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Technik und Wissenschaft

Demenz-Studie: Drei Risikofaktoren vermeiden bringt 12 Jahre mehr demenzfreie Zeit

Eine US-Langzeitanalyse zeigt, dass Menschen, die in der Lebensmitte auf Bluthochdruck, Diabetes und das Rauchen verzichten, im Schnitt 12,6 Jahre länger ohne Demenz leben. Die im Fachmagazin Neurology Open Access veröffentlichte Untersuchung begleitete 12.409 Erwachsene über mehr als zweieinhalb Jahrzehnte.

Wer in den mittleren Jahren auf die eigene Gefäßgesundheit achtet, gewinnt im Alter wertvolle Jahre mit klarem Kopf. Das belegen die Ergebnisse einer groß angelegten Untersuchung, deren Daten nun im Detail vorliegen. Die Forscher gingen dabei einer Frage nach, die viele Menschen umtreibt: Nicht nur, wie stark sich das Risiko für eine spätere Demenzerkrankung senken lässt, sondern wie viele gesunde Jahre konkret gewonnen werden können.

Langzeitstudie mit 12.409 Teilnehmern

Die Erkenntnisse stützen sich auf die Atherosclerosis Risk in Communities (Aric)-Studie, eine umfassende Langzeitauswertung in den USA. Zu Beginn der Beobachtung waren die 12.409 Teilnehmer im Durchschnitt 56 Jahre alt und wiesen keine Anzeichen einer Demenz auf. Über einen Zeitraum von im Mittel 26 Jahren wurden sie regelmäßig befragt und medizinisch untersucht.

Im Laufe dieser mehr als zweieinhalb Jahrzehnte erkrankten 3.008 der Probanden an Demenz, während 5.238 verstarben, ohne jemals an der Erkrankung gelitten zu haben. Die Auswertung der Gesundheits- und Sterberegister förderte erhebliche Unterschiede zutage, je nachdem, wie stark die Teilnehmer durch bestimmte Gefahrenfaktoren vorbelastet waren.

Die Rolle von Bluthochdruck, Diabetes und Rauchen

Im Mittelpunkt der Untersuchung standen drei veränderbare Gefahrenfaktoren für die Gefäßgesundheit: Bluthochdruck, Diabetes mellitus und das Rauchen. Diese Faktoren gelten seit Langem als Hauptursachen für Herzinfarkte und Schlaganfälle, greifen aber nachweislich auch die feinen Blutgefäße im Gehirn an.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass chronische Schädigungen der Hirngefäße, Entzündungsprozesse und Arteriosklerose langfristig neurodegenerative Veränderungen begünstigen. Wer alle drei Risikofaktoren aufwies, hatte ein statistisch 2,7-mal so hohes Risiko, an Demenz zu erkranken, verglichen mit Teilnehmern ganz ohne diese Belastungen.

Zwölf Jahre und mehr im Vergleich

Der konkrete Gewinn an Lebenszeit ohne kognitive Einschränkungen ist beträchtlich. Personen, die weder an Bluthochdruck noch an Diabetes litten und zudem rauchfrei blieben, konnten ab dem 55. Lebensjahr im Schnitt noch 30,1 Jahre ohne Demenz erwarten.

Lagen hingegen zwei dieser Faktoren vor, sank die demenzfreie Lebenszeit auf 26,3 Jahre. Trafen alle drei Risikofaktoren zu, blieben im Durchschnitt nur noch 17,5 Jahre. Daraus ergibt sich die Differenz von 12,6 Jahren.

Selbst wer nicht alle drei Risiken vollständig ausschalten kann, profitiert bereits spürbar. Der Verzicht auf nur einen der Faktoren bringt im mittleren Lebensalter schätzungsweise vier zusätzliche demenzfreie Jahre, während das Meiden von zwei Risiken weitere neun Jahre einbringt.

Expertenstimmen zur Prävention im mittleren Alter

Fachleute werten die Ergebnisse als starken Beleg dafür, dass präventive Maßnahmen möglichst früh ansetzen sollten.

Past studies have suggested that what’s good for the heart may also help protect the brain. But researchers hoped to
Photo: smithsonianmag.com

„Während relative Risiken für viele Menschen schwer einzuordnen sind, macht die konkrete Zahl der gewonnenen beziehungsweise verlorenen Lebensjahre den Nutzen einer konsequenten Kontrolle von Blutdruck, Blutzucker und Rauchverhalten unmittelbar verständlich.“

Dennoch weisen die Studienautoren darauf hin, dass die Untersuchung primär einen statistischen Zusammenhang zeigt und keine direkte Kausalität beweist. Zudem spielen neben der Gefäßgesundheit auch Genetik, Ernährung und Umwelteinflüsse eine Rolle. Dennoch gilt das Alter von 55 Jahren laut Experten als optimaler Zeitpunkt, um durch einen gesunden Lebensstil sowohl den Körper als auch das Gehirn nachhaltig zu schützen.

Demenz Risikofaktoren: Was erhöht das Risiko wirklich?
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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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