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Waibel-Gruppe beantragt Sanierungsverfahren bei 24,8 Millionen Euro Schulden

Die Waibel-Gruppe hat beim Landesgericht Wiener Neustadt ein Sanierungsverfahren beantragt, nachdem die Verbindlichkeiten der Unternehmensgruppe auf rund 24,8 Millionen Euro gestiegen sind. Während die Waibel Floristik GmbH mit Schulden von 5,7 Millionen Euro kämpft, steht die Zukunft der regionalen Schnittblumenproduktion aufgrund massiver wirtschaftlicher Belastungen unter Druck.

Schuldenlast und Sanierungsplan der Waibel Floristik GmbH

Schuldenlast und Sanierungsplan der Waibel Floristik GmbH
Photo: Kronen Zeitung
Die finanzielle Lage der Waibel-Gruppe hat in der Branche für erhebliche Unruhe gesorgt. Im Zentrum der aktuellen rechtlichen Schritte steht die Waibel Floristik GmbH mit Sitz in Münchendorf im Bezirk Mödling. Das Unternehmen, das primär Rosen und Tulpen produziert, hat ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eingeleitet. Nach Angaben des Kreditschutzverbandes KSV1870 belaufen sich die Verbindlichkeiten der einzelnen GmbH auf rund 5,7 Millionen Euro. Von dieser Insolvenz sind laut Schuldnerangaben 44 Mitarbeiter sowie 52 Gläubiger direkt betroffen. Das Unternehmen plant jedoch keine Schließung, sondern strebt eine Restrukturierung an. Den Gläubigern wird im Rahmen des Sanierungsplans eine Quote von 20 Prozent angeboten, die innerhalb von zwei Jahren nach der Annahme des Plans ausgezahlt werden soll. Diese Entscheidung wird in der Branche kritisch betrachtet. „Bei der angebotenen Sanierungsplanquote handelt es sich um die gesetzliche Mindestquote“, Alexander Greifeneder, via Nachrichten.at Die finanzielle Instabilität beschränkt sich nicht nur auf die Floristik-Sparte. Während die einzelnen GmbH mit Millionenbeträgen kämpft, zeigt ein Bericht von ORF Vorarlberg, dass die Schulden der gesamten Unternehmensgruppe insgesamt auf 24,8 Millionen Euro ansteigen. Von dieser Gesamtsituation sind 84 Beschäftigte und 113 Gläubiger betroffen.

Verschärfte Wettbewerbsbedingungen und wirtschaftliche Auslöser

Verschärfte Wettbewerbsbedingungen und wirtschaftliche Auslöser
Photo: AKV EUROPA – Alpenländischer Kreditorenverband
Die Insolvenz der Waibel-Gruppe ist das Ergebnis einer Kumulation verschiedener wirtschaftlicher Faktoren. Laut Angaben des Alpenländischen Kreditorenverbandes spielten die durch die Ukraine-Krise ausgelöste Inflation und die daraus resultierende Verringerung der Kaufkraft eine entscheidende Rolle. Neben der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung führten spezifische operative Probleme zu einer Liquiditätskrise:
  • Ein massiver Umsatzrückgang im B2B-Bereich aufgrund von Marktüberkapazitäten und verschärftem Wettbewerb.
  • Der Wegfall eines wesentlichen Großkunden, was die Einnahmen drastisch reduzierte.
  • Ein Rechtsstreit mit Lieferanten.
  • Liquiditätsengpässe durch bauliche Verzögerungen im Zuge der Umstellung auf das B2C-Geschäftsmodell.
  • Die Entscheidung einer finanzierenden Bank, die Kreditlinien nicht weiterzuführen.
Das Unternehmen versucht nun, sich auf den wirtschaftlich tragfähigen Bereich des Gartencenters zu konzentrieren. Ob dieser Kurs ausreicht, um die hohen Verbindlichkeiten zu decken, muss erst durch den noch zu bestellenden Insolvenzverwalter geprüft werden. Die aktuellen Vermögensverhältnisse, die vor allem aus Maschinen und Betriebsausstattung bestehen, müssen erst vollständig inventarisiert werden.

Nischenstrategien als Überlebensmodell für Gärtner

Nischenstrategien als Überlebensmodell für Gärtner
Photo: Oberösterreichische Nachrichten
Der Fall Waibel verdeutlicht die strukturellen Probleme der gesamten Branche. In Vorarlberg wird die Lage für Gärtner und Floristen als äußerst schwierig beschrieben. Der Innungsmeister Reinhard Brunner stellte gegenüber ORF Vorarlberg fest, dass die Produktion von Schnittblumen mittlerweile kaum noch wirtschaftlich sei. Ein Hauptgrund für den Niedergang der heimischen Produktion ist die starke Konkurrenz aus dem Ausland, insbesondere aus den Niederlanden und Kenia. Dies hat dazu geführt, dass in Vorarlberg so gut wie keine Schnittblumen mehr produziert werden. Ein Gegenmodell zur industriellen Massenware stellt der Betrieb von Sebastian Geiger in Fastanz dar. Er setzt auf eine bewusste Reduktion auf das Minimum und verzichtet auf beheizte Gewächshäuser sowie den direkten Verkauf, um die Kosten niedrig zu halten. Er produziert jährlich etwa 200.000 Schnittblumen auf Auftragsbasis. „Im Großhandel gab es keine Möglichkeit, Blumen regional zu erwerben, auch die Samen für den Anbau waren nicht zu kriegen. Da Schnittblumen großteils aus dem Ausland importiert werden, ging auch das Wissen irgendwann verloren“, Sebastian Geiger, via ORF Vorarlberg Für lokale Betriebe scheint der Weg über eine spezialisierte Nische die einzige Überlebenschance zu sein. Brunner betonte, dass heimische Geschäfte überleben können, sofern sie sich klar vom internationalen Wettbewerb abheben.

Fortführung des Betriebs in Münchendorf

Trotz der laufenden Insolvenzverfahren gibt es für Kunden und Mitarbeiter am Standort Mödling vorerst keine unmittelbare Schließung. Wie weekend.at berichtet, bleibt der Waibel Shop in Münchendorf vorerst geöffnet. Kundinnen und Kunden können Floristikprodukte und Blumen weiterhin vor Ort erwerben. Die langfristige Stabilität des Standorts hängt jedoch maßgeblich vom Erfolg der geplanten Sanierung und den Entscheidungen des Insolvenzverwalters ab. Mit 44 Mitarbeitenden bleibt der Shop einer der größten Standorte innerhalb der Waibel-Gruppe.
Aspekt Waibel Floristik GmbH Waibel-Gruppe (Gesamt)
Verbindlichkeiten ca. 5,7 Mio. EUR ca. 24,8 Mio. EUR
Betroffene Mitarbeiter 44 84
Betroffene Gläubiger 52 113
<!– /wp:table The financial obligations and employee impact highlight the critical role of the planned renovation in determining the shop's continued operation.

Fortführung des Betriebs in Münchendorf

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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