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Welt

Iran und Oman verhandeln über Schifffahrtskorridor in Straße von Hormus

Am Dienstag trafen sich die Außenminister des Iran und des Omans in Teheran, um über einen provisorischen Schifffahrtskorridor in der strategisch wichtigen Straße von Hormus zu beraten. Die Gespräche finden rund sechs Monate nach Beginn des Konflikts statt, während Washington gleichzeitig den wirtschaftlichen Druck durch neue Sanktionen erhöht.

Diplomatie in Teheran: Iran und Oman verhandeln über Korridor

Sechs Monate nach der faktischen Schließung der Straße von Hormus durch den Iran haben Teheran und der Oman einen neuen diplomatischen Anlauf unternommen. Der omanische Außenminister Badr al-Busaidi traf sich am Dienstag in Teheran mit seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghchi, um über die Einrichtung einer temporären Schifffahrtsroute zu beraten.

Iran und Oman verhandeln über Schifffahrtskorridor in Straße von Hormus
Photo: Moomoo

Laut einer gemeinsamen Erklärung der beiden Nachbarstaaten umfasst der Rahmenplan einen gemeinsamen temporären Navigationskorridor, der von Minen geräumt werden soll. Vor dem Ausbruch des Krieges am 28. Februar passierte rund ein Fünftel des weltweiten Öls die enge Meeresstraße, die seither weitgehend blockiert ist.

Der iranische Vize-Außenminister Kazem Gharibabadi erläuterte gegenüber dem Staatsfernsehen, dass Schiffe auf dem Weg in den Persischen Gulf künftig vollständig durch iranische Gewässer geleitet werden sollen. Auf dem Rückweg soll die Route teils durch iranische, teils durch omanische Hoheitsgewässer verlaufen. In den kommenden 30 bis 60 Tagen wollen beide Seiten eine Einigung über eine neue, permanente und nachhaltige Route erzielen, so Gharibabadi.

Angriff auf Tanker vor der Küste Omans

Die anhaltenden Gefahren für die internationale Handelsschifffahrt wurden durch einen Zwischenfall am Montagabend unterstrichen. Eine unbekannte Rakete oder ein Projektil traf rund neun Seemeilen nordöstlich von Ash Shishah einen Öltanker und manövrierunfähig machte. Das britische Militärzentrum für maritime Handelsoperationen bestätigte den Angriff, meldete jedoch, dass alle Besatzungsmitglieder in Sicherheit seien und keine unmittelbaren Umweltschäden vorlägen.

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Parallel zu den Gesprächen mit dem Oman empfing die iranische Führung auch eine Delegation aus Pakistan, um über Wege zur Beendigung des Konflikts zu sprechen. Der pakistanische Innenminister Mohsin Naqvi teilte über den Kurznachrichtendienst X mit, dass die Gespräche erhebliche Fortschritte gemacht haben und die Gesamtsphäre des Treffens sehr positiv war.

Wirtschaftlicher Druck und Reaktionen an den Ölmärkten

Während die Diplomaten in Teheran verhandelten, verschärfte die US-Regierung den wirtschaftlichen Druck.

Iranian Foreign Ministry/West Asia News Agency
Photo: Reuters

An den internationalen Rohölmärkten reagierten Händler auf die Berichte über mögliche Öffnungsschritte in der Straße von Hormus mit fallenden Preisen. Brent-Rohöl für Oktober-Lieferung sank um 3,9 Prozent auf 88,58 US-Dollar je Barrel, während WTI-Öl um 3,1 Prozent auf 82,36 US-Dollar nachgab. Im frühen Handel am Mittwoch setzten die Notierungen ihren Abwärtstrend fort.

Offene Fragen und Reaktionen aus Washington

Ob die Vereinigten Staaten die Vereinbarung zwischen dem Iran und dem Oman akzeptieren werden, bleibt unklar. US-Präsident Donald Trump drohte in der Vorwoche offen mit Vergeltungsschlägen gegen den Oman, falls dieser die US-Bestrebungen zur Öffnung der Meerenge behindern sollte. Zugleich erklärte Trump am Dienstag, dass alle Gewässer der Straße von Hormus vollständig von Minen geräumt seien und die US Space Force jede neue Minenlegung überwache. Eine Null-Toleranz-Politik gegenüber dem Legen von Minen ist nun voll in Kraft, so der US-Präsident.

Iran, Oman Hold Talks On Managing Hormuz: An Interim Reopening On The Cards? | WION

Ungeachtet der militärischen Spannungen signalisierte Washington schrittweise Entlastungen im diplomatischen Apparat: So begann die US-Regierung damit, Personal in einige zuvor evakuierte oder verkleinerte Vertretungen im Nahen Osten zurückzubeordern, was laut informierten Kreisen auf eine sinkende Sorge vor einer unmittelbaren Eskalation hindeutet.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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