Forscher der Universität Warschau und der Universität Oxford haben in der Fachzeitschrift Physical Review D eine neue Theorie vorgelegt, die besagt, dass Tachyonen – hypothetische Teilchen, die sich schneller als das Licht bewegen – existieren könnten, ohne die Kausalität zu verletzen. Dieser Ansatz könnte zudem die Dunkle Materie erklären.
Mathematische Neuausrichtung der Tachyonen-Theorie
Seit Jahrzehnten gelten Teilchen, die die Lichtgeschwindigkeit überschreiten, in der Physik als ein zweischneidiges Schwert. Sie bieten die theoretische Möglichkeit, die Grenzen der Einsteinchen Relativitätstheorie zu testen, drohen aber gleichzeitig, das fundamentale Prinzip von Ursache und Wirkung zu zerstören. Wenn ein Effekt vor seiner Ursache auftreten könnte, wäre die gesamte Ordnung des Universums infrage gestellt. Ein Team um die Physiker Andrzej Dragan und Artur Ekert setzt genau hier an. In ihrer aktuellen Arbeit argumentieren sie, dass die bisherigen Probleme mit Tachyonen nicht an den Teilchen selbst liegen, sondern an der mathematischen Sprache, mit der Physiker sie bisher beschrieben haben. Bisher wurde die Quantenfeldtheorie für Tachyonen in einem sogenannten Fock-Raum angewandt – einer mathematischen Struktur, die zwar für Teilchen unterhalb der Lichtgeschwindigkeit funktioniert, aber bei Tachyonen versagt. Das Problem ist die Lorentz-Transformation, eine Symmetrieoperation, die das Herzstück der speziellen Relativitätstheorie bildet. In einem zu kleinen mathematischen Raum führen diese Transformationen dazu, dass die Gleichungen instabil werden. Die Forscher stellen fest: Andrzej Dragan und Artur Ekert, via Physical Review D Durch die Erweiterung dieses mathematischen Raums behauptet das Team, dass die Widersprüche, die Tachyonen bisher an den Rand der ernstzunehmenden Physik gedrängt haben, aufgelöst werden können. Wichtig ist dabei: Die Forscher behaupten nicht, dass Tachyonen bereits in der Natur nachgewiesen wurden. Sie argumentieren lediglich, dass sie durch die spezielle Relativitätstheorie nicht so strikt verboten sind, wie viele Wissenschaftler bisher annahmen.Tachyonen als Erklärungsmodell für Dunkle Materie
Während die mathematische Debatte die Grundlagen der Physik betrifft, richten andere Forscher den Blick auf das Universum als Ganzes. Samuel H. Kramer und Ian H. Redmount haben eine Hypothese aufgestellt, die das Potenzial hat, zwei der größten Rätsel der Astronomie gleichzeitig zu lösen: Dunkle Materie und Dunkle Energie. Ihr Modell schlägt vor, dass das Universum möglicherweise von Tachyonen dominiert wird. Dies würde bedeuten, dass die unsichtbare Masse, die Galaxien zusammenhält, und die Kraft, die die Expansion des Kosmos beschleunigt, auf denselben hypothetischen Teilchen basieren könnten. In ihrer Studie mit dem Titel „Test der tachyon-dominierten Kosmologie mit Typ-Ia-Supernovae“ berechneten sie die Auswirkungen eines solchen Modells auf die kosmische Ausdehnung.| Modell | Expansion des Universums | Hauptkomponenten |
|---|---|---|
| Standardmodell | Stetige Beschleunigung | Dunkle Materie & Dunkle Energie |
| Tachyonen-Modell | Zuerst Verlangsamung, dann Beschleunigung | Tachyonen-Domination |
Historische Wurzeln und das Paradoxon der Zeitreise

Zukünftige Tests in der Kosmologie

- Analyse der kosmischen Hintergrundstrahlung
- Untersuchung der großräumigen Verteilung von Galaxien
- Prüfung der Expansionsrate in verschiedenen kosmischen Epochen