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Unternehmen

Amazon Baut Riesiges Gaskraftwerk GW Ranch Für KI-Rechenzentren In Texas

Amazon investiert in den Bau eines massiven Erdgaskraftwerks im Pecos County, Texas, um einen neuen Campus für KI-Rechenzentren mit Energie zu versorgen. Die Anlage mit dem Namen heise.de soll eine Gesamtleistung von 7,65 Gigawatt (GW) erbringen und wäre damit das größte jemals in den USA errichtete Erdgaskraftwerk.

Inselbetrieb zur Umgehung von Netzengpässen

Um Engpässe beim Netzanschluss zu vermeiden, wird die Anlage zunächst als sogenannte Insellösung betrieben, komplett isoliert vom texanischen Stromnetz. Diese „Behind-the-Meter-Strategie ermöglicht es dem Unternehmen, bürokratische Hürden, Warteschlangen für Netzanschlüsse und Verhandlungen mit Versorgungsunternehmen zu überspringen. Laut dem Unternehmen wird die Anlage so konzipiert, dass sie zu einem netzgebundenen Betrieb übergehen kann, sobald die Zeitpläne für die Netzanbindung dies zulassen.

Die Anlage, die von Pacifico Energy entwickelt wird, soll 35 Gasturbinen nutzen, um den Strombedarf des Datenkomplexes zu decken. Amazon hat das Gelände bereits erworben und plant, den Strom direkt von der Anlage zu beziehen. Satellitenbilder bestätigen bereits erste Rodungsarbeiten auf dem Gelände. Zudem hat Amazon bereits Bauanträge für die ersten drei Gebäude des Rechenzentrum-Betriebs eingereicht.

Umweltfolgen und Klimaziele

Das Projekt sorgt aufgrund seiner potenziellen Emissionen für Besorgnis. Eine Genehmigung der texanischen Behörden erlaubt dem Kraftwerk den Ausstoß von bis zu 33 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr. Damit könnte die Anlage zur größten Einzelquelle für Umweltverschmutzung in den USA werden. Zum Vergleich: Das derzeit emissionsintensivste Kohlekraftwerk der USA, das James H. Miller Jr. Kraftwerk in Alabama, stößt etwa 16 Millionen Tonnen aus – die GW Ranch ist somit für etwa das Doppelte genehmigt.

How Amazon Is Betting Big On Its Data Centers Powered By Nuclear Reactors

Diese Entwicklung steht im Kontrast zum „Climate Pledge“ von Amazon, dem sich das Unternehmen verpflichtet hat, bis 2040 vollständige Klimaneutralität zu erreichen. Tatsächlich sind die Emissionen des Tech-Giganten aufgrund der Anforderungen durch Künstliche Intelligenz seit mehreren Jahren wieder gestiegen. Margaret Callahan, eine Sprecherin von Amazon, erklärte gegenüber The New York Times und theverge.com, dass die Welt heute anders aussehe als zum Zeitpunkt der Gründung des Climate Pledge, die Verpflichtung des Unternehmens jedoch unverändert bleibe.”

Ressourcennutzung und ergänzende Energien

Amazon betont, dass die On-Site-Stromerzeugung die Strompreise für texanische Haushalte nicht belasten wird. Um die lokale Wasserversorgung zu schonen, plant das Unternehmen den Einsatz von Wasser, das nicht als Trink- oder Bewässerungswasser geeignet ist, sowie spezielle Kühltechnologien zur Minimierung des Wasserverbrauchs. Zudem wird die Nutzung von produziertem Wasser als nicht trinkbare Quelle geprüft.

Graphic image of a data center
Photo: theverge.com

Neben den Gasturbinen werden ergänzende Energieoptionen evaluiert:

  • Solarenergie: Pacifico Energy hat bis zu 750 Megawatt an On-Site-Solaranlagen skizziert.
  • Energiespeicher: Es sind bis zu 1,8 Gigawatt an Speicherkapazitäten vorgesehen.

Branchenweiter Trend zur Eigenversorgung

Der Schritt zur netzunabhängigen Energieversorgung ist Teil eines größeren Trends unter US-Hyperscalern wie Microsoft, Google und Meta, um den enormen Energiebedarf für KI zu decken. Seit Beginn 2025 wurden in den USA fast 60 solcher Projekte mit einer Gesamtkapazität von 90 GW angekündigt. Im selben Pecos County baut beispielsweise Microsoft gemeinsam mit Chevron ein 2-GW-Gaskraftwerk.

Amazon Baut Riesiges Gaskraftwerk GW Ranch Für KI-Rechenzentren In Texas
Photo: heise.de

Zusätzlich setzen die Unternehmen auf Kernenergie. Microsoft plant die exklusive Stromabnahme aus dem reaktivierten Reaktor Three Mile Island Unit 1 ab 2028, während Google in kleine modulare Reaktoren (SMRs) investiert und Amazon eine Beteiligung an einem Kernkraftwerk von Talen Energy erworben hat. In Texas begünstigen die Verfügbarkeit von Gas im Permian Basin sowie ein permissives regulatorisches Umfeld diese Entwicklung, während andere Regionen, wie etwa Brüssel oder Australien, strengere Regeln für die energetische Anbindung von Rechenzentren prüfen.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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