Die Ölpreise stiegen am 10. August 2026 aufgrund eines diplomatischen Stillstands bei der Wiederöffnung der Straße von Hormus. Während der Iran neue Bedingungen für den Schiffsverkehr stellt, signalisiert US-Präsident Donald Trump Gelassenheit. Die Blockade gefährdet ein Fünftel des weltweiten Öl- und LNG-Handels und belastet die globalen Energiemärkte.
Die Märkte reagieren nervös auf widersprüchliche Signale aus Teheran und Washington. Am Montag stiegen die Terminkontrakte für die Referenzsorte Brent auf 84,42 Dollar je Barrel, während US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) auf 78,83 Dollar kletterte. Diese Volatilität spiegelt die Unsicherheit wider, ob die strategisch wichtige Wasserstraße zeitnah wieder geöffnet wird.
Die maximalistischen Forderungen des Iran und der Revolutionsgarden
Teheran hat die Hoffnungen auf eine schnelle Normalisierung gedämpft. Die Revolutionsgarden des Iran machten deutlich, dass die Blockade aufrechterhalten wird, bis die USA sämtliche Bedingungen akzeptieren.
- Ein vollständiges Ende der Kämpfe an allen Fronten.
- Die Aufhebung der US-Gegenblockade iranischer Häfen.
- Die Beendigung aller Sanktionen und die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte.
- Zahlungen für Kriegsschäden sowie ein Wiederaufbaufonds in Höhe von 300 Milliarden Dollar.
Zusätzlich fordert der Oberste Nationale Sicherheitsrat des Iran ein dauerhaftes US-Versprechen, den Iran nie wieder zu bedrohen, sowie ein Ende der US-Militärkampagne gegen Teheran und dessen regionale Verbündete. Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Kontrolle über die Wasserstraße: Iran will diese auch nach dem Krieg behalten und Durchfahrtsgebühren erheben, was Washington ablehnt.
Donald Trumps Strategie der Gelassenheit
Im Gegensatz zur harten Linie Teherans gibt sich US-Präsident Donald Trump demonstrativ unbeeindruckt. In einem Interview beschrieb er sein Vorgehen als Schachspiel
und betonte, dass die USA die Situation eher auf Sparflamme
fahren würden. Trump gab an, nur halbherzig
zu verhandeln, da er die wirtschaftliche Notlage Irans mit hoher Inflation und Geldmangel beobachte.
Das Iran-Oman-Abkommen als fragiler Hoffnungsschimmer
Trotz des Patt-Zustands gibt es diplomatische Bewegungen über Oman, der als Vermittler fungiert. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte, dass eine Einigung mit dem Oman über eine neue Schifffahrtsroute kurz bevorstehe.

Dieses Framework ist jedoch komplex geschichtet. Ein Deal zwischen Iran und Oman allein reicht nicht aus, um die Wasserstraße vollständig zu öffnen. Er ist vielmehr an ein breiteres Abkommen vom Juni zwischen den USA und dem Iran geknüpft und soll die Voraussetzung für die Wiederaufnahme von Gesprächen über das iranische Atomprogramm bilden.
Einbruch des Schiffsverkehrs und Marktreaktionen
Die Realität auf See zeigt, dass die diplomatischen Fortschritte kaum Wirkung haben. Während vor dem Krieg täglich 130 bis 140 Schiffe die Meerenge passierten, sank die Zahl massiv. Am Mittwoch wurden nur zwei Schiffe registriert: ein panamaischer Kohlefrachter und ein Schiff unter der Flagge der Marshallinseln. Am Dienstag waren es noch acht Passagen.
Zusätzliche Spannungen entstehen durch die mit dem Iran verbündeten Huthis, die Raketenangriffe auf zwei saudische Öltanker meldeten. Ein Angriff soll sich nahe der Hafenstadt Yanbu am Roten Meer ereignet haben, der andere im Golf von Aden. Dies führte dazu, dass mehrere saudische Supertanker ihre Route änderten und den weitaus längeren Weg um das Kap der Guten Hoffnung wählten, was die Transport- und Versicherungskosten erhöht.
| Rohöl-Sorte | Preis (Montag, 10. Aug) | Referenzwert (Vorwochenende) |
|---|---|---|
| Brent | 84,42 $ – 84,46 $ | 83,55 $ |
| WTI | 78,83 $ – 78,84 $ | 78,18 $ |
Die Märkte bewerten den aktuellen Engpass derzeit noch als möglicherweise vorübergehend, doch die anhaltende Blockade bleibt ein erhebliches Angebotsrisiko. Beobachter konzentrieren sich nun darauf, ob die USA den Forderungen Teherans nachgeben oder ob das Oman-Abkommen tatsächlich zu einer schrittweisen Öffnung führt.
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