Der frühere NBA-Profi Enes Kanter Freedom wurde am Sonntagabend, dem 23. August 2026, während eines WNBA-Spiels zwischen den Indiana Fever und den Chicago Sky aus der Wintrust Arena in Chicago eskortiert, nachdem es zu einer heftigen verbalen Auseinandersetzung mit der Sky-Guard Natasha Cloud gekommen war.
Die Begegnung zwischen den Indiana Fever und den Chicago Sky am 23. August 2026 war bereits vor dem ersten Tip-off von politischen Spannungen überschattet. Der 34-jährige Enes Kanter Freedom erschien in der Arena in Chicago mit einem schwarzen T-Shirt, auf dem die Definition des Begriffs Frau aufgedruckt war: WOMAN noun adult human female
. Das Shirt und seine Präsenz im Zuschauerraum lösten umgehend Reaktionen aus.
Eskalation am Spielfeldrand im dritten Viertel
Die Situation spitzte sich spät im dritten Spielabschnitt zu. Nachdem die Indiana Fever durch Caitlin Clark und ihre Teamkolleginnen dominierten und die Sky unter Druck gerieten, gelang Chicago-Guard Natasha Cloud kurz vor Ende des Viertels ein erfolgreicher Korb, der eine Auszeit der Fever zur Folge hatte.
Nach Angaben von Augenzeugen und Medienberichten lief Cloud daraufhin in Richtung der Baseline, wo Freedom direkt am Spielfeld saß. Freedom erhob sich daraufhin und trat einen Schritt auf das Spielfeld zu, während Team- und Arenasicherheitskräfte sowie mehrere Spielerinnen der Chicago Sky dazwischengingen.

Die Zuschauerin Tricia Smith berichtete, Natasha Cloud habe getroffen, sei herbeigekommen, habe die Hände hochgeworfen und ihn direkt beschimpft. Er sei daraufhin aufgestanden und habe gefragt, was sie wolle. Er habe überhaupt nichts getan, und sie sitze schon das ganze Spiel über neben ihm, fügte sie hinzu; er sei ein großartiger Kerl, der an diesem Abend wahrscheinlich 50 Fotos gemacht habe.
Security-Mitarbeiter wiesen Freedom umgehend an, den Platz zu verlassen. Während er von Beamten und Sicherheitskräften aus dem Innenraum in die Lobby geführt wurde, wandte er sich an das Publikum, zog an seinem T-Shirt und provozierte die lautstark buhenden Fans.
Reaktionen nach dem Platzverweis und Aussagen der Trainer
Draußen in der Arena-Lobby äußerte sich Freedom laut Berichten von CBS Sports verärgert über den Rauswurf und erklärte gegenüber anwesenden Sicherheits- und Polizeikräften, er werde lediglich wegen seiner Unterstützung für Frauen entfernt. Kurz nach dem Vorfall verbreitete er seine Sicht der Dinge über die Online-Plattform X.
Der ehemalige NBA-Spieler Enes Kanter Freedom teilte via Fox News mit, er sei gerade wegen seiner Unterstützung für Frauen von einem WNBA-Spiel geworfen worden, und forderte Amerika auf, das erst einmal sacken zu lassen.
Natasha Cloud selbst lehnte es ab, nach Spielende mit Medienvertretern zu sprechen, traf sich jedoch mit Team- und Ligabeziehungsverantwortlichen. Der Cheftrainer der Chicago Sky, Tyler Marsh, nahm seine Spielerin nach der Partie in Schutz und betonte, dass Cloud vor allem besorgt gewesen sei, eine Ablenkung für die Mannschaft darzustellen.

Der Trainer der Chicago Sky, Tyler Marsh, erklärte via Fox News, er habe mit dem Team gesprochen, und Tash habe nicht das Gefühl haben wollen, eine Ablenkung zu sein. Er habe ihr gesagt, dass sie das nicht sei, und betont, dass alle sie als jemanden annehmen, der ihr Team und Menschen beschützt, die geschützt werden müssen, weshalb Tash immer dazu stehen werde und sie alle zu Tash stehen.
Mit Blick auf die politische Dimension des Abends und Freedoms Anwesenheit äußerte sich Marsh enttäuscht darüber, dass das sportliche Geschehen in den Hintergrund gedrängt wurde. Er unterstrich, dass Zuschauer zu Spielen kommen sollten, um den Basketballsport zu genießen.
Hintergrund der Kontroverse um die WNBA-Draft 2027
Der Zwischenfall ist Teil einer breiteren Debatte, die die Women’s National Basketball Association in den vergangenen Wochen intensiv beschäftigt hat. Ausgelöst wurde die Welle von Diskussionen durch Äußerungen der Indiana-Spielerin Sophie Cunningham, die sich in einem Interview kritisch zur Teilnahme transgener Sportlerinnen an Frauenwettbewerben äußerte und betonte, dass man Mädchen und biologische Frauen im Sport schützen müsse.

Enes Kanter Freedom nutzte diese Atmosphäre, um Anfang August gemeinsam mit einem weiteren ehemaligen NBA-Profi, Royce White, öffentlich zu erklären, dass er sich für den WNBA-Draft 2027 registrieren wolle. Beide begründeten diesen Schritt damit, dass sie sich nach eigener Aussage als Frauen identifizieren und demnach die bestehenden Richtlinien der Liga auf die Probe stellen möchten.
Die Ligaleitung sah sich infolgedessen gezwungen, zu reagieren. Eine Task Force der WNBA trat zusammen, um Fragen rund um die Eignungsrichtlinien zu erörtern. In einer offiziellen Mitteilung betonte die Liga, dass man diese Gespräche mit Bedacht und im Einklang mit den Werten der Organisation führen werde. Zugleich stellte die WNBA klar, dass es aktuell keine konkreten Fälle von transsexuellen Athletinnen in der Liga gibt und man scharf dagegen vorgeht, diese Themen in böser Absicht zur Stigmatisierung zu instrumentalisieren.
Sportlicher Ausgang der Partie und sportliche Konsequenzen
Ungeachtet der hitzigen Zwischenfälle auf den Rängen fand auf dem Parkett ein reguläres Ligaspiel statt. Die Indiana Fever gewannen die Begegnung am Ende deutlich mit 113 zu 90 Punkten gegen die Chicago Sky.
Nach Abpfiff betonten die Verantwortlichen der Fever, darunter Trainerin Stephanie White und Starspielerin Caitlin Clark, dass sie von der Auseinandersetzung auf der Baseline während des laufenden Spiels im Huddle nichts mitbekommen hatten. Stephanie White rief die anwesenden Journalisten dazu auf, dem Vorfall auf Social Media keine übermäßige Aufmerksamkeit zu schenken.
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