Der Schauspieler Michael Sheen untersucht in einer BBC-Dokumentation die Folgen illegaler Chemikalienentsorgung in Wales. Im Zentrum stehen Vorwürfe gegen den Chemiekonzern Monsanto, der laut einem Whistleblower riesige Mengen giftiger Industriechemikalien in der Region entsorgt haben soll, was mutmaßlich zu seltenen Krebserkrankungen bei Anwohnern führte.
In den 1980er Jahren spielten Kinder in einer Lagune in Wales mit Luftgewehren auf rostigen Fässern, aus denen farbiges Pulver austrat. Michael Phillips, der diese Zeit selbst miterlebte, war sich damals der Gefahr nicht bewusst. Jahrzehnte später berichten Phillips und mehrere seiner damaligen Spielkameraden von seltenen Krebserkrankungen, die sie mit der Exposition gegenüber diesen toxischen Substanzen in Verbindung bringen.
Die Warnungen von Douglas Gowan
Der ehemalige Landwirtschaftsberater und Whistleblower Douglas Gowan hatte versucht, die Öffentlichkeit vor insgesamt 14 Standorten zu warnen, von denen 12 in Wales liegen. Gowan starb, bevor seine Warnungen Gehör fanden. Michael Sheen, der kurz vor Gowans Tod mit ihm sprach, setzt die Untersuchung nun in einer Dokumentation für den BBC iPlayer fort.
What he told me made my blood run cold
Michael Sheen, Hollywood actor
Gowan behauptete, dass der Chemiekonzern Monsanto riesige Mengen an Industriechemikalien in ganz Wales entsorgt habe. Besonders kritisch waren laut Gowan polychlorierte Biphenyle (PCBs), die im vergangenen Jahrhundert unter anderem in Lippenstiften und Haushaltsgeräten verwendet wurden.
Die Gefahr von PCBs und die Rolle von Monsanto
PCBs gelten als extrem hartnäckige Schadstoffe. Gowan beschrieb sie als some of the worst contaminants known to man. Die Gefahr liegt in ihrer Akkumulation: Die Stoffe reichern sich in der Umwelt, in Tieren, Fischen und schließlich im menschlichen Körper an.

This stuff builds up in the environment, builds up in animals and fish, and it builds up in us
Douglas Gowan, former farming consultant
Verantwortlich für das Erbe der Monsanto-Produktion im Vereinigten Königreich ist die Eastman Chemical Company. Auf Anfragen von Michael Sheen und seinem Team sowie der BBC reagierte das Unternehmen bislang nicht.