Indonesische Behörden haben am Sonntag, dem 23. August 2026, insgesamt 72 Personen im Zusammenhang mit anhaltenden Wald- und Torfbränden festgenommen. Die vom El-Niño-Phänomen und einer Trockenperiode angefachten Feuer haben in Central Kalimantan und weiteren Provinzen schwere Umweltschäden verursacht und in Malaysia zu massiven Schulschließungen geführt.
Die indonesische Polizei hat eine großangelegte Aktion gegen illegale Brandrodungen gestartet und in neun verschiedenen Regionen 72 Verdächtige festgenommen. Nach Angaben der Behörden stehen die Festnahmen im Zusammenhang mit insgesamt 89 polizeilich registrierten Brandfällen auf den Inseln Borneo und Sumatra, wie die Nachrichtenagentur Associated Press berichtete. Die Ermittler prüfen nun auch finanzielle Hintergründe, um festzustellen, ob dahinter stehende Unternehmen die Landrodungen finanziert oder in Auftrag gegeben haben.
Ermittlungen gegen Unternehmen und illegale Brandrodungsmethoden
Die Verantwortlichen für Branddelikte auf lokaler Ebene sollen laut den Ermittlern nicht die einzigen bleiben, die juristisch belangt werden. Mohammad Irhamni, der Direktor für Sonderkriminalität bei der Kriminalpolizei, erklärte auf einer Pressekonferenz in Jakarta, dass der Fokus der Ermittlungen auch auf den wirtschaftlichen Profiteuren liegt. Die Ermittler stellten fest, dass das Entzünden von Feuer als gezielte Methode genutzt wird, um Acker- und Plantagenflächen mit geringem Kostenaufwand freizumachen.
Ergänzend zu dieser Aussage betonte der Polizeivertreter, dass die Behörden genau untersuchen werden, wer von diesen Aktivitäten profitiert hat und wer letztlich dahintersteckte. Den festgenommenen Personen drohen im Falle einer Verurteilung empfindliche Geldstrafen sowie Freiheitsstrafen von bis zu 15 Jahren.
Präsident Prabowo Subianto inspiziert betroffene Regionen in Kalimantan
Um sich ein Bild von der Lage zu machen, reiste der indonesische Präsident Prabowo Subianto am Samstag in die Provinz Central Kalimantan. Dort sind nach Angaben aus Regierungsquellen mehr als 7.600 Hektar Land durch die Flammen zerstört worden. Der Präsident sagte bei seinem Besuch die Bereitstellung zusätzlicher staatlicher Ressourcen wie Hubschrauber und Wasserpumpen zu, um die Rauchentwicklung einzudämmen. Begleitet wurde der Staatschef von Prasetyo Hadi, dem Leiter des Staatssekretariats. Dieser teilte mit, dass allein in West Kalimantan mindestens vier Firmen wegen des Verdachts untersucht werden, Feuer zur Landreinigung eingesetzt zu haben. Sollte sich dies bestätigen, droht den Unternehmen unter anderem der Entzug ihrer Betriebslizenz.

Auswirkungen auf das Ökosystem und grenzüberschreitender Smog
Die Lage vor Ort bleibt aufgrund der geologischen Bedingungen und meteorologischer Faktoren angespannt. Die nationale Katastrophenschutzbehörde BNPB meldete, dass das Feuergeschehen vor allem in den Provinzen West, Central und South Kalimantan zugenommen hat. Die dortigen Torfböden begünstigen schwelende unterirdische Brände. Gleichzeitig läuft die Bekämpfung aus der Luft auf Hochtouren. Die Behörden setzten am Sonntag Dutzende Hubschrauber für Wasserbomben und Wolkenimpfungen ein, um künstlichen Regen über den betroffenen Regionen auf Borneo und Sumatra zu erzeugen.

Die Umweltministerin registrierte am Sonntag auf Borneo mehr als 3.700 aktive Brandherde. Auf der westlichen Insel Sumatra wurden im selben Zeitraum mehr als 1.700 Hotspots gezählt, wobei der dichte Rauch die Sichtweite in einigen Regionen auf zehn Meter einschränkte. Der anhaltende Rauch sorgte zudem für internationale Spannungen, da die Schadstoffbelastung auf Nachbarinseln übergriff. Im ostmalaysischen Bundesstaat Sarawak führte die Luftverschmutzung dazu, dass fast 600 Schulen geschlossen und rund 200.000 Schüler von Unterrichtsausfällen betroffen waren, wie der malaysische Fernsehsender und Nachrichtenberichte dokumentierten. Die Wetterbehörden rechnen damit, dass die durch den El Niño angetriebene Trockenperiode und die kritische Brandsaison noch bis in den Spätsommer anhalten werden.