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Welt

Super-El-Niño könnte globale Lebensmittelpreise massiv in die Höhe treiben

Ein extrem starker El-Niño-Zyklus droht laut Analysten von Goldman Sachs und UBS die globalen Lebensmittelpreise massiv in die Höhe zu treiben. Zusammen mit den Auswirkungen des Iran-Kriegs könnten die Folgen bis in die zweite Hälfte des Jahres 2028 spürbar sein und insbesondere einkommensschwache Länder hart treffen.

Die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) bestätigte bereits im vergangenen Monat, dass sich im Pazifik Erwärmungstendenzen etablieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Meeresoberflächentemperaturen bis Ende des Jahres mehr als 2 Grad Celsius über dem Normalwert liegen, wird auf 63 Prozent geschätzt, berichtet Theguardian. Wissenschaftler bezeichnen das Ereignis als Super oder Godzilla El Niño, da es eine historisch beispiellose Chance hat, sich zu einem sehr starken Ereignis mit extremen Hitzewellen und Überschwemmungen zu entwickeln.

Goldman Sachs prognostiziert Preissprünge von bis zu 15,8 Prozent

Die wirtschaftlichen Auswirkungen dieses Zyklus könnten weitreichend sein. Analysten von Goldman Sachs erwarten, dass die Stärke dieses El Niño zu einem Anstieg der globalen Lebensmittelrohstoffpreise um 15,8 Prozent führen könnte. In der Eurozone könnten die Lebensmittelpreise infolgedessen um 1,3 Prozent steigen, so Theguardian.

Zusätzlich belastet die geopolitische Lage die Versorgungsketten. Analysten von UBS weisen darauf hin, dass der El Niño die durch den Iran-Krieg verursachten Störungen verschärfen würde, indem er Versorgungsprobleme bei Düngemitteln und Energie mit bereits hohen Preisen kombiniert. Laut UBS könnten selbst moderate Unterbrechungen der Lieferketten zu deutlich größeren Preissprüngen führen, als es historische Muster vermuten lassen.

Ernteausfälle in Indien und Peru belasten globale Märkte

Die Auswirkungen auf die Landwirtschaft sind bereits spürbar. In Indien hat der El Niño zu einem trockeneren Monsun geführt. Analysten von Goldman Sachs berichten, dass einige Regionen nur 25 Prozent und Teile Zentralindiens lediglich 50 Prozent der üblichen Niederschläge erhielten, was die Produktion von Weizen, Reis und Zuckerrohr gefährdet.

Auch in Südamerika kommt es zu massiven Störungen. In Peru ist das lukrative Sardellen-Fischerei-Geschäft aufgrund erwärmter Ozeanwässer geschlossen.

  • Südostasien: Dürren könnten die Palmölversorgung beeinträchtigen.
  • Afrika: Ernten von Kaffee und Kakao könnten beeinträchtigt werden.
  • Südamerika: Während im Norden Südamerikas und in südlichen Afrika Dürren drohen, wird in Südbrasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay mit Überschwemmungen gerechnet.

Ökonomische Verluste könnten bis 2030 die 4-Billionen-Dollar-Marke überschreiten

Die finanziellen Schäden durch dieses Wetterphänomen sind enorm.

Super El Niño Explained | The Climate Crisis Behind Rising Food Prices

Besonders gefährdet sind tropische Nationen mit geringerem BIP. Forschung der Dartmouth College zeigt, dass diese Länder aufgrund ihrer direkten Verbindung zu den Erwärmungsmustern des Pazifiks am härtesten getroffen werden. In Südostasien könnte trockenes Wetter die Inflation um weitere 1,9 Prozentpunkte erhöhen.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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