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Ileana Cotrubaș Mit 87 Jahren Verstorben

Die gefeierte rumänische Sopranistin Ileana Cotrubaș ist am 20. August 2026 im Alter von 87 Jahren in Wien gestorben. Als eine der bedeutendsten Sängerinnen des 20. Jahrhunderts prägte sie den Opernbetrieb maßgeblich, feierte internationale Triumphe an großen Häusern wie der Wiener Staatsoper und war zugleich für ihre kompromisslose künstlerische Unabhängigkeit bekannt.

Die Wiener Staatsoper trauert um die große Sopranistin, die das Publikum jahrzehntelang mit ihrer nuancierten Farbgebung und unverkennbaren Emotionalität faszinierte. Am 9. Juni 1939 im rumänischen Galați an der Donau geboren, begann ihr musikalischer Weg bereits in jungen Jahren. Sie sang als Neunjährige im Kinderchor der Bukarester Nationaloper sowie bei Radio Bukarest, bevor sie am Konservatorium in Bukarest und in Wien studierte, wie die F.A.Z. in ihrem Nachruf und die BR-Klassik berichteten.

Weltweite Erfolge und künstlerische Heimat in Wien

Der internationale Durchbruch der Sopranistin folgte im Jahr 1966, als sie den ARD-Musikwettbewerb in München gewann. Kurz darauf wurde sie von Christoph von Dohnányi an die Oper Frankfurt engagiert. Gastspiele und feste Engagements führten sie an die bedeutendsten Opernhäuser weltweit, darunter Paris, Mailand, New York, London, Berlin und Amsterdam sowie zu den Salzburger Festspielen und nach Glyndebourne. Dennoch nahm die Wiener Staatsoper für sie zeitlebens eine Sonderstellung ein. Dort debütierte sie im Jahr 1969 als Pamina in Wolfgang Amadeus Mozarts Die Zauberflöte und war dem Haus bis 1990 in zahlreichen Partien verbunden.

Zusammenarbeit mit Carlos Kleiber und denkwürdige Meilensteine

Zu den absoluten Höhepunkten ihrer Karriere zählten Aufnahmen und Aufführungen unter der Leitung des Dirigenten Carlos Kleiber. Die gemeinsame Arbeit beschrieb die Sängerin als so intensiv und tiefgreifend, dass sie dafür an ihre Grenzen ging.

„Mit Kleiber zu arbeiten, da geht es nicht darum, dass er sagt: Schau, du musst hier piano singen oder forte. Die Zusammenarbeit mit Kleiber ist so komplex, so immens – und auch, wie er mit einem Orchester arbeitet, ist unglaublich. Mit Kleiber kann ich meine Seele zerreißen, ich kann mich kaputt machen, mit ihm kann ich an meine Grenzen gehen. Um mit Kleiber noch einmal arbeiten zu können, dafür würde ich alles tun.“

Ein weiterer legendärer Meilenstein ereignete sich im Jahr 1975, als sie an der Mailänder Scala als Mimì in Puccinis La Bohème debütierte und dabei in letzter Minute für Mirella Freni eingesprungen war.

Konsequenter Abschied von der Bühne und kompromisslose Haltung

Im Jahr 1990 beendete Ileana Cotrubaș im Alter von 51 Jahren bewusst ihre aktive Bühnenkarriere. Ihre sorgfältige Vorbereitung und ihr scharfer Blick für Werktreue hatten sie während ihrer aktiven Zeit oft in Konflikte mit Regisseuren und Intendanten geführt. Wenn Inszenierungen ihrer Auffassung nach dem Geist der Werke zuwiderliefen, scheute sie die Konfrontation nicht und stieg auch aus laufenden Produktionen aus, wie etwa 1973 bei Eugen Onegin in Wien oder 1980 an der Metropolitan Opera im Don Pasquale.

Ileana Cotrubaș Mit 87 Jahren Verstorben
Photo: FAZ

Auch nach ihrem Abschied von der Bühne blieb sie eine streitbare Intellektuelle im Opernbetrieb. Noch im Jahr 2017 veröffentlichte sie gemeinsam mit ihrem Mann Manfred Ramin die Streitschrift Die manipulierte Oper, in der sie das Regietheater scharf als Parasitenkunst angriff.

Für ihre Verdienste wurde sie vielfach ausgezeichnet. Im Jahr 1981 ernannte man sie zur Österreichischen Kammersängerin, 1991 erhielt sie die Ehrenmitgliedschaft der Wiener Staatsoper. Zum Zeichen der Trauer hisste die Wiener Staatsoper die schwarze Flagge.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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