Die Fußball-Welt blickt gespannt auf den Start der WM 2026 am kommenden Donnerstag mit dem Spiel Mexiko gegen Südafrika. Während die Vorfreude steigt, sorgen zwei Schießereien am 7. Juni in Kansas City für Beunruhigung rund um die Trainingslager von England, Argentinien und den Niederlanden, kurz bevor die Teams in die USA einreisen.
Gewalttaten in Kansas City und die Diskrepanz im Sicherheitsmarketing
Kansas City hat sich mit Luxushotels, erstklassigen Sportanlagen und einer gezielten kulinarischen Offensive als Standort für die Nationalteams positioniert. Um die Verbände zu überzeugen, setzte die Stadt auf Lockmittel wie Steaks und Edelfische im Nobelrestaurant „Eddie V’s“ für die englische Delegation oder ein riesiges Werbe-Barbecue mit zehn verschiedenen Fleischsorten für die argentinische Mannschaft. Doch die Realität der Kriminalstatistiken zeichnet ein anderes Bild.

Wie die FAZ berichtet, liegen die Gewaltverbrechen in Kansas City mehr als dreifach über dem US-Durchschnitt, während Morde mehr als fünfmal so häufig vorkommen wie im Rest des Landes. Dies führt zu einem Sicherheitsrating von F – der schlechteste mögliche Wert.
Die theoretischen Bedenken wurden am 7. Juni durch zwei blutige Vorfälle an einem einzigen Tag bestätigt. Am frühen Morgen wurden bei einer Schießerei in der Troost Avenue neun Menschen verletzt. Nur wenige Stunden später, am selben Abend, wurden an der Westport Road zwei Männer getötet. In beiden Fällen konnten die Täter bislang nicht identifiziert oder festgenommen werden.
Sicherheitsmaßnahmen für Messi und die englische Nationalmannschaft
Die räumliche Nähe der Gewalt zu den Trainingsstätten sorgt für Alarmbereitschaft. Die erste Schießerei ereignete sich laut Vietnam.vn etwa 5,7 Kilometer vom Trainingsgelände der Engländer im Swope Soccer Village entfernt. Der zweite Vorfall an der Westport Road lag rund 8 Kilometer vom geplanten Lager der Niederlande und 15 Kilometer vom Trainingszentrum Sporting KC entfernt, wo die argentinische Nationalmannschaft unter Lionel Messi weilt.

Die Reaktionen der Teams und Behörden variieren stark. Während der englische Verband FA das Thema derzeit noch kleinhält, wird die Situation rund um die Weltmeister aus Argentinien bereits wie eine militärische Operation behandelt. Das „Origin Hotel“, in dem Messi und sein Team untergebracht sind, ist komplett umzäunt und wird während des Turniers einer Festung gleichen.
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„Es wird ein großes Aufgebot von Sicherheitskräften beim Fanfest geben, wir werden auch die Trainingsplätze und Quartiere der Mannschaften besonders schützen.“
Um diese Versprechen einzulösen, erhielt das Kansas City Police Department erst am Donnerstag staatliche Zuwendungen in Höhe von 17 Millionen Dollar für die WM-Sicherheit. Für Thomas Tuchel und seine englische Auswahl ist die Lage besonders prekär: Die Mannschaft befindet sich derzeit noch in Palm Beach, Florida, und reist erst am Samstag nach Kansas City. Vorher hat Tuchel in Florida gegen Costa Rica die letzte Gelegenheit, seine Wunschelf zu bestimmen.
Die englische Nationalmannschaft spielt ihre Gruppenspiele übrigens nicht im Arrowhead Stadium, sondern in Dallas, Foxborough und East Rutherford. Ein „Heimspiel“ in Kansas City könnte sich erst im Sechzehntelfinale am 4. Juli ergeben.
Vertrauensbeweis für Vladimir Petkovic in Algerien
Während in den USA die Sicherheitslage dominiert, gibt es in Nordafrika wichtige personelle Weichenstellungen. Der algerische Fußballverband hat bekannt gegeben, dass Trainer Vladimir Petkovic seinen Vertrag bis mindestens Juli 2028 verlängert hat.
Petkovic, der im Februar 2024 den Job übernahm, führte Algerien nach zwölf Jahren Abwesenheit wieder an eine Weltmeisterschaft. Die finanzielle Wertschätzung für den Tessiner ist beispiellos: Wie watson.ch berichtet, gilt Petkovic mit einem Gehalt von 135.000 Euro pro Monat als der bestbezahlte Trainer im afrikanischen Fußball.
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Für die kommende WM in Kanada, Mexiko und den USA steht Algerien vor einer harten Aufgabe. In der Gruppenphase trifft das Team auf den Titelverteidiger Argentinien sowie auf Jordanien und Österreich.
Turnierstart und der Weg der Schweizer Nationalmannschaft
Der offizielle Countdown läuft. In drei Tagen beginnt das Turnier mit dem Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika. Für die Schweizer Nationalmannschaft unter Murat Yakin startet die Reise am kommenden Samstag in San Francisco.
Wie Nau.
- 13. Juni: Katar – Schweiz (21.00 Uhr)
- 18. Juni: Schweiz – Bosnien-Herzegowina (21.00 Uhr)
- 24. Juni: Schweiz – Kanada (21.00 Uhr)
Die Sicherheitsvorfälle in Kansas City senden eine deutliche Warnung an alle 48 teilnehmenden Teams. Der Kontrast zwischen den luxuriösen Versprechen der Gastgeberstädte und der lokalen Gewaltrealität zwingt die Verbände dazu, ihre Sicherheitsmaßnahmen in Hotels und Trainingslagern kurzfristig zu überdenken. Besonders für die Stars, die wie Messi im Zentrum globaler Aufmerksamkeit stehen, wird die WM 2026 vermutlich weniger ein Fest des Fußballs als vielmehr eine logistische Herausforderung unter Hochsicherheitsbedingungen.
