Der U.S. Postal Service (USPS) hat am Freitag eine neue Regelung veröffentlicht, die den Versand von Briefwahlunterlagen an striktere Vorgaben knüpft. Obwohl zwei Bundesgerichte die Umsetzung der entsprechenden Anordnungen von Präsident Donald Trump derzeit untersagt haben, bereitet sich die Behörde auf eine sofortige Anwendung vor, sollten die richterlichen Verbote aufgehoben werden.
USPS-Regelung trotz laufender Gerichtsbeschlüsse
Die Entscheidung des U.S. Postal Service, die neuen Vorgaben online zu stellen, erfolgt in einer politisch aufgeladenen Phase vor den Kongress-Zwischenwahlen im November. Die Behörde räumt in dem Dokument selbst ein, dass zwei einstweilige Verfügungen – erlassen von Bundesgerichten in Massachusetts und Kalifornien – sie derzeit daran hindern, die Anweisungen aus der Executive Order von Präsident Donald Trump vom März umzusetzen. Dennoch betont der Postdienst, dass das neue System der Federal Ballot Mail Portal (‘Portal’)
sofort aktiv werde, sobald die rechtlichen Blockaden fallen.
Die Regelung sieht vor, dass die Bundesstaaten dem Heimatschutzministerium und anderen Behörden Zugang zu Wählerlisten gewähren müssen. Der USPS würde den Transport von Wahlunterlagen verweigern, falls Staaten diese Anforderungen nicht erfüllen. Die Bundesregierung hat bereits gegen 30 Bundesstaaten sowie Washington, D.C., Klage eingereicht, um die Herausgabe dieser Wählerlisten zu erzwingen.
Juristische Auseinandersetzung um die Befugnisse des Präsidenten
Die juristische Front bleibt in Bewegung. Am 11. August 2026 erweiterte die US-Bezirksrichterin Indira Talwani ein bestehendes Verbot, das den USPS landesweit daran hindert, die Anordnungen des Präsidenten auszuführen. Talwani, eine von Barack Obama nominierte Richterin, argumentierte in ihrem Beschluss, dass die Exekutive keine Befugnis habe, Wahlregeln zu diktieren, da die US-Verfassung diese Verantwortung den einzelnen Bundesstaaten zuweise.
Indira Talwani, U.S. District Judge, stellte fest, dass die Bundesregierung in den zahlreichen Verfahren vor Bezirksgerichten, Berufungsgerichten und dem Supreme Court der Vereinigten Staaten die Verfassungsmäßigkeit der Anweisungen aus der Executive Order nicht verteidigt habe.
Die Regierung Trump hat gegen diese Entscheidungen Berufung eingelegt und den Supreme Court angerufen. In einem Schriftsatz vom 12.
Auswirkungen auf die Wähler und den Wahlprozess
Während die juristischen Kämpfe andauern, wächst die Verunsicherung unter den Wählern. Kritiker, darunter die American Civil Liberties Union (ACLU), werfen der Regierung vor, staatliche Institutionen zu instrumentalisieren. Der Präsident darf die Regeln für die Stimmabgabe nicht umschreiben, und er darf Wähler sicherlich nicht als Kollateralschaden in seinem Wahlkampf zur Kontrolle der staatlich organisierten Wahlen behandeln, sagte Sophia Lin Lakin, Anwältin der ACLU.

In Illinois, einem der Bundesstaaten, die mit der aktuellen Rechtslage konfrontiert sind, bleibt die Situation laut Bernadette Matthews vom State Board of Elections vorerst stabil. Es ist business as usual mit dem operativen Geschäft und den Gesetzen von Illinois, die neben den föderalen Anforderungen laufen, erklärte Matthews.
Technische Hürden und die Rolle der Barcodes
Ein zentrales Element der USPS-Pläne ist die Anforderung, dass Staaten dem Postdienst die Namen und Barcodes übermitteln, die mit den Briefwahlunterlagen für Bundeswahlen verknüpft sind.

Da die Zeit bis zu den Midterms am 3. November 2026 abläuft, bleibt die Frage offen, ob der Supreme Court eine endgültige Entscheidung treffen wird, bevor die logistischen Prozesse der Briefwahl in den Bundesstaaten ihren Höhepunkt erreichen.
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