August 2026 insgesamt 28 Erkrankungen und drei Todesfälle gefordert. Die Gesundheitsbehörden untersuchen über 150 Umweltproben, während genetische Analysen eine gemeinsame Infektionsquelle bei mindestens drei Patienten bestätigen. Eine Kühlanlage der Linz AG geriet dabei ins Visier der Ermittler.
Drei Todesfälle und 28 Infektionen im Großraum Linz
Der Legionellen-Ausbruch im österreichischen Linz hält die Gesundheitsbehörden weiter in Atem. Juli. Zuletzt kamen zwei weitere bekannte Fälle hinzu. Insgesamt sind im Raum Linz inzwischen 28 Menschen an der Legionärskrankheit erkrankt, drei von ihnen sind gestorben. Eine Person hatte überhaupt keine Vorerkrankungen, war etwa 50 Jahre alt.
Die Betroffenen mussten schwere gesundheitliche Verläufe durchstehen. Sämtliche 24 in Oberösterreich wohnhaften Patienten mussten im Verlauf ihrer Erkrankung stationär im Krankenhaus behandelt werden, wobei einige von ihnen intensivmedizinisch versorgt werden mussten. Zwei weitere Betroffene leben im Ausland, hatten sich vor ihrer Erkrankung jedoch beruflich oder privat in Linz aufgehalten. Nach Behördenangaben befanden sich zuletzt noch vier Erkrankte im Krankenhaus. Zu diesem Zeitpunkt benötigte nach Behördenangaben keiner von ihnen eine intensivmedizinische Behandlung.
Kühlanlagen im Fokus der AGES-Untersuchungen
Bei der Suche nach dem Ursprung des Ausbruchs konzentrieren sich die Gesundheitsbehörden unter anderem auf Kühlanlagen, in denen erhöhte Belastungen mit Legionellen festgestellt wurden. Seit Beginn der Häufung wurden mehr als 150 Wasser- und Umweltproben aus unterschiedlichen möglichen Infektionsquellen gesammelt. Untersucht werden unter anderem Haushalte, Arbeitsstätten, Beherbergungsbetriebe, Kühlanlagen, Springbrunnen und Waschanlagen.

Inzwischen wurden rund 160 Proben von möglichen Legionellen-Herden genommen. Untersucht werden neben Kühlanlagen auch andere mögliche Quellen, so Informationen der AGES, Magistrat Linz und der Landesregierung. Gut die Hälfte der Proben war bis Freitag durch das Referenzlabor der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, AGES, ausgewertet. Der Großteil der bisherigen Ergebnisse war unauffällig. Über 150 Umweltproben aus den Haushalten der Erkrankten, Kühltürmen in Linz und Umgebung, Springbrunnen, Waschanlagen und anderen möglichen Infektionsquellen sind mittlerweile zur Analyse in der AGES in Wien eingelangt. Mehr als 80 Untersuchungen sind bereits abgeschlossen.

Eine wichtige Spur führt zu einer Kühlanlage der Linz AG im Bereich der Wiener Straße. Bereits Mitte August war bekannt geworden, dass dort bei Untersuchungen eine deutliche Legionellenbelastung festgestellt worden war. Die betroffene Anlage wurde daraufhin gereinigt und desinfiziert. Das Trinkwasser der Linz AG war nach Angaben des Unternehmens nicht betroffen. Der Nachweis der Bakterien bedeutet jedoch noch nicht, dass die Kühlanlage die Quelle der Erkrankungen war.
Jetzt gibt es einen weiteren Verdacht, zur Quelle der Bakterien: Neben der bereits bekannten Anlage der Linz AG wurden nun auch in der Kühlanlage eines nahe gelegenen Gewerbebetriebs Legionellen nachgewiesen. Die betroffene Anlage wurde bereits teilweise desinfiziert. Noch ist allerdings unklar, ob der Fund tatsächlich mit den Erkrankungen zusammenhängt. Aus dem Unternehmen ist bisher kein Krankheitsfall bekannt, das berichtet der ORF. Zuletzt wurden Kühltürme eines Unternehmens in der Wienerstraße positiv auf Legionellen getestet (Tips hat berichtet). Die unmittelbare Reinigung und Desinfektion ist inzwischen abgeschlossen, der weitere Betrieb wird streng überwacht. Ob diese Kühltürme aber in Zusammenhang mit dem Ausbruch stehen, ist allerdings noch offen.
Genetische Analysen der Erregerstämme
Die Auswertung braucht Zeit. Erst nach längeren Untersuchungen kann festgestellt werden, welche Legionellen-Stämme in den Proben enthalten sind und ob sie mit jenen der Erkrankten zusammenpassen. Dafür müssen die in der Umwelt gefundenen Legionellen möglichst genau mit Erregern aus Patientenproben verglichen werden.
Bei drei Erkrankten wurden inzwischen die für die Erkrankung verantwortlichen Erreger mikrobiologisch genauer identifiziert. Alle drei Stämme sind dem Subtyp Allentown/France zuzuordnen und weisen eine genetische Verwandtschaft auf. Damit ist zumindest in diesen drei Fällen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von einer gemeinsamen Infektionsquelle auszugehen. Die Untersuchung der Legionellen aus den Kühltürmen ist dahingehend noch nicht abgeschlossen. Ergebnisse werden für kommende Woche erwartet. Parallel suchen die Behörden nach weiteren möglichen Quellen. Dabei nutzen sie auch KI-gestützte Analysen, Satellitenbilder sowie Wetter-, Bevölkerungs- und Betriebsdaten.
Hintergrundinformationen zu Legionellen
Legionellen kommen von Natur aus in geringer Konzentration im Wasser vor. Unter bestimmten Bedingungen können sich die Bakterien allerdings stark vermehren – etwa bei großer Hitze, in Warmwasseranlagen großer Gebäude oder in künstlichen wasserführenden Systemen.

Eine Infektion kann die sogenannte Legionärskrankheit auslösen. Dabei handelt es sich um eine schwere Form der Lungenentzündung, die mit Antibiotika behandelt werden muss. Es gibt allerdings auch mildere Verläufe ohne Lungenentzündung. Das sogenannte Pontiac-Fieber klingt meist innerhalb von zwei bis fünf Tagen von selbst ab. Besonders gefährdet sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder chronischen Lungenerkrankungen sowie Raucherinnen und Raucher.
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