den Start seiner Raumfahrtmission MMX zur Erkundung der Marsmonde Phobos und Deimos auf das Jahr 2026 verschoben.
Verschiebung des Starts auf das Startfenster 2026
Die japanische Raumfahrtagentur JAXA musste den ursprünglich für September 2024 geplanten Start der Mission Martian Moons eXploration (MMX) verschieben. Auslöser für die Terminänderung waren Probleme mit der neuen H3-Trägerrakete, deren erster Testflug im März des Vorjahres gescheitert war. Obwohl JAXA für den Start der zweiten H3-Rakete zuletzt den Februar ins Auge fasste, bewertete die Agentur die Zuverlässigkeit des neuen Trägers als oberste Priorität für die interplanetare Mission.
Da sich die Umlaufbahnen von Erde und Mars nur alle 26 Monate für eine interplanetare Mission optimal ausrichten, öffnet sich das nächste geeignete Startfenster erst im späten Jahr 2026. Dies bestätigte auch die Regierung von Japan, deren Space Development Strategy Headquarters den Zeitplan offiziell anpasste. Durch die Verzögerung ändert sich der gesamte Missionsverlauf.
Neuer Zeitplan und Rückkehr der Proben im Jahr 2031
Anstelle des ursprünglich für August 2025 geplanten Erreichens des roten Planeten wird die Raumsonde nach dem Start im Jahr 2026 voraussichtlich später am Mars ankommen. Entsprechend verschiebt sich auch die Landung auf dem Marsmond Phobos und die darauffolgende Rückkehr zur Erde.
Die etwa 10 Gramm schweren Oberflächenproben von Phobos sollen nun im Jahr 2031 auf der Erde eintreffen, wie die von vietnamesischen Medien dokumentierten Regierungspläne zeigen. Die Kapsel mit dem wertvollen extraterrestrischen Material soll planmäßig in Australien landen.
Rolle des deutsch-französischen Rovers IDEFIX
Ein zentraler Bestandteil der Erkundung vor Ort ist ein kompakter Rover, der unter gemeinsamer Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der französischen Raumfahrtagentur CNES entworfen und gebaut wurde.
Die Mission sieht vor, auf Phobos zu landen, was eine große Herausforderung darstellt. Der Rover wurde gemeinsam vom DLR und der französischen Raumfahrtagentur CNES entwickelt.
Der Rover soll nach dem Aufsetzen auf dem Marsmond eigenständige Beobachtungen durchführen. Die extrem schwache Schwerkraft auf Phobos stellte die Ingenieure vor große technische Hürden bei der Konstruktion des Lande- und Fahrwerkssystems, das den Aufprall absorbieren muss.
Wissenschaftliche Ziele und internationale Zusammenarbeit
Im Mittelpunkt der MMX-Mission steht die Frage nach dem Ursprung der beiden Marsmonde Phobos und Deimos. In der Wissenschaft werden vor allem zwei Thesen diskutiert: Entweder handelt es sich um eingefangene Asteroiden aus den äußeren Regionen des Sonnensystems oder um Material, das nach einer gewaltigen Kollision des Mars mit einem anderen Himmelskörper in eine Umlaufbahn geschleudert wurde und sich dort verdichtete.

Neben JAXA, CNES und dem DLR sind auch die NASA, die Europäische Weltraumorganisation ESA sowie zahlreiche Universitäten und Technologieunternehmen an dem Projekt beteiligt. Der französische Astrophysiker Patrick Michel betonte, dass die Untersuchung der Monde wichtige Aufschlüsse darüber geben wird, wie Wasser und organische Verbindungen in die inneren Regionen des Sonnensystems gelangten.
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